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Die Zwiebel gehört zu den am längsten von Menschen genutzten Pflanzen der Welt. Bildrechte: dpa

Mit RezeptenWunderwaffe Zwiebel: Fünf spannende Facts über das gesunde Gemüse

Stand: 31. Januar 2023, 17:18 Uhr

Sie ist ein wahrer Alleskönner: Die Zwiebel bringt Menschen zum Weinen und steckt doch voller gesunder Nährwerte und Vitamine. Das Gemüse kann sogar dabei unterstützen, verschiedenen Krankheiten vorzubeugen. Hier gibt es Fakten und Rezepte rund um die Zwiebel.

Zwiebeln gehören zur Familie der Narzissengewächse. Zusammen mit Knoblauch, Schalotten, Lauch und Schnittlauch bilden sie die Unterfamilie der Lauchgewächse. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmäckern: Sie können rund sein, länglich oder platt - gelb, weiß oder rot. Sie können mild und süßlich schmecken oder scharf.

Fünf Fakten über die Zwiebel

Fakt 1: In der Zwiebel steckt eine Vielzahl an Nährstoffen wie Kalium, Eisen, Vitamin B und Vitamin C. Phosphor, Jod und Zink sowie Spurenelemente sind ebenfalls enthalten. 2015 wurde die Zwiebel deshalb auch zur Heilpflanze des Jahres gekürt.

Fakt 2: Zwiebeln kommen in der Natur nicht wild vor. Sie werden seit Jahrtausenden in Deutschland angebaut und kultiviert. Beim Anbau wird nach Sommer- und Winterzwiebel unterschieden. Die Sommerzwiebeln werden im Frühling ausgesät oder gesteckt, von August bis Oktober geerntet und können ohne Probleme bis März gelagert werden. Im Gegensatz dazu wird die saftigere und mildere Winterzwiebel erst im August gesetzt, reift über Herbst und Winter und kann schließlich im Juni des darauffolgenden Jahres geerntet werden. Sie kann allerdings nicht so lange gelagert werden.

Fakt 3: Rote Zwiebeln schmecken süßlicher und sind weniger scharf als andere Sorten. Sie eignen sich deswegen auch gut zum Rohverzehr, zum Beispiel auf Salat oder Pizza. Die rote Farbe erhalten die Knollen durch bestimmte Pflanzenfarbstoffe, sogenannte Anthocyane. Rote Zwiebeln liefern mehr Protein, Eisen, Magnesium und Zink als weiße Zwiebeln. Auch der Ballaststoffgehalt ist höher. Zudem enthalten sie weniger Fett und Zucker.

Fakt 4: Beim Schneiden einer Zwiebel gibt es oft tränende Augen, denn sie enthält die schwefelhaltige Aminosäure Alliin und das Enzym Allinase. Wird die Zwiebel angeschnitten, verbinden sich die Aminosäure und das Enzym zu Allicin. Dieser Stoff ist nicht nur für den intensiven Geruch der Zwiebel verantwortlich, sondern auch für die brennenden und tränenden Augen.

Tipp: Die Zwiebel vor Verwendung mindestens eine halbe Stunde ins Gefrierfach legen. Die niedrige Temperatur legt die zwiebeleigenen Enzyme lahm, sodass das Allicin nicht aktiv werden kann. Außerdem immer ein scharfes Messer verwenden! Die einzelnen Pflanzenzellen der Zwiebel werden dann sauber durchgeschnitten. Mit einem stumpfen Messer gleicht das Zerkleinern eher einem Quetschen und Reißen. Dadurch reagieren Alliin und Allinase stärker miteinander.

Fakt 5: Bei den alten Ägyptern wurde die Zwiebel angeblich als Zahlungsmittel für die beim Pyramidenbau eingesetzten Arbeiter genutzt. Zudem legte man sie Verstorbenen als "Wegzehrung" ins Grab. So wurden beispielsweise Spuren von Zwiebeln im Grab des Pharaos Tutanchamun nachgewiesen. Im Mittelalter trugen die Menschen die Zwiebel auch als Schutz-Amulett - sie glaubten, sich so vor der Pest schützen zu können.

Zwiebeln können tatsächlich vor Krankheiten schützen. Bildrechte: IMAGO/Michael Gstettenbauer

Wie gesund sind Zwiebeln?

Zwiebeln sollen entzündungshemmend sein und Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit, Osteoporose, Bluthochdruck, Infektionen sowie Krebs nicht nur lindern, sondern sogar verhindern können. Tatsächlich weist die aktuelle Studienlage auf einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Lauchgemüse - vor allem von Zwiebel und Knoblauch - und einem verringerten Krebsrisiko hin, insbesondere in Hinblick auf Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie Speiseröhrenkrebs.

Zwiebeln sind in der Küche vielfältig einsetzbar. Bildrechte: IMAGO/Westend61

Roh, gekocht oder gebraten: Wie sind Zwiebeln besonders gesund?

Zwiebeln enthalten sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer - eine Art natürliche Blutverdünner. Diese können dazu beitragen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Eine argentinische Studie aus dem Jahr 2012 hat untersucht, welche Auswirkungen verschiedene Zubereitungsmethoden auf den Gehalt der Hemmer haben. Die Ergebnisse zeigten, dass ganze Zwiebeln, geviertelte und zerkleinerte Zwiebeln ihren Gehalt nach spätestens 30 Minuten im Ofen verloren hatten, eine ähnliche Wirkung erzielte das Erhitzen in der Mikrowelle. Ausgiebiges Kochen der Zwiebeln hingegen schien die Blutplättchenaggregation eher zu stimulieren, als zu hemmen. Zudem werden beim Garen Nährstoffe wie Vitamine freigesetzt.

