Fußball-WM 2018 Polizisten aus 33 Ländern sollen für Sicherheit sorgen

BRISANT | 13.06.2018 | 17:15 Uhr

Polizisten aus 33 Ländern unter einem Dach sollen für Sicherheit bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sorgen. Zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel eröffnete der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew in der Nähe von Moskau ein Internationales Zentrum für Polizeikooperation. Forscher rechnen unterdessen mit weniger Hooligan-Andrang als befürchtet.

Krawalle zwischen polnischen und russischen Hooligans im Jahr 2012
Krawalle zwischen polnischen und russischen Hooligans im Jahr 2012. (Archiv) Bildrechte: IMAGO

Auch Beamte aus Deutschland dabei

Sechs Polizisten aus Deutschland arbeiten in dem Zentrum mit. Es ist sowohl für die Sicherheit der angereisten Mannschaften und Besucher, aber auch für das Vermeiden von Fangewalt und die Koordination in Terrorlagen zuständig. "Unsere Aufgabe ist, schnell, korrekt und nach dem Gesetz zu reagieren", sagte Kolokolzew. Die Polizisten stammen aus den 32 Teilnehmerländern und aus Katar, dem Ausrichter der WM 2022.

Die deutschen Polizisten sollen vor allem etwa 100 gewaltbereite oder zumindest problematische deutsche Fans bei dem Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli unter Kontrolle halten. "Wir haben potenzielle Störer im Vorfeld angesprochen und werden sie auch vor Ort im Auge behalten", hatte die Delegationsleiterin Heike Schultz vor Abflug nach Russland gesagt.

Britische Polizei vorab gelassen

Auch andere Länder mit potenziell gewalttätigen Hooligans wie England oder Polen sind in dem Zentrum vertreten. Ein britischer Polizeisprecher hofft aber, die russischen Kollegen von der Harmlosigkeit der meisten England-Fans überzeugen zu können. "Ich weiß, wie aufgedreht englische Fans sein können, wenn sie trinken und singen und die Fahne schwingen", sagte er. Aber dabei bleibe es meist und ziehe nichts Schlimmeres nach sich.

Forscher geht von weniger Hooligans aus

Nach Einschätzung des Gewaltforschers Gunter A. Pilz werden ohnehin weniger ausländische Hooligans nach Russland reisen. "Ich bin fest davon überzeugt, dass es sich Hooligans aus den westlichen Ländern dreimal überlegen, ob sie nach Russland fahren, weil sie alle die massive Repression des Staatsapparates fürchten", sagte er der Münchner "Abendzeitung".

Allenfalls könne man mit polnischen, kroatischen oder serbischen Gewalttätern rechnen. Die russischen Behörden dürften allerdings jede Form von Ausschreitungen "im Keim ersticken", so Pilz weiter. Anführer russischer Hooligans seien bereits im Vorfeld verhaftet worden oder stünden unter massiven Repressionen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Juni 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 19:07 Uhr

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