Corona Sommerurlaub - Was Sie jetzt beachten müssen!

Der Osterurlaub ist dieses Jahr komplett ausgefallen. Ausflüge innerhalb Deutschlands oder Fernreisen waren wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt. Viele hoffen nun auf einen tollen Sommerurlaub. Aber findet er überhaupt statt?

Eine junge Frau sonnt sich im Bikini auf einem Steg an einem See
Im Sommer die Seele baumeln lassen. Ist das in Zeiten der Corona-Pandemie möglich? Bildrechte: IMAGO

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, ist überzeugt, dass der Sommerurlaub von massiven Einschränkungen begleitet sein wird. Urlaubsreisen, so wie die Deutschen es gewohnt seien, halte er für unwahrscheinlich, sagte er dem Radiosender Deutschlandfunk Kultur. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten und welche Rechte Sie haben.

Sollte ich meinen Sommerurlaub jetzt buchen?

Wer seinen Urlaub für dieses Jahr noch nicht gebucht hat, der sollte damit noch warten, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Derzeit gilt wegen des Coronavirus bis Ende April eine weltweite Reisewarnung. Wann einzelne Länder ihre Grenzen wieder für Touristen öffnen und der Urlaubsflieger abhebt, steht noch nicht fest.

Und Urlaub innerhalb Deutschlands?

Vorerst bis zum 19. April sind Nord- und Ostsee vom Tourismus abgeschnitten, die Inseln in Schleswig-Holstein abgeriegelt. Doch egal ob Schwarzwald, Lüneburger Heide oder Berchtesgadener Land - Übernachtungen mit touristischem Hintergrund in Hotels oder Ferienwohnungen sind untersagt. Eine Verlängerung der strengen Reisebeschränkungen kann nicht ausgeschlossen werden. 

Darf ich campen oder zelten?

Innerhalb Deutschlands bleiben die meisten Campingplätze bis auf weiteres geschlossen. Außerhalb Deutschlands gibt es teilweise noch offene Campingplätze in Ländern mit milderen Vorschriften wie den Niederlanden. Allerdings wird an der Grenze streng kontrolliert und Urlaubsfahrten sind nicht erwünscht. Außerdem ist für Rückkehrer nach Deutschland eine 14-tägige häusliche Quarantäne vorgeschrieben. Das Zelten außerhalb gelisteter Campingplätze ist in ganz Deutschland bis auf einige wenige Ausnahmen ebenfalls verboten.

Wohnmobil
Mit dem Wohnmobil auf großer Fahrt. Bildrechte: Colourbox.de

Pauschalreise oder Individualreise - was kann ich wann stornieren?

Sie können Ihre Pauschalreise kostenfrei absagen, wenn eine Reisewarnung oder eine Einreisebeschränkung für das jeweilige Land oder die jeweilige Region gilt. Im Gesetz ist geregelt, dass Sie innerhalb von 14 Tagen ihr Geld zurückbekommen. Sagt Ihr Veranstalter die Pauschalreise von sich aus ab, bekommen Sie ebenfalls Ihre Kosten erstattet.

Von sich aus können Sie eine Individualreise nur dann kostenfrei stornieren, wenn eine Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Zum Beispiel, wenn das gebuchte Hotel in einer Region liegt, für welche die Behörden ein generelles Einreiseverbot ausgesprochen haben, der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder Zufahrtsbeschränkungen wie für norddeutsche Inseln gelten. 

Haben Sie eine Ferienwohnung oder ein Hotel direkt im Ausland gebucht, gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters. Wenden Sie sich am besten direkt an ihn.

Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. 

Wenn die Reise nicht stattfindet - Gutschein, Umbuchung oder Geld zurück?

Im Raum steht die Idee einer gesetzlichen Gutschein-Regelung - besonders im Hinblick auf die vergangenen Osterferien. Sie soll verhindern, dass die Reisebranche in der Corona-Krise untergeht. Denn weil bislang sehr viele Reisen abgesagt wurden, geht es um eine Summe von mehreren Milliarden Euro, die ausgezahlt werden müssten.

Ein Gutschein soll für Pauschalreisen und Flüge ausgestellt werden, die vor dem 8. März 2020 gebucht und wegen der Corona-Krise abgesagt wurden - und vielleicht noch werden. Noch hat die EU über diesen Gesetzesvorschlag nicht entschieden. Sollte er in Kraft treten, könnte er auch rückwirkend gelten. Dann gibt es statt Geld einen Gutschein. Sie haben also jetzt noch Anspruch auf Rückzahlung des Reisepreises.

Als dritte Möglichkeit können Sie Ihren Urlaub auch - sofern möglich - verschieben. Kontaktieren Sie dazu am besten Ihren Reiseveranstalter.

Sonnenuntergang in den Dünen am Nordstrand von Norderney
Auf solche Sonnenuntergänge müssen wir dieses Jahr vielleicht verzichten. Bildrechte: imago/Priller&Maug

Gebuchte Urlaubsreisen ins Ausland - stornieren oder abwarten?

Für eine Stornierung muss ein "unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstand" vorliegen. Eine amtliche Reisewarnung ist so ein Fall.

Wer verreisen will, kann abwarten, erfährt im Zweifel aber erst sehr kurzfristig, ob die Reise tatsächlich stattfindet. Die Verbraucherzentrale rät daher, sich besonders bei teuren Reisen beraten zu lassen.

Wer nicht mehr verreisen will, mit einer Stornierung aber wartet, läuft Gefahr, Stornogebühren zahlen zu müssen, falls zum Reisezeitpunkt keine "unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umstände" mehr vorliegen.

Bei frühzeitiger Stornierung laufen Sie Gefahr, dass Sie die vertraglich vereinbarten Stornierungskosten zahlen müssen. Diese könnten Sie jedoch wieder zurückverlangen, falls Sie zum Reisezeitpunkt zur kostenlosen Stornierung berechtigt gewesen wären. Die Verbraucherzentrale rät auch hier, die Risiken gut gegeneinander abzuwägen.

Fällige Restzahlungen - jetzt noch überweisen?

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale brauchen Sie den Restpreis, der für eine im Mai anliegende Pauschalreise oder eine einzeln gebuchte, in Deutschland gelegene Unterkunft fällig wird, nicht zu zahlen. Nach wie vor ist unklar, ob Reisen in den nächsten Wochen wie vereinbart durchgeführt bzw. Unterkünfte erreicht und für einen Urlaub genutzt werden können.

Wenn Sie für eine Reise, die erst später im Jahr stattfinden soll, die fälligen Beträge nicht zahlen, laufen Sie Gefahr, Mahnkosten zu zahlen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. April 2020 | 17:15 Uhr

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