Zwiebel als Hausmittel

Zwiebeln sind ein bewährtes Hausmittel bei Husten, denn Schwefel-Verbindungen in der Zwiebel wirken antibakteriell. Doch das Gemüse kann noch viel mehr!

Kopfschmerzen, Zahnweh und Nasenbluten

Leichte Kopfschmerzen, Zahnweh und Nasenbluten lassen sich mit frischen Zwiebeln in den Griff bekommen. Aus geschnittenen Zwiebeln und zwei Lagen Baumwollstoff einen Umschlag machen und auf die Stirn bzw. die Wange legen. Bei Nasenbluten die Zwiebelkompresse auf dem Nacken platzieren.

Hühneraugen

Ein Rezept gegen schmerzende Hühneraugen lautet wie folgt: Eine Zwiebel aufschneiden und in 100 ml Wein-oder Apfelessig mindestens vier Stunden ziehen lassen. Dann ein Stückchen von der Zwiebel abschneiden, auf das Hühnerauge legen und mit einem Verband fixieren. Über Nacht einwirken lassen. Diese Behandlung ein paar Tage nacheinander wiederholen, bis da erweichte Hühnerauge entfernt werden kann.

Husten und Atemwegserkrankungen

Bei hartnäckigem Husten einfach eine Zwiebel klein schneiden und in zwei Liter Wasser weichkochen. Dann herausnehmen und mit einem Esslöffel Honig und 200 ml Wasser einen Sirup herstellen. Diesen dann mehrmals täglich löffelweise einnehmen.
Ganz leicht lässt sich auch ein Hustensaft mit Zwiebeln ohne Kochen herstellen. Die Zwiebel dazu fein würfeln und mit der gleichen Menge Zucker vermischen. Über Nacht stehen lassen. Der austretende, süße Zwiebelsaft wird mehrmals täglich gegen Husten eingenommen und verschafft rasche Linderung.

Ohrenschmerzen

Bei Ohrenschmerzen hilft eine in Öl gebratene Zwiebel. Wenn die Zwiebel weich ist, etwas abkühlen lassen, klein schneiden und in eine dünne Baumwollsocke legen. Ein wenig zusammenpressen, so dass die Socke leicht feucht ist. Auf das schmerzende Ohr legen und mit einem Verband oder einer Mütze fixieren, damit nichts verrutscht. Nach einiger Zeit werden die Ohrenschmerzen gelindert.

Rezepte rund um die Zwiebel

Einfacher Zwiebelkuchen

Der Zwiebelkuchen ist ein herzhafter Kuchen, der nach seinem hauptsächlichen Belag, den Zwiebeln, benannt ist. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Zutaten für ein Blech:

Für den Teig:

  • 450 g Mehl
  • 220 ml Wasser
  • 50 g weiche Butter
  • 1 Pck.Trockenhefe
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Zucker
  • Mehl für die Arbeitsfläche

Für den Belag:

  • 800 g Zwiebeln
  • 200 g Speck
  • 1 EL Öl
  • 1 EL Butter
  • 3 Eier
  • 200 ml Sahne
  • 250 g Käse
  • Salz und Pfeffer
  • Muskat

Zubereitung:

Mehl, Hefe, Zucker und Salz in eine Schüssel geben. In die Mitte eine Mulde drücken und das kalte Wasser hineingeben. Die weiche Butter zufügen und alles zu einem Teig kneten. Den Teig ca. 30 Minuten ruhen lassen.

Später auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche in Backblechgröße ausrollen. Auf das Backblech legen und die Ränder nach oben andrücken.

Für den Belag Eier und Sahne mit einem Pürierstab verquirlen und mit Salz, Muskat und Pfeffer würzen.

Zwiebeln pellen, halbieren und in Streifen schneiden. Speck klein schneiden. Beides in einer Pfanne mit der Butter und dem Öl Farbe nehmen lassen. Den Topf vom Herd nehmen, die Eiermasse zufügen und unterrühren. Abschmecken und gegebenenfalls noch einmal nachwürzen.

Den Belag auf den Teig geben, Käse darüber streuen und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober-/Unterhtize ca. 30 min backen.

Zwiebelsuppe nach französischer Art

Eine französische Zwiebelsuppe wird oft mit Croutons oder einem größeren Stück Brot überbacken serviert wird, das mit darauf schwimmendem Käse bedeckt ist. Bildrechte: IMAGO / Zoonar

Zutaten für 4 Portionen:

  • 500 g Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 40 g Butter
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • 20 g Mehl
  • 1 Liter Fleischbrühe
  • ¼ Liter Weißwein
  • 100 g geriebener Hartkäse
  • 4 Scheiben Weißbrot oder Toastbrot

Zwiebeln in Ringe schneiden. Knoblauchzehen fein würfeln. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin hellgelb rösten. Mit Mehl bestäuben und unter Rühren 5 Minuten durchschwitzen lassen. Mit der Brühe und dem Weißwein auffüllen. Umrühren. 20 Minuten bei kleiner Wärmestufe kochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die entrindeten Weißbrotscheiben kräftig toasten und in eine feuerfeste Form legen. Die Suppe darauf gießen und mit dem geriebenen Käse bestreuen. Sofort in den vorgeheizten Ofen auf die obere Schiene stellen (230 Grad) und überbacken, bis der Käse goldbraun ist.

BRISANT/AOK/Chefkoch

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