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Nordrhein-Westfalen macht es vor: Schulkinder gelten automatisch als getestet. Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

3G-RegelNeue Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen: Schülerausweis als Testnachweis?

Stand: 19. August 2021, 15:12 Uhr

Am 20. August tritt eine neue Corona-Verordnung für Nordrhein-Westfalen in Kraft. Unter anderem gilt dann die 3G-Regel: Geimpft, genesen oder getestet. Schulpflichtige Kinder müssen aber keinen Testnachweis mehr vorzeigen - nicht mal durch den Schülerausweis.

In Nordrhein-Westfalen tritt ab Freitag, den 20. August, eine neue Corona-Verordnung in Kraft – weil die Sieben-Tage-Inzidenz stetig steigt. Landesweit hat sie am Donnerstag die 70 überschritten (Stand: 19. August). Um Geschäfte, Restaurants und Hotels möglichst lange offen zu halten, gilt in NRW nun die 3G-Regel. Rein darf nur, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Dazu gehören auch schulpflichtige Kinder. Doch für sie gelten eigene Regeln.

Schülerausweis als Testnachweis?

Schülerinnen und Schüler gelten laut Verordnung automatisch als getestet, weil derzeit Präsenzunterricht abgehalten wird und die Kinder regelmäßig im Unterricht getestet werden. Dementsprechend heißt es in der neuen Verordnung:

… sind bei der Inanspruchnahme oder Ausübung dieser Einrichtungen, Angebote und Tätigkeiten der jeweilige Immunisierungs- oder Testnachweis beziehungsweise Schülerausweis und ein amtliches Ausweispapier mitzuführen und auf Verlangen […] vorzuzeigen.

§4, Abs. 5 der Coronaschutzverordnung

Doch Schülerausweise werden normalerweise erst für Kinder ab 15 Jahren ausgestellt. Jüngere bekommen ihn nur auf Anfrage. Laut Schulministerium müssen daher Kinder, bei denen wegen ihres Alters davon ausgegangen werden kann, dass sie Schüler sind, keinen Schülerausweis vorlegen, um ihren Status als getestet nachzuweisen. 

Die Ausstellung von Ausweisen für Grundschulen hätte einen hohen bürokratischen Aufwand bedeutet, berichtete die "Rheinische Post" und beruft sich auf das Schulministerium. Eine genaue Altersgrenze, ab wann der Schülerausweis nicht mehr automatisch mit einem Testnachweis gleichgestellt sei, werde noch festgelegt.

Bildrechte: IMAGO / Reichwein

Die 3G-Regel in Nordrhein-Westfalen

Vollständig Geimpfte oder Genesene dürfen laut neuer Verordnung alle Einrichtungen und Angebote im Bundesland nutzen. Alle anderen müssen ab einer Inzidenz von 35 für bestimmte Veranstaltungen oder Dienstleistungen negativ getestet sein. Notwendig ist ein negativer Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 48 Stunden sein darf.

Kinder bis zum Schuleintritt brauchen gar keinen Nachweis. Sie gelten automatisch als getestet.

Das gilt für:
Fitness-Studio, Kosmetik, Frisör, Innengastronomie, Hotels und Pensionen, den Discobesuch oder Veranstaltungen mit mehr als 2.500 Teilnehmenden. Unabhängig vom Inzidenzwert muss ein negativer Coronatest beim Besuch in Krankenhäusern oder Pflegeheimen vorgelegt werden.

Idee von Markus Söder

Die Idee eines Testnachweises mittels Schülerausweis hatte nach den Bund-Länder-Beratungen am 10. August Bayerns Ministerpräsident Markus Söder aufgebracht. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek unterstützte den Vorschlag: "Damit könnte Kindern und Jugendlichen, für die es noch keine uneingeschränkte Impfempfehlung oder keine Impfstoffe gibt, eine Erleichterung im Alltag geboten werden, wenn sie in ihrer Freizeit den negativen Test aus der Schule nachweisen müssen".

Nordrhein-Westfalen ist nun das erste Bundesland, das diesen Vorschlag umsetzt - und zugleich aufweicht. Denn im Endeffekt müssen schulpflichtige Kinder keinen Nachweis vorlegen. Die neuen Corona-Regeln sind bis einschließlich 17. September gültig.

Quelle: AFP/RP

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Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 19. August 2021 | 17:15 Uhr