Lkws nach Unfall auf Standstreifen, Bremsspuren und Stau auf Straße
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Reportage Unfallschwerpunkt A2: Es kracht drei bis vier Mal täglich!

BRISANT | 28.09.2018 | 17:15 Uhr

Auf der Autobahn 2 in Sachsen-Anhalt sind Kollisionen alltäglich, sie gilt sogar als Unfallschwerpunkt im Land. Zehn Menschen sind 2017 gestorben. Ursachen gibt es dafür zuhauf.

Lkws nach Unfall auf Standstreifen, Bremsspuren und Stau auf Straße
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die Autobahn 2 ist eine der Hauptverkehrsadern – und ein Unfallschwerpunkt im Land. Täglich kracht es im Durchschnitt drei bis vier Mal. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik der Autobahnpolizei Börde hervor. Allein im vergangenen Jahr haben demnach zehn Menschen alleine auf dem 84 Kilometer langen Teilstück in Sachsen-Anhalt ihr Leben verloren.

Autobahn 2: Unfallschwerpunkt in Sachsen-Anhalt
Länge 84,5 Kilometer zwischen Brandenburg und Niedersachsen  
Verkehrsbelastung 2017 24,2 Millionen Fahrzeuge (+3,7 Prozent seit 2013)  
Verkehrsunfälle 2017 1.353 (+13,3 Prozent seit 2015)  

Jedes Mal auf's Neue erschreckend

Einer, der die Gefahren auf der A2 kennt wie kaum ein anderer, ist Peter Wendeburg. Seit 40 Jahren fährt er Lkw. Schwere Unfälle sieht er auf der Autobahn häufig. Erschreckend ist es jedes Mal aufs Neue, sagt er.

Ein Lkw-Fahrer in seinem Führerhaus
Lkw-Fahrer Peter Wendefurth Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das schockt mich so. Immer, wenn so etwas passiert, ist das ein Elend. […] Das sind Kräfte die da walten, da sind wir Menschen überhaupt nichts.

Peter Wendeburg, Lkw-Fahrer

Zu schnell, zu wenig Abstand

Laut Statistik zählen neben Geschwindigkeitsverstößen zu geringe Abstände zu den häufigsten Unfallursachen auf der A2. Außerdem führen gefährliche Überholvorgänge oder technische Mängel an Fahrzeugen oft zu Kollisionen.

Eine Polizistin an einer Autobahn im Interview
Polizeioberkommissarin Doreen Günther Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Unfallgeschehen ist ein komplexer Sachverhalt. Da spielen viele Faktoren mit rein. Wir haben einmal den Faktor Mensch. Dann haben wir die hohe Verkehrsbelastung auf der A2. Und die hohen Geschwindigkeiten, die hier gefahren werden.

Polizeioberkommissarin Doreen Günther | Autobahnpolizei Börde

Baustellen als besonders große Gefahr

Lkw-Fahrer Peter Wendeburg ärgert sich vor allem über die vielen Baustellen auf der A2. Dort kann es besonders gefährlich werden. "Wenn wir auf die Baustellen zukommen, ist es meistens so: Überholverbot, Geschwindigkeitslimit. Du musst Abstand halten. Jetzt rennen die drauf zu. Und vorne – ist ja ganz klar – geht's von drei Spuren auf zwei oder von zwei auf eine." Er und auch andere seiner Lkw-Kollegen können nicht nachvollziehen, warum schon weit vor den Baustellen auf Tempo 60 abgebremst werden muss. Dadurch staue es sich noch mehr auf, sagt einer seiner Kollegen. "Wären das 80, würde das besser durchlaufen, auch durch die Baustellen", sagt ein anderer.

Assistenzsysteme helfen

Um schwere Unfälle zu vermeiden, sind die meisten Lkw mit moderner Technik ausgestattet. So auch der Lkw von Peter Wendeburg: "Ich bin froh, dass ich in diesem Lkw all diese Systeme habe – Tempomat, Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurwechselassistent und und und." Allerdings: Nur 30 Prozent der Lkw in Europa haben solche Assistenzsysteme im Cockpit! Lkw-Fahrer und Autobahnpolizei sind sich einig: Um schwere Unfälle zu vermeiden, muss an dieser Stelle nachgebessert werden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. September 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2018, 15:58 Uhr

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