Barcode-Scanner Ist mein Schnelltest zuverlässig? Neue Web-App verrät es

Ob Schnelltests wirklich zuverlässig sind, ist nicht immer klar. Zudem gibt es hunderte Anbieter von Tests in Supermarkt, Drogerie und Co. Die Qualitätsunterschiede sind groß, verpflichtende Kontrollen gibt es nicht. Um herauszufinden, wie zuverlässig die gekauften Schnelltests sind, gibt es jetzt ein Online-Tool.

Ein Mann macht einen Schnelltest zu Hause.
Ob ein Selbsttest zuverlässig ist, lässt sich mit einem Online-Tool herausfinden. (Archiv) Bildrechte: imago images/Westend61

Im Kampf gegen das Coronavirus sind Tests ein entscheidendes Werkzeug. Wenn kostenlose PCR-Tests aufgrund des immer höheren Bedarfs bald eingeschränkt werden sollten, werden Schnelltests immer wichtiger. Die Genauigkeit der im Handel frei verkäuflichen Selbsttests ist allerdings sehr unterschiedlich, was falsche Sicherheit bedeuten kann. Ein Barcode-Scanner für das Handy soll hier Abhilfe schaffen. Mit ihm lässt sich prüfen, ob ein Produkt nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zuverlässig arbeitet oder nicht.

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann (gestellte Szene)
Die Qualität von Selbsttests ist teilweise sehr unterschiedlich. (Archiv) Bildrechte: dpa

Tests vor dem Kauf überprüfen

Die Idee dazu hatte das Berliner IT-Kollektiv "Zerforschung". Mit ihrer Web-App können Verbraucher die Genauigkeit von Corona-Tests schon vor dem Kauf überprüfen. Tests, die nicht oder nur mangelhaft im Stande sind, Infektionen zu erkennen, werden so zum Ladenhüter. Aktuell ist es beinahe eine Glücksgriff, um ein wirklich zuverlässiges Produkt zu finden. Denn bisher prüfen die Hersteller selbst, wie gut ihre Tests funktionieren. Wenn sie ihren eigenen Angaben entsprechend die Vorgaben des Medizinproduktgesetzes erfüllen, dürfen sie in Deutschland verkauft werden. Eine unabhängige pharmazeutische Kontrolle ist bisher nicht verpflichtend.

Ziel: Ordnung im Anbieter-Überfluss

Um den Wildwuchs ein bisschen einzudämmen, hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) etwa 200 Tests auf ihre Zuverlässigkeit geprüft. Jedes fünfte Produkt ist dabei durchgefallen. Einen Überblick liefert die veröffentlichte Liste auf der Webseite des PEI. Diese ist allerdings sehr lang, unübersichtlich und für Laien nicht leicht zu lesen. Hier kommt die Web-App von "Zerforschung" ins Spiel. Sie ist über schnelltesttest.de zu erreichen. Dort kann man einen Barcode scannen oder den Code manuell eingeben. Die Seite zeigt dann die Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts in verständlichen Worten, also zum Beispiel, ob ein Test durchgefallen ist oder nicht und wie hoch die Sensitivität ist. Aufgrund der hohen Anzahl der Anbieter sind nicht alle Tests dabei. Doch nach Angaben der IT-Experten helfen User dabei, die Listen immer weiter zu vervollständigen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Januar 2022 | 17:10 Uhr

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