Gerüchte Corona - Ist ein Mundschutz gefährlich für Kinder?

Warnungen, die derzeit in Sozialen Netzwerken geteilt werden, sprechen davon, dass Atemmasken speziell für Kleinkinder gefährlich sein sollen. Vermehrte Kohlendioxid- und Feuchtigkeitsaufnahme sollen Schuld sein. Was ist dran?

Kinder mit Mundschutz
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In den Meldungen heißt es, dass sich unter den Masken schädliches Kohlendioxid sammele, was zu Atemlähmungen führen könne. Zudem würden die Masken Feuchtigkeit und Keime zurückhalten, was schädlich sein könne. Stimmt das? Nach Angaben von Tagesschau-Reporter Wulf Rohwedder stimmt das nicht.

Maskenpflicht für Kinder
Stand: 27.04.2020 Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Co2-Moleküle sind zu klein

Zur Begründung: Kohlenstoffdioxid-Moleküle seien viel zu klein, um von Atemmasken zurückgehalten zu werden. Selbst Masken der höchsten Schutzklasse FFP3 könnten lediglich Partikel bis zur Größe von 0,6 Mikrometern, das sind 0,0006 Millimeter, zurückhalten. Ein Kohlendioxid-Molekül habe jedoch einen Durchmesser von 3,24 Ångström, was 0,000000324 Millimeter bedeute. Es sei damit knapp 2.000 Mal kleiner und würde die Masken deshalb problemlos passieren, so Rohwedder.

Zudem sei das Luftvolumen unter der Maske selbst nur sehr gering und befinde sich im ständigen Austausch. Der Körper reagiere auch sehr schnell mit Warnzeichen auf einen zu hohen Kohlendioxid-Gehalt in der Atemluft.

Auf die Hygiene kommt es an

Potenziell gefährlich seien lediglich Masken, die den Gesichtsbereich fest abschließen und dabei den Luftaustausch behindern, zum Beispiel bestimmte Schnorchelmasken, wenn sie als Atemmasken zweckentfremdet werden. Dennoch gilt: Hygiene ist das A und O. Das bedeutet, Einwegmasken nur einmal zu tragen und wiederverwendbare Masken regelmäßig zu waschen, da sich Keime im Kondenswasser ansiedeln können.

(bri/tagesschau)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. April 2020 | 17:15 Uhr

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