Einbruch Juwelengarnituren aus Grünem Gewölbe in Dresden gestohlen

Vitrine von Juwelen-Ensembles im Grünen Gewölbe
Bildrechte: https://gruenes-gewoelbe.skd.museum/

Dutzende Polizeiwagen im Einsatz, das Gebäude umstellt: Bei einem Einbruch in das historische Grüne Gewölbe in Dresden sind drei Juwelengarnituren entwendet worden.

Großeinsatz der Polizei am Grünen Gewölbe

In einer Tiefgarage stehen Feuerwehrleute neben einer ausgebrannten Limousine. Sie war am 25.11.2019 in Brand geraten. Die Feuerwehr musste insgesamt vier Autos löschen. Ist unter den Autos auch das Fluchtfahrzeug der Kunsträuber des Grünen Gewölbes Dresden? Spekulationen dazu gibt es. Die Polizei Dresden ermittelt.
Etwa 15 Minuten nach dem Einbruch brannte in einer Tiefgarage im Stadtteil Mickten ein Auto. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang. Bildrechte: Roland Halkasch
In einer Tiefgarage stehen Feuerwehrleute neben einer ausgebrannten Limousine. Sie war am 25.11.2019 in Brand geraten. Die Feuerwehr musste insgesamt vier Autos löschen. Ist unter den Autos auch das Fluchtfahrzeug der Kunsträuber des Grünen Gewölbes Dresden? Spekulationen dazu gibt es. Die Polizei Dresden ermittelt.
Etwa 15 Minuten nach dem Einbruch brannte in einer Tiefgarage im Stadtteil Mickten ein Auto. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang. Bildrechte: Roland Halkasch
Ausgebrannter Audi wird von LKA sichergestellt
Hinweisen zufolge sind die Einbrecher mit einem Audi A6 vom Tatort geflüchtet. Ein baugleiches Fahrzeug wurde später in der Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Ausgebrannter Audi wird von LKA sichergestellt
Der Audi wurde von Kriminalisten untersucht und sichergestellt. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Feuerwehr beim Löschen am Terrassenufer
Fast zeitgleich brannte es in einem Stromverteilerkasten an der Baustelle Augustusbrücke, gleich neben dem Grünen Gewölbe. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Blick in Kabelschacht
Durch den Brand fiel die Straßenbeleuchtung aus. Auch hier prüft die Polizei einen Zusammenhang. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Feuerwehr beim Löschen am Terrassenufer
Die Feuerwehr löschte den Brand. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Sicherheitsmitarbeiter hängen schwarze Sichtschutzplanen vor die Fassade des Grünen Gewölbes in Dresden auf.
Am Nachmittag wurde der Tatort mit Sichtschutz verhängt. Bildrechte: Christian Essler
Ermittler vor dem Eingang der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Nach dem Kunstraub am Montagmorgen in Dresden ist die Spurensicherung im Einsatz. Das Museum ist geschlossen - möglicherweise öffnet es am Mittwoch wieder. Bildrechte: xcitepress/Christian Essler
Ermittler vor dem Eingang der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden
Die Polizei hat zunächst eine zehnköpfige Sonderkommission gebildet. Diese wurde inzwischen auf 20 Beamte aufgestockt. Bildrechte: xcitepress/Christian Essler
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Die Polizei ist seit dem Morgen mit einem Großaufgebot vor Ort. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Kriminaltechniker sichern Spuren. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Die Schadenshöhe ist noch unklar, wie die Polizei mitteilte. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Der Tatort wird penibel untersucht. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Dresdner Polizei haben für 13 Uhr eine Pressekonferenz im Residenzschloss angekündigt. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Der Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung. Bildrechte: xcitePRESS
Polizeieinsatz am Dresdner Grünen Gewölbe.
Nach den Tätern wird gefahndet. Bildrechte: xcitePRESS
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"Wir können es gar nicht in einem Wert auflösen"

Es seien eine Brillantengarnitur und zwei Diamantengarnituren gezielt aus einer Vitrine gestohlen worden, sagte die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, Marion Ackermann. Ob die drei Garnituren vollständig gestohlen wurden, könne sie noch nicht sagen, weil die Spurensicherung noch vor Ort sei. Ein genauer finanzieller Schaden lasse sich nicht beziffern, sagte Ackermann.

