Verunstaltetes Marienbildnis Erneute Kunst-Katastrophe in Spanien: Restauration will gelernt sein!

Mit seinen Restauratoren scheint Spanien wahrlich kein Glück zu haben. Nachdem das Jesusbildnis "Ecce Homo" der Wallfahrtskirche Santuario de Misericordia nahe Borja der Restaurationswut einer alten Dame zum Opfer gefallen ist, hat jetzt ein angeblicher Restaurator auf ganzer Linie versagt. Ob nun auch sein Machwerk die Besucherströme anziehen wird?

Marienbildnis
Zerstörung statt Restaurierung: Kopie eines Gemäldes des Barockmalers Bartolomé Esteban Murillo Bildrechte: dpa

Da hat sich wohl jemand ganz gewaltig überschätzt ... An einer wertvollen Kopie eines Marienbildnisses des berühmten Barockmalers Bartolomé Esteban Murillo hatte der Zahn der Zeit genagt. Um es im alten Glanz neu erstrahlen zu lassen, ist ein angeblicher Restaurator beauftragt worden, das Werk zu überarbeiten.

Marienbildnis
Das Original und die zwei Versionen der missglückten Restaurierung Bildrechte: dpa

Der zweite Versuch wird nicht besser ...

Zufrieden war der Auftraggeber, ein spendabler Privatsammler, mit dem Ergebnis nicht. Dennoch bekam der "Fachmann" eine zweite Chance - und einen Vorschuss von satten 1.200 Euro. Eindeutig zu viel! Denn das eigentliche Bild ist trotz "Nachbesserung" nicht wiederzuerkennen. Jetzt sollen richtige Experten die Kunst-Katastrophe retten. Doch die Erfolgsaussichten sind gering.

Durch "Restauration" zerstört: Kunstwerke in Spanien

Restaurieren will gelernt sein. Bereits zum zweiten Mal hat Spanien wertvolle Kunst verloren, nachdem ein angeblicher Restaurator das Werk in neuem Glanz erstrahlen lassen wollte.

Marienbildnis
So sieht sie nach dem zweiten Versuch eines angeblichen Restaurators aus: die wertvolle Kopie eines Marienbildnisses des Barockmalers Bartolomé Esteban Murillo. Bildrechte: dpa
Marienbildnis
So sieht sie nach dem zweiten Versuch eines angeblichen Restaurators aus: die wertvolle Kopie eines Marienbildnisses des Barockmalers Bartolomé Esteban Murillo. Bildrechte: dpa
Marienbildnis
In Spanien hat dieser Kunst-Fauxpas für zahlreiche Lacher gesorgt. Kunst-Kenner sind verärgert. Bildrechte: dpa
Marienbildnis
Obgleich er sein Handwerk eindeutig nicht zu verstehen scheint, wurde dem angeblichen Restaurator ein zweiter Versuch gestattet, das Werk im alten Glanz erstrahlen zu lassen. Bildrechte: dpa
Jesusbildnis
Einen ähnlichen Vorfall gab es bereits im Jahr 2012. Damals hatte eine Rentnerin in Eigeninitiative versucht, das Fresko in der Wallfahrtskirche ihres Heimatdorfes Borja zu restaurieren. Bildrechte: dpa
Ein Mann und eine Frau
Ihr Machwerk hat es mittlerweile zur Berühmtheit gebracht. Touristen können es, auf Tassen und T-Shirts gedruckt, als Souvenir mit nach Hause nehmen. Bildrechte: dpa
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"Ecce mono" von Borja wird zum Touristen-Magnet

In Spanien ist man dergleichen gewohnt. Bereits im Jahr 2012 hatte sich Cecilia Gimenez, eine pinselfreudige Rentnerin, in Eigeninitative an die "Restaurierung" eines Jesus-Freskos in der Wallfahrtskirche von Borja bei Saragossa gemacht. Beauftragt worden war sie nicht. Mit viel Mühe hatte die betagte Dame den "Ecce homo" des Künstlers Elías García Martínez in einen "Ecce mono", ein Äffchen, verwandelt.

Ein Mann und eine Frau
Andrew Flack (links) hat über Cecilia Gimenez' (rechts) Restaurierungs-Versuch eine Oper geschrieben. Bildrechte: dpa

Heute ist Gimenez stolz auf ihre Arbeit. Denn nach viel Schimpf und Schande ist das von der 80-Jährigen verunstaltete Werk nicht nur ein Touristenmagnet, sondern auch Vorlage für eine Oper geworden. Der "Ecce mono" wird, auf Tassen und Shirts gedruckt, an Touristen verkauft.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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