Sommerurlaub 2020 Corona-Pandemie in Spanien: Urlaub trotz steigender Infektionszahlen?

Steht Spanien eine zweite Welle der Corona-Pandemie bevor? Die Zahl der Neuinfektionen stimmt bedenklich. Frankreich überlegt, die Grenzen zum Nachbarland zu schließen, das Auswärtige Amt rät von touristischen Reisen in einzelne Regionen Spaniens ab.

In einer langen Schlange warten Menschen auf Einlass zu einem Strand, der wegen Überfüllung von der Polizei gesperrt wurde.
Einige Strände mussten in Spanien bereits wegen Überfüllung geschlossen werden. Bildrechte: dpa

Mit einer feierlichen Zeremonie und unter strikter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln hat Spanien in der vergangenen Woche seiner über 28.000 Corona-Toten gedacht. Ein bewegender Moment. Doch beim Feiern und Baden scheinen viele Spanier zu vergessen, wie viele Opfer die Corona-Pandemie bereits gekostet hat. Seit einigen Tagen steigt die Zahl der Neuinfektionen in einigen Regionen des Landes bedenklich an.

Corona-Hotspot Katalonien

Erneuter Hotspot der Corona-Pandemie sind das dicht besiedelte Katalonien und das benachbarte Aragón. Am vergangenen Wochenende hatte die Regionalregierung die Bewohner Barcelonas und weiterer Städte in freiwillige Quarantäne geschickt. Ergänzend wurde eine Maskenpflicht auch für den Aufenthalt im Freien verhängt. Dennoch ist es in der vergangenen Woche zu 7.000 Neuinfektionen gekommen, 800 davon allein in Barcelona.

Ursächlich dafür verantwortlich sein sollen vor allem junge Menschen, die beim Feiern vergessen, dass die Corona-Pandemie noch nicht überstanden ist, sowie Familienfeiern. In den ländlichen Gebieten soll das Virus insbesondere durch Wanderarbeiter, die in der Obsternte im Einsatz sind, verbreitet werden.

Felipe, König von Spanien, und Prinzessin Leonor, nehmen neben Mitgliedern der Zivilgesellschaft an einer Trauerzeremonie zum Gedenken an die Corona-Opfer auf dem Armeria-Platz im Madrider Königspalast teil.
Erst in der vergangenen Woche fand in Madrid eine Trauerfeier für die über 28.000 spanischen Corona-Toten statt. Bildrechte: dpa

Freiwillige Quarantäne wird nicht akzeptiert

An die freiwillige Quarantäne haben sich bislang nur wenige Menschen gehalten. Viele Katalanen sind dennoch in ihre Ferienwohnungen gefahren, einige Strände - u.a. der Stadtstrand von Barcelona - mussten wegen Überfüllung geschlossen werden. Sollte sich die Situation nicht ändern, könnten bis zu vier Millionen Katalanen mit einer Ausgangssperre belegt werden.

Urlaub in Spanien: Auswärtiges Amt rät von Reisen in einzelne Gebiete ab

Das Auswärtige Amt schließt sich den Empfehlungen der Regionalregierung Kataloniens an und rät von touristischen Reisen in die betroffenen Gebiete derzeit ab.

Für folgende Gebiete ist die dringende Empfehlung ausgesprochen worden, die Wohnung nicht zu verlassen, Zusammenkünfte mit mehr als zehn Personen sind verboten, kulturelle