Wir können es gar nicht in einem Wert auflösen, da es unverkäuflich ist - es gibt keinen finanziellen Wert, mit dem wir arbeiten.

Marion Ackermann | Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen

Polizei: Täter gingen "zielgerichtet" vor

Die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden zählen zu den bedeutendsten Museen der Welt. Die Räume des Grünes Gewölbes sind streng gesichert. Dennoch ist in Dresdens Schatzkammer am frühen Montagmorgen eingebrochen worden. Der Einbruch betrifft den historischen Teil der wertvollen Sammlung. Nach Polizeiangaben gingen die Täter "zielgerichtet" auf die Vitrine mit den Schmuckstücken zu und zertrümmerten diese.

Blick in die Kunstsammlungen Dresden

Der Restaurator Rainer Richter hebt im Neuen Grünen Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Figur des Großmoguls Aureng-Zeb in seinen Miniaturhofstaat.
Der "Hofstaat zu Dheli am Geburtstag des Grossmoguls Aureng-Zeb" im Neuen Grünen Gewölbe. Diese 1700 bis 1708 von Johann Melchior Dinglinger und seinen Brüdern gefertigte Arbeit aus Gold, Silber, Emaille, Edelsteinen und Perlen gehört zu den bedeutendsten und wertvollsten Pretiosen der Welt. Bildrechte: dpa
Der Restaurator Rainer Richter hebt im Neuen Grünen Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Figur des Großmoguls Aureng-Zeb in seinen Miniaturhofstaat.
Der "Hofstaat zu Dheli am Geburtstag des Grossmoguls Aureng-Zeb" im Neuen Grünen Gewölbe. Diese 1700 bis 1708 von Johann Melchior Dinglinger und seinen Brüdern gefertigte Arbeit aus Gold, Silber, Emaille, Edelsteinen und Perlen gehört zu den bedeutendsten und wertvollsten Pretiosen der Welt. Bildrechte: dpa
Die emaillierten goldenen Wächter des Großmoguls Aureng Zeng stehen im Neuen Grünen Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Details aus dem Hofstaat von Dinglinger Bildrechte: dpa
Das "Goldene Kaffeezeug" von Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger aus dem Jahr 1701 steht während einer Vorbesichtigung im Neuen Grünen Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Residenzschloss unter dem Gemälde August des Starken, 1723 von Louis Silvestre gemalt.
Das "Goldene Kaffeezeug" von Hofjuwelier Johann Melchior Dinglinger aus dem Jahr 1701 ist ebenfalls im Neuen Grünen Gewölbe zu sehen. Bildrechte: dpa
Es zeigt einen grünen Diamanten mit weißen Handschuhen.
Gerade für eine Ausstellung nach New York ausgeliehen: der Grüne Diamant Bildrechte: dpa
Innenansicht des Grünen Gewölbes
Grünes Gewölbe Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Besucher im Silbervergoldeten Zimmer während der Wiedereröffnung des Grünen Gewölbes im Dresdner Schloss.
Grünes Gewölbe Bildrechte: IMAGO
Blick in das neugestaltete Münzkabinett
Münzkabinett Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen/Hans Christian Krass
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Stichwort: Grünes Gewölbe Die Räume des historischen Grünen Gewölbes, das seinen Namen durch die teils malachitgrüne Bemalung erhielt, entstanden bereits im 16. Jahrhundert. Ab 1723 baute sie der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke zur Schatzkammer aus. Im Zweiten Weltkrieg wurden das Residenzschloss und mit ihm Teile des berühmten Grünen Gewölbes weitgehend zerstört.

Stromzufuhr lahmgelegt?

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang mit einem Brand am Montagmorgen. Bereits gegen fünf Uhr früh soll demnach ein Stromkasten unter der Augustusbrücke in Brand gesetzt worden sein, um die Stromzufuhr der Kunstsammlungen lahmzulegen.

