Forschung Corona-Impfstoff zum Schlucken - was sind die Vorteile?

Bislang wird sie per Spritze verabreicht: die Corona-Schutzimpfung. Doch das muss so nicht bleiben. Ein US-israelisches Unternehmen entwickelt derzeit einen Corona-Impfstoff, der nur geschluckt werden muss. Auch an der Universität Würzburg arbeiten Wissenschaftler aktuell an einer Schluckimpfung zum Schutz vor dem Coronavirus. Eine Impfmethode, die viele Vorteile verspricht.

Junge Frau schluckt eine Pille
Eine Schluckimpfung gegen das Coronavirus hätte zahlreiche Vorteile. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / McPhoto/Baumann

Bisher ist ein Piks in den Oberarm notwendig, um Menschen gegen Covid-19 zu impfen. Das US-israelische Unternehmen Oramed will das ändern. Es entwickelt einen Corona-Impfstoff, der nur geschluckt werden muss. Auch an der Universität Würzburg arbeiten Wissenschaftler aktuell an einer Schluckimpfung zum Schutz vor dem Coronavirus.

Leicht zu verabreichen, günstig, und temperaturunempfindlich

Vergleichsweise günstig herzustellen, einfach zu verabreichen und auch bei normalen Temperaturen vergleichsweise stabil: Das sind Eigenschaften, die die neuen Impfstoffe zum Schlucken mitbringen könnten, wenn sie auf dem Markt sind.

Das würde sie auch für den Einsatz in ärmeren Ländern attraktiv machen. Denn dort gestaltet es sich oft als schwierig, extreme Kühlketten zu gewährleisten. Und: Die Vakzine könnten gegebenenfalls sogar zu Hause eingenommen werden, was eine Beschleunigung der Impfungen bedeuten würde.

Besserer Schutz vor Virusvarianten

Ein weiteres Plus: Beide Forschungsansätze versprechen einen besseren Schutz vor Virusvarianten. Das Vakzin von Oramed soll auf gleich drei Strukturproteine von Sars-CoV-2 zielen. Die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer sind lediglich auf das Spike-Protein ausgerichtet.

Auch der Würzburger Ansatz macht diesbezüglich Hoffnung. Die entwickelten Bakterien sollen gleich zwei Antigene produzieren. Damit soll der Impfstoff auch bei Mutationen wirksam sein.

Dass orale Medikamente tendenziell weniger Nebenwirkungen haben, betonen sowohl der Hersteller Oramed als auch die Wissenschaftler aus Würzburg.

Wann kommt die Corona-Schluckimpfung auf den Markt?

Bis die beiden Vakzine auf den Markt kommen, wird es allerdings noch dauern. Das Projekt der Würzburger Wissenschaftler befindet sich derzeit in der präklinischen Entwicklung. Erst die ebnet den Weg zu ersten klinischen Studien an Menschen.

Der Impfstoff von Oramed befindet sich in der ersten klinischen Studienphase. Bislang wurde er nur in Tierversuchen und noch nicht an Menschen getestet. Damit soll es aber noch im zweiten Quartal 2021 losgehen.

Forscher äußern sich skeptisch

Während mehrere Unternehmen an der Entwicklung der Schluckimpfung arbeiten, äußern sich Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg skeptisch zu der Methode. Ihre Vermutung: Eine orale Impfung könnte möglicherweise keinen Nutzen haben, da die Abwehrkraft des Dartms ihrer Ansicht nach nicht ausreicht, um eine Covid-19-Erkrankung abwehren zu können. "Die Anzahl der Abwehrzellen, die als Reaktion des Darms auf die Infektion gebildet werden, war deutlich geringer als an anderen Stellen im Körper", sagt Dr. Sebastian Zundler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.



(br/ntv)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. März 2021 | 17:15 Uhr

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