Tod durch Ertrinken Regeln und Tipps - Was tun gegen Badeunfälle?

Temperaturen jenseits der 30°C-Marke und Sonne satt: Das zieht zahlreiche Badelustige ans Wasser. Doch ausgebildete Bademeister sind "Mangelware". Allein im vergangenen Jahr sind mindestens 417 Menschen beim Baden ertrunken. Wie kann man dem vorbeugen?

Familie plantscht in der Donau, 2017
Baden Sie nur an bewachten Stellen! Bildrechte: imago images / imagebroker

Ertrinken - der leise Tod

Kaum ist der Sommer so richtig da, erleben Freibäder, Baggerseen und andere Badegewässer einen wahren Ansturm. Doch bei allem Spaß im kühlen Nass: Beim Baden ist Vorsicht geboten! Vor allem Kinder sollten - auch wenn sie schwimmen können - niemals unbeaufsichtigt ins Wasser gelassen werden. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) warnt vor Übermut und Selbstüberschätzung beim Baden. Der Grund: Jedes Jahr ertrinken Hunderte Menschen in deutschen Gewässern.

Wie viele Menschen ertrinken in Deutschland?

Im vergangenen Supersommer 2019 ertranken mindestens 417 Menschen beim Baden. Das sind 17 Prozent weniger als 2018.

Wo ist das Risiko am höchsten?

An unbewachten Binnengewässern (Seen, Teichen und Flüssen) kamen im vergangenen Jahr 362 Menschen ums Leben, das waren 87 Prozent aller Opfer. An von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen und in Schwimmbädern ist es zu deutlich weniger Vorfällen gekommen.

Was ist insbesondere bei Kindern zu beachten?

Wasser zieht Kinder magisch an. Eltern sollten sie daher nie aus den Augen lassen. Das gilt übrigens auch für den flachen Gartenteich. Kleine Kinder können bereits im wenige Zentimeter tiefem Wasser ertrinken. Auch Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Wenn ein Kind im Wasser in Not gerät, ist das für Außenstehende mitunter schwer zu erkennen, warnt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder. Denn: Kinder ertrinken "leise".

Was sind die häufigsten Ursachen für Ertrinken?

Übermut, mangelnde Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Alkohol und die Unkenntnis möglicher Gefahren führen der DLRG zufolge am häufigsten zum Ertrinken - vor allem bei Männern. Vier von fünf Todesopfern sind männlich.

Darf ich erhitzt ins Wasser springen?

Das sollte vermieden werden. Manche Gewässer sind immer noch recht kühl. Ein Sprung ins Nass kann zu Unterkühlung und Krämpfen führen. Der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser kann auch den Kreislauf belasten und vor allem für ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Herz-Kreislauf-System gefährlich sein. Schwimmer sollten langsam ins Wasser gehen und den Körper ans kalte Wasser gewöhnen. Sobald man friert, heißt es: Raus aus dem kühlen Nass!

Was ist bei der Wahl einer Badestelle zu beachten?

Unbekannte Gewässer bergen Gefahren. Deshalb nie übermütig in einen See springen. Die DLRG empfiehlt, nur an bewachten Badestellen schwimmen zu gehen und die Warnhinweise zu beachten. Eine rote Flagge am Meer bedeutet striktes Badeverbot. Im Sommer wird dies immer wieder ignoriert.

Bei Wellengang entsteht eine Strömung, die staubsaugerartig ins offene Meer zurückzieht. Dies ist vor allem für Kinder im flachen Wasser gefährlich, weil sie leicht umgerissen werden können.

Kann auch in Flüssen gebadet werden?

Generell ist es nicht verboten. Gefahr besteht allerdings durch gefährliche Strömungen, die an der Wasseroberfläche oft kaum erkennbar sind, durch den Schiffsverkehr, Brückenpfeiler oder Buhnen. Größere Flüsse sind kein geeigneter Badeort für Kinder und ungeübte Schwimmer.

Wie leiste ich Erste Hilfe?

Bei Atemstillstand ist sofort mit der Mund-zu-Mund-Beatmung zu beginnen. Bei Herzstillstand sollte gleichzeitig eine Herzmassage erfolgen. Versuchen Sie auf keinen Fall, Wasser aus Lungen oder Magen zu entfernen. Das bringt nichts und kostet wertvolle Zeit.

Ein Mädchen und ein Junge mit Taucherbrille am Rand eines Schwimmbeckens
Machen Sie Ihre Kinder frühzeitig mit den geltenden Baderegeln vertraut! Bildrechte: Colourbox.de

Weitere Baderegeln der DLRG

  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich.
  • Bade nicht, wo Schiffe und Boote fahren.
  • Auch wenn es Spaß macht: Tauche andere nicht unter.
  • Wer nicht schwimmen kann, darf nur bis zum Bauch ins Wasser.
  • Luftmatratze, Autoschlauch oder aufblasbares Spielzeug bieten keine Sicherheit.
  • Gefährde niemanden beim Sprung ins Wasser.
  • Bei Gefahr sofort Hilfe rufen.
  • Halte das Wasser und seine Umgebung sauber. Abfälle gehören in den Mülleimer.



(Quelle: DLRG.de)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. August 2020 | 17:15 Uhr

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