Spektakuläre Kunst-Diebstähle

Goldmünze 'Big Maple Leaf'
Münzen-Krimi im Bode-Museum 100 Kilo Gold wie zum Einschmelzen gemacht: Mitten in Berlin ist im März 2017 die kanadische "Big Maple Leaf", die zweitgrößte Goldmünze der Welt, aus einem Museum gestohlen worden. Sie war seit 2010 im Berliner Bode-Museum als Leihgabe eines Düsseldorfer Unternehmers zu sehen. Die Münze gilt als unverkäuflich. Der Materialwert beträgt 3,74 Millionen Euro. Seit Beginn dieses Jahres läuft der Prozess gegen drei Tatverdächtige vor dem Berliner Landgericht. Bildrechte: dpa
Goldmünze 'Big Maple Leaf'
Münzen-Krimi im Bode-Museum 100 Kilo Gold wie zum Einschmelzen gemacht: Mitten in Berlin ist im März 2017 die kanadische "Big Maple Leaf", die zweitgrößte Goldmünze der Welt, aus einem Museum gestohlen worden. Sie war seit 2010 im Berliner Bode-Museum als Leihgabe eines Düsseldorfer Unternehmers zu sehen. Die Münze gilt als unverkäuflich. Der Materialwert beträgt 3,74 Millionen Euro. Seit Beginn dieses Jahres läuft der Prozess gegen drei Tatverdächtige vor dem Berliner Landgericht. Bildrechte: dpa
Petro Poroshenko und Dario Franceschini schütteln sich die Hand, im Hintergrund verschiedene Gemälde
Gemälde aus Museum Castelvecchio in Verona geklaut Dieser Raub war der Auftrag eines reichen Russen. Drei bewaffnete Männer stürmten im November 2015 das Museum Castelvecchio in Verona, stahlen 17 Gemälde von Rubens, Tintoretto, Bellini u.a. Monate später kommt es zu Verhaftungen und auch die Bilder tauchen wieder auf. Ihr Wert wird auf bis zu 16 Millionen Euro geschätzt. Bildrechte: dpa
Journalisten sind vor dem Museum of Modern Art der Stadt Paris in Paris zu sehen.
Fünf Meisterwerke der Malerei im Müll gelandet? Jahrhundertraub im Pariser Museum für Moderne Kunst im Mai 2010: Der vorbestrafte Dieb Vjeran Tomic stieg durch ein Fenster ein, schnitt fünf Gemälde von Picasso, Matisse, Braque, Léger und Modigliani aus den Rahmen und verschwand. Gesamtwert: 100 Millionen Euro! Tomic übergab die Kunstwerke einem Kunsthändler, der sie an den Uhrmacher Yonathan Birn weitergab. Der wollte die Bilder angeblich in Israel verkaufen, was ihm nicht gelang. Deshalb habe er sie zerstört und in den Müll geworfen, behauptete Birn vor Gericht. Tomic wurde von einem Saufkumpanen verraten, verhaftet und zu acht Jahren Haft verurteilt. Bildrechte: dpa
Gemälde - Der Schrei- von Edvard Munch
Munchs "Der Schrei" gleich zwei Mal geklaut Zwei maskierte bewaffnete Männer stürmten im August 2004 in das Osloer Edvard-Munch-Museum, bedrohten eine Wärterin und rissen die weltberühmten Gemälde "Der Schrei" und "Madonna" von der Wand. Der Schätzwert damals: 75 Millionen Euro.
Zehn Jahre zuvor war der "Schrei" schon einmal gestohlen worden, nach drei Monaten aber wieder aufgetaucht. Nach dem zweiten Diebstahl dauerte es zwei Jahre, bis die Gemälde mit Schrammen, Löchern und Wasserflecken gefunden wurden. Sie konnten jedoch restauriert werden. Die Kunsträuber wurden gefasst und zu langen Haftstrafen verurteilt.
Bildrechte: dpa
Mona Lisa
Als Mona Lisas Lachen verschwand Der wohl bekannteste Kunstraub war für den Dieb Vincenzo Peruggia ein Kinderspiel. Im August 1911 ließ sich der italienische Glaser nachts im Pariser Louvre einsperren. Am Morgen spazierte er mit da Vincis "Mona Lisa" davon. Er hatte das Bild einfach abgehängt und unter einem Arbeitskittel versteckt. Erst zwei Jahre später wurde Peruggia verhaftet. Das Gemälde kehrte in den Louvre zurück. Bildrechte: imago/Aton Chile
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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. November 2019 | 17:15 Uhr

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