Coronavirus Reisewarnung für Teile Spaniens: Was muss ich beachten?

In Spanien, dem beliebtesten Reiseziel der Deutschen, steigen die Corona-Infektionen. Daher warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in bestimmte Regionen. BRISANT sagt, welche das sind und was Sie beachten sollten. Außerdem: Gelten auf dem Festland andere Regeln für einen Urlaub als auf Mallorca, Teneriffa oder Gran Canaria?

15.07.2020, Spanien, Palma De Mallorca: Touristen sitzen auf der Terrasse einer Bar im Ferienort Magaluf in der Stadt Punta Ballena.
Party ist in diesem Sommer nur auf Abstand möglich. Bildrechte: dpa

Reisewarnung für Aragón, Navarra und Katalonien

Das Robert-Koch-Institut stuft drei Gebiete in Spanien als Risikogebiete ein! Daher hat das Auswärtige Amt veine Reisewarnung für Aragón, Navarra und Katalonien ausgesprochen. Das betrifft auch die beliebten Touristenziele Barcelona und die Costa Brava, die beide in Katalonien liegen. Von Urlaub in diesen Regionen wird also dringend abgeraten!

Für Urlauber, die sich derzeit dort aufhalten, bedeutet das eine 14-tägige Quarantäne bei Rückkehr oder einen Test auf Sars-CoV-2, der negativ ausfällt!

Discos, Clubs und Bars schließen spätestens um Mitternacht. Mehr als zehn Menschen dürfen sich nicht treffen - das gilt übrigens auch für die Hauptstadt Madrid! Die spanische Gesundheitsbehörde empfiehlt, die Stadt Zaragoza in der Provinz Aragón nicht zu verlassen oder dorthin zu reisen.

Urlauber sollten die aktuellen Nachrichten verfolgen, denn wie schnell sich Regeln ändern können, mussten britische Reisende erst kürzlich erfahren.

Denn Großbritannien hat Spanien hinsichtlich der Corona-Pandemie wieder auf die Liste der unsicheren Länder gesetzt. Tausende Briten müssen daher nach ihrem Sommerurlaub in Spanien in eine zweiwöchige Quarantäne!

Das Auswärtige Amt rät deutschen Rückkehrern, sich nach einem Aufenthalt in Aragón, Katalonien oder Navarra auf Covid-19 testen zu lassen.

In einer langen Schlange warten Menschen auf Einlass zu einem Strand, der wegen Überfüllung von der Polizei gesperrt wurde.
Schlangestehen am Strand von Barcelona. Bildrechte: dpa

Darf ich den Urlaub jetzt stornieren?

Für eine Stornierung muss ein "unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstand" vorliegen. Eine amtliche Reisewarnung ist so ein Fall.

Sie können Ihre Pauschalreise daher kostenfrei absagen. Im Gesetz ist geregelt, dass Sie innerhalb von 14 Tagen ihr Geld zurückbekommen. Sagt Ihr Veranstalter die Pauschalreise von sich aus ab, bekommen Sie ebenfalls Ihre Kosten erstattet.

Von sich aus können Sie eine Individualreise nur dann kostenfrei stornieren, wenn eine Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Zum Beispiel, wenn das gebuchte Hotel in einer Region liegt, für welche die Behörden ein generelles Einreiseverbot ausgesprochen haben oder der Flughafen nicht angeflogen werden kann.

Haben Sie eine Ferienwohnung oder ein Hotel direkt im Ausland gebucht, gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters. Wenden Sie sich am besten direkt an ihn.

Bei Einreise: Temperatur messen ist Pflicht

Bei allen Einreisenden auf Flughäfen oder Seehäfen wird die Temperatur gemessen. Wer mehr als 37,5 Grad warm ist oder andere körperliche Auffälligkeiten zeigt, muss mit einer eingehenderen Untersuchung rechnen.

Übrigens: Auch wenn Kreuzahrtschiffe noch nicht wieder anlegen dürfen, gibt es Fährverbindungen!

Anreise mit dem Flugzeug: Nur mit QR-Code

Jeder Fluggast muss 48 Stunden vor Anreise nach Spanien ein Formular ausfüllen. Einfacher geht es mit der kostenfreien App "Spain Travel Health SpTH". Ähnlich wie bei der Reise nach Griechenland bekommt der Reisende einen QR-Code zugeschickt, den er bei der Gesundheitskontrolle am Zielflughafen vorlegen muss. Das geht entweder auf dem Handy oder ausgedruckt auf Papier - letzteres aber nur bis zum 31. Juli.

