Mit Spaß in den Schlaf kommen Selbstbefriedigung hilft beim Einschlafen - rät Krankenkasse

Mit einer Masturbations-Empfehlung hat die Krankenkasse Barmer viel Aufmerksamkeit im Netz erregt. Die Kasse möchte, dass nicht nur ihre Versicherten gut in den Schlaf kommen.

Sex-Spielzeuge sind auf der Erotikmesse Venus ausgestellt.
"Wenn du mal wieder nicht schlafen kannst, dann leg einfach mal selbst Hand an oder hol dir ein Spielzeug dazu, dann kommt der Schlaf ganz von alleine", schreibt die Krankenkasse Barmer. Bildrechte: dpa

"Für pulsierende Nächte", heißt es im Facebook-Auftritt der Ersatzkasse. Ein Foto zeigt ein Sex-Spielzeug, das Frauen zur Selbstbefriedigung dienen soll. "Wenn du mal wieder nicht schlafen kannst, dann leg einfach mal selbst Hand an oder hol dir ein Spielzeug dazu, dann kommt der Schlaf ganz von alleine", heißt es dazu im Text.

Liebessturm im Netz

In kurzer Zeit sammelten sich mehr als 1.300 Kommentare unter dem Beitrag. Barmer-Sprecher Daniel Freudenreich bestätigte, dass es sich nicht um einen Fake handelt:

Es gibt immer noch Themen, die gerne verschwiegen werden, obwohl sie die allermeisten Menschen betreffen. Mit unserem Eintrag auf Facebook wollten wir mit einem Augenzwinkern auf eines dieser Themen hinweisen.

Daniel Freudenreich Barmer-Sprecher

Tipp von der Krankenkasse - Kostenübernahme: Nein!

Das Social-Media-Team der Barmer beantwortete derweil Fragen zur Kostenübernahme für das gezeigte Sex-Spielzeug: "Bei der Anschaffung und Durchführung können wir nicht behilflich sein. Von uns kommt nur der Gesundheitstipp." Die Barmer zählt mit rund neun Millionen Versicherten zu den größten Krankenkassen Deutschlands.

Selbstbefriedigung
Selbstbefriedigung als Gesundheitstipp von der Krankenkasse. Bildrechte: Colourbox

Sexualtherapeutin bestätigt: Menschen wissen wenig über Sexualität

Carla Thiele arbeitet als Sexualtherapeutin in Leipzig und wundert sich oft darüber, wie wenig viele Menschen über Sexualität und ihren Körper wissen. Dabei kann dies die Lust - auch mit sich selbst - steigern.

Selbstbefriedigung muss nicht allein stattfinden

Selbstbefriedung gilt in vielen Religionen immer noch als Sünde. Vielleicht ist es deshalb auch in der Gesellschaft ein Tabu-Thema. Doch fast jeder genießt seinen Solo-Sex, egal ob Mann oder Frau. Denn Masturbation kann eine genussvolle Sexualität sein. Und: Selbstbefriedung müsse nicht unbedingt ohne den Partner stattfinden.

Warum entspannen wir nach der Selbstbefriedigung?

Das Wort Orgasmus stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "voller Lust und Leidenschaft". Der Orgasmus kann eine regelrechte Explosion im Körper auslösen. Doch was passiert überhaupt, damit es zum Orgasmus kommt?

Sex lässt sich in vier Stufen einteilen: Lust, Erregung, Orgasmus, Entspannung.

Durch das sexuelle Verlangen können ganz unterschiedliche Reize geweckt werden. Oft empfindet man Lust dadurch, dass man an Sex denkt, darüber redet oder mit jemanden flirtet. Steigert sich die Phase der Lust, so wird man erregt. Der Puls schlägt schneller, die Atmung wird intensiver, die Vagina wird feucht und der Penis steif.

Die Füße eines Paars beim Sex.
Durch das sexuelle Verlangen können ganz unterschiedliche Reize geweckt werden. Bildrechte: imago/Westend61

Ist man ausreichend erregt, so befindet man sich in der so genannten Plateauphase. Vor allem für Frauen gilt es diese zu überwinden, um zum Orgasmus zu kommen. Viele bleiben in dieser Phase hängen. Der Trick ist, die Erregung immer weiter zu steigern. Denn dann folgen der Orgasmus und das absolute Loslassen. Nach dem Orgasmus beginnt die Phase der Entspannung. Der Körper kehrt zum Normalzustand zurück. In dieser Phase ist für viele die Zweisamkeit wichtig, um vollkommen zu entspannen.

Quelle: dpa/red

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. Juli 2019 | 17:15 Uhr

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