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Aktuell müsste es eher "Schafswärme" statt "Schafskälte" heißen. Bildrechte: Colourbox.de

BauernregelWetter im Juni: Von wegen Schafskälte!

Stand: 05. Juni 2023, 17:41 Uhr

Sommerwetter statt frostiger Temperaturen - die Schafskälte fällt 2023 in Deutschland offenbar aus! Der Kälteeinbruch im Juni entspringt einer Bauernregel, von der wir in diesem Jahr anscheinend verschont bleiben.

Im Mai gibt es die Eisheiligen, im Juni die Schafskälte - beides sind "meteorologische Singularitäten". Sie treten immer mal wieder auf, können aber auch ausbleiben. So wie offenbar in diesem Jahr. Statt Kälte dürfen wir in Deutschland Sonne satt und angenehm sommerliche Temperaturen genießen.

Was hat die Schafskälte mit Schafen zu tun?

Früher wurden die Schafe meist im späten Juni geschoren, damit sie nicht frieren, heißt es. Denn zwischen dem 4. und 20. Juni strömt immer mal wieder kalte Polarluft aus Nordeuropa nach Deutschland. Dann spricht man von der Schafskälte. Tatsächlich warteten viele Schäfer wohl auch mit der Schur, weil ihre Tiere bis Juni ein dichtes Unterfell gebildet hatten, was höheren Umsatz brachte.

Die Schafskälte bringt kalte Polarluft nach Deutschland. Bildrechte: imago/blickwinkel

Während dieser zwei Wochen im Juni kann es durch einfließende Polarluft kalt und feucht werden. Im Alpenraum droht dann sogar Schnee. Statistisch liegt die Wahrscheinlichkeit für kaltes und wechselhaftes Wetter im Juni bei 61 Prozent. Wegen des Klimawandels nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Kaltperiode im Frühsommer außerdem immer mehr ab.

Entkommen wir der Schafskälte bis Ende Juni?

Diese Frage brennt wohl allen auf der Seele: Bleibt der Juni so sommerlich? Aktuell sorgen Hochdruckgebiete von den britischen Inseln bis nach Osteuropa für traumhaftes Wetter. Meterologen sagen, dass das bis mindestens Mitte Juni auch so bleiben könnte - teilweise mit Temperaturen bis zu 30 Grad und nur vereinzelten Gewittern. Von einem Kälteeinbruch, der den Namen Schafskälte verdient, ist derzeit also nichts zu spüren.

Bevor ein Schaf erfriert, ist der Schäfer schon lange erfroren.

Alte Schäferweisheit

Während Deutschland die Sonne genießt, heißt es im Süden Land unter. Bildrechte: Colourbox.de

Unwetter in Südeuropa

Wer es ungemütlich mag, fährt ans Mittelmeer. Von Portugal bis hin zur Türkei gibt es statt Sonne und Badewetter gerade nur Dauerregen, Nebel und Sturmböen. Regelrechte Unwetter-Hotspots sind Südfrankreich, Spanien, Italien und Kroatien. Immer wieder ziehen Tiefdruckgebiete über den Süden Europas.

Pech für alle, die ihren Urlaub in Südeuropa bereits gebucht haben. Glück für diejenigen, die sich im Juni erstmal am Pool im heimischen Garten oder im Schwimmbad abkühlen möchten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter am Mittelmeer zur Ferienzeit wieder von seiner besseren Seite zeigt.

BRISANT/Deutscher Wetterdienst

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 05. Juni 2023 | 17:15 Uhr