Spanien, Portugal, Niederlande Urlaub im Hochinzidenzgebiet - was gilt nach der Rückkehr nach Deutschland?

Mit Spanien, Portugal und den Niederlanden sind bereits drei bei deutschen Urlaubern beliebte Reiseziele als sogenannte Hochinzidenzgebiete eingestuft. Zwar warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die betroffenen Länder, doch urlauben kann man dort trotzdem. Welche Formulare gilt es vor der Heimreise nach Deutschland auszufüllen, was gilt für mitreisende Kinder, wer muss nach der Ankunft in Deutschland in Quarantäne - und wer kann sie umgehen? Ein Überblick.

Swimmingpool mit Palmen, Hotelanlage in Santa Cruz, anfliegendes Condor Flugzeug
Wer in einem Hochinzidengebiet urlaubt und weder geimpft noch genesen ist, muss nach der Rückkehr nach Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Bildrechte: imago images / imagebroker

Mit Spanien und den Niederlanden hat die Bundesregierung zwei weitere beliebte Urlaubsländer als sogenannte Hochinzidenzgebiete eingestuft. Von nicht notwendigen touristischen Reisen rät das Auswärtige Amt ab. Ein Reiseverbot ist das jedoch nicht. Wer den Urlaub nicht ungenutzt verfallen lassen möchte oder nicht stornieren kann, darf seine Reise - auf eigene Verantwortung - antreten. Nur mit einer Rückholaktion seitens der Bundesregierung sollten die Reisenden nicht rechnen.

Rückkehr ohne Quarantäne für Geimpfte und Genesene

Wer sich in einem Hochinzidenzgebiet aufgehalten hat, muss bei der Einreise nach Deutschland nachweisen, dass er vollständig geimpft, von einer Coronainfektion genesen oder negativ auf das Coronavirus getestet worden ist - auch Kinder ab sechs Jahren sind dazu verpflichtet. Zudem müssen sich alle Reisenden ab einem Alter von sechs Jahren vor der Rückkehr online registrieren. Dafür gibt es ein Online-Formular auf einreiseanmeldung.de.

Wann darf man die Quarantäne frühestens beenden?

Wer "nur" negativ getestet ist - also weder vollständig geimpft noch genesen - muss anschließend für zehn Tage in Quarantäne. Frühestens nach fünf Tagen kann man einen erneuten Antigen- oder PCR-Test machen. Ist der dann negativ, darf die Quarantäne vorzeitig beendet werden.

Ein Mund- und Nasenschutz liegt in einer Grundschule auf einer Federmappe
Die Quarantäne-Pflicht nach der Rückreise aus einem Hochinzidenzgebiet gilt auch für Kinder. Bildrechte: dpa

Quarantäne-Pflicht gilt auch für Kinder

Wer mit einem weder geimpften noch genesenen Kind in Portugal, Spanien oder den Niederlanden urlaubt, muss sich darauf einstellen, dass das Kind danach zehn Tage in Quarantäne verbringen muss, auch dann, wenn beide Elternteile vollständig geimpft sind. Ein negatives Testergebnis kann die Quarantäne ab dem fünften Tag nach Reiserückkehr beenden. Schule oder Kita dürfen in der Quarantäne-Zeit nicht besucht werden. Von der Testpflicht bei der Einreise sind lediglich Kinder unter sechs Jahren ausgenommen, nicht jedoch von der Quarantänepflicht.

ACHTUNG: Das Kind nach den Sommerferien nicht pünktlich zum Unterricht zu schicken ist kein Kavaliersdelikt. Wer die Schulpflicht wissentlich umgeht, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen.

Urlaub oder Gehalt opfern: Quarantäne nach Urlaub meist auf eigene Kosten

Auch Erwachsene, denen der Impf- oder Genesenen-Nachweis fehlt, dürfen nach einem Urlaub in einem Hochinzidenzgebiet nicht direkt zur Arbeit gehen. Glück hat, wer im Homeoffice arbeiten kann.

Alternativ muss der Urlaub verlängert - oder unbezahlter Urlaub genommen werden. Das kann man nur vermeiden, wenn die Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet während des Urlaubs erfolgt ist. Dann übernimmt der Staat den finanziellen Ausgleich für die Quarantäne. Das sind 67 Prozent des letzten Netto-Einkommens und maximal 2.016 Euro. Ausgezahlt wird das Geld vom Arbeitgeber.

Hat man sich trotz Reisewarnung auf den Weg gemacht, muss man das finanzielle Risiko selber tragen.

Kinderkrankengeld höher als Quarantäne-Entschädigung

Aufatmen können Eltern, die geimpft oder genesen sind, aber wegen ihrer quarantänepflichtigen Kinder unter zwölf Jahren zu Hause bleiben müssen. Die haben nämlich Anspruch auf Kinderkrankengeld. Das fällt mit etwa 90 Prozent des Nettoeinkommens etwas höher aus als die Quarantäne-Entschädigung.

Außerdem spielt es beim Kinderkrankengeld keine Rolle, ob man wissentlich oder unwissentlich in ein Hochinzidenzgebiet gefahren ist.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Juli 2021 | 17:15 Uhr

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