Anhand dieses Codes bzw. der gegebenen Antworten (die genauen Kriterien sind unbekannt) wird entschieden, ob vereinzelte Einreisende auf Covid-19 getestet werden. 

Blick auf das Häusermeer von Barcelona mit der Kathedrale Sagrada Familia im Hintergrund
Barcelona mit der Kathedrale Sagrada Familia Bildrechte: dpa

Maskenpflicht in ganz Spanien

Im ganzen Land gilt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossen Räumen, also beim einkaufen oder im Museum.

Wenn der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann - etwa an vollen Strandpromenaden oder in Fußgängerzonen - muss der Reisende auch im Freien eine Maske tragen.

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren, ebenso Personen, die unter Atemnot leiden oder aus anderen medizinischen Gründen durch eine Maske beeinträchtigt wären. Beim Essen oder Trinken darf die Maske natürlich abgenommen werden.

Strenger geht es in der Region Katalonien (Barcelona!) und auf Mallorca zu: Dort muss man immer den Mund- und Nasen-Schutz tragen.

Wichtig: In Spanien reicht es nicht, einen Schal oder ein Tuch über Mund und Nase zu ziehen, Masken sind verpflichtend. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro rechnen!

Ein Mann und eine Frau mit Maske an einem Strand
Maskenpflicht auch im Freien gilt auf Mallorca und in Katalonien. Bildrechte: imago images/Chris Emil Janßen

Was gilt am Hotel und am Strand?

Jedes Hotel oder Resort hat seine eigenen Sicherheits- und Hygienevorschriften. Über diese informiert die jeweilige Unterkunft. In Restaurants gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen. Speisekarten gibt es nicht, ebenso keine Selbstbedienungsbuffets.

Am Pool ist die Anzahl der Besucher entsprechend der Zahl an Liegestühlen begrenzt. Und die stehen bis zu zwei Meter auseinander.

Am Strand gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern. Sport ist nur einzeln oder paarweise gestattet. Liegen oder Hängematten müssen nach dem Gebrauch desinfiziert werden. Rettungsschwimmer und Polizei kontrollieren das Treiben der Badegäste am Strand.

Jeder Landstrich hat seine eigenen Regeln für den Strandbesuch aufgestellt. Sogar ob bei einem Spaziergang eine Maske getragen werden muss oder nicht, sollten Sie unbedingt vor Ort erfragen.

So ist in Benidorm an der Costa Blanca in Alicante ein Termin zum Baden nötig! Es gibt spezielle Bereiche für Senioren und Liege-Vermietungen.

Urlauber entspannen sich am Plaja-de-Muro-Strand auf Mallorca
Viel Platz für sich - auch mal schön. Bildrechte: dpa

Was ist, wenn ich mich mit Corona infiziere?

Am besten wenden Sie sich an die Rezeption Ihres Hotels, die wissen, was zu tun ist. Denn dann muss die zuständige regionale Gesundheitsbehörde informiert werden. Besteht ein Verdacht auf eine Corona-Infektion, werden Sie in Quarantäne gebracht, damit Sie auf keinen Fall andere Gäste infizieren können.

Sind Sie als Individual- oder Rucksacktourist unterwegs, isolieren Sie sich und bleiben Sie 14 Tage in einem Einzelzimmer.

Blick vom Meer auf Playa de Duque auf Teneriffa
Traumhaft: Blick auf Playa de Duque auf Teneriffa Bildrechte: colourbox

Was gilt auf den Balearen und Kanaren?

Der Flugverkehr zwischen Deutschland und den spanischen Inseln läuft erst langsam wieder an. Erst im Laufe des Julis gibt es wieder viele Verbindungen.

Die Kanaren begrenzen die Besucherzahl an den Stränden. Vier Quadratmeter hat jeder Badende für sich allein. Ebenso wird die Zeit des Aufenthalts und der Zutritt zu einigen beliebten Stränden begrenzt, um sicherzustellen, dass der notwendige Abstand eingehalten wird. Auch auf Partys muss der Tourist in dieser Saison verzichten.

Medienberichten zufolge plant die kanarische Regionalregierung die Einführung einer App. Damit wären Urlauber mit den örtlichen Gesundheitsbehörden vernetzt, die den Nutzern wichtige Informationen schicken könnten. Denn die kanarischen Inseln gehören weltweit zu den am wenigsten von der Corona-Pandemie heimgesuchten Gebieten. Und das soll auch mit dem zunehmenden Tourismus so bleiben.

Erste Urlauber auf Mallorca in Quarantäne

Mallorca hat zwar die Beschränkung der Touristenzahl aufgehoben, aber dafür das Nachtleben stark eingeschränkt. Party am Ballermann wird es 2020 nicht geben. Bis zum 15. September - und damit bis zum Ende der Saison - bleiben Bier- und Schinkenstraße an der Playa de Palma dicht! Außerdem gilt eine verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Raum, etwa auf der Strandpromenade! Am Strand selber darf man den Mundschutz abnehmen.

Am 31. Juli mussten Urlauber auf Mallorca erstmals wegen einer Corona-Infektion in Quarantäne. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen ist nichts bekannt. Es soll sich Medienberichten zufolge um zehn Menschen handeln.

Die Urlauber seien in dem von der Regionalregierung eigens für Quarantäne-Maßnahmen angemieteten Hotel "Morlans Garden" in der Stadt Peguera knapp 25 Kilometer westlich von Palma de Mallorca untergebracht worden, hieß es von Behördenseite. Die Regionalregierung übernehme alle Kosten für Unterbringung und Verpflegung, aber nicht möglicherweise anfallende Kosten für eine medizinische Behandlung.

Alle zehn sollen nur leichte oder gar keine Krankheitssymptome aufweisen.

Gartenreise Teneriffa: Impressionen einer faszinierenden Insel

Der Berg Teide auf Teneriffa
Der Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg sowohl der Insel als auch des gesamten spanischen Staatsgebietes. Der Vulkan findet sich auch im Inselwappen wieder.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Der Berg Teide auf Teneriffa
Der Teide ist mit 3.715 Metern der höchste Berg sowohl der Insel als auch des gesamten spanischen Staatsgebietes. Der Vulkan findet sich auch im Inselwappen wieder.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
KLeinstadt Icod de los Vinos auf Teneriffa
Icod de los Vinos ist eine Kleinstadt an der Küste. Ihren besonderen Charme macht das historische Zentrum aus.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Drachenbaum
Die größte Attraktion von Icod de los Vinos ist der sogenannte Drachenbaum, der drago milenario. Tausend Jahre, wie sein spanischer Name andeutet, ist er zwar nicht alt, aber darum nicht minder beeindruckend.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Detail Drachenbaum
Die kanarischen Drachenbäume (Dracaena draco) gehören zur Gattung der Spargelgewächse und sind mit der Agave verwandt. Die Bäume sondern ein Harz ab, das zu Heilzwecken benutzt werden kann.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Blick auf La Orotava
Blick auf La Orotava vom Victoria Garten aus. Die Stadt im Norden der Insel ist ein wichtiges Kulturzentrum. Sie liegt im Orotava-Tal, das mit seiner Schönheit schon den Naturforscher Alexander von Humboldt beeindruckte. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Christusdorn
Neben dem Eingang zum Victoria Garten wächst ein Christusdorn. Auf den Kanaren erreicht die bei uns als Zimmergewächs bekannte Pflanze Baumgröße. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Rosa Blüten
Blühende Pracht im Victoria Garten von La Orotava. Der Terrassengarten hat einen Höhenunterschied zwischen der untersten und der obersten Ebene von mehr als zwanzig Metern. Die Gartenanlage ist stufenförmig gestaltet und besitzt einige Brunnen mit Wasserspielen und unzählige farbenprächtige Blumen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Palmfrüchte
Die Samenstände der kanarischen Dattelpalme (Phoenix canariensis). Das Natursymbol der Kanarischen Inseln wird zwischen acht und 18 Meter groß. Die Früchte werden vor allem als Futter für Ziegen und Schweine genutzt. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Papayabaum
Auch die ursprünglich aus Lateinamerika stammende Papaya gedeiht auf den Kanaren. Ihre Kulturform wird mittlerweile in den Tropen und Subtropen kultiviert. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Strelitzie
Strelitzien, auch Paradiesvogelblume genannt, wachsen an vielen Orten der Insel. Ursprünglich stammen sie aus dem südlichen Afrika und sind mit der Banane verwandt.
Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Palmblatt
Licht und Schatten führen ein wunderbares Schauspiel auf diesen Palmblättern auf. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Alle (11) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 20. Oktober 2019 | 08:30 Uhr

Mehr zum Thema Urlaub

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. Juli 2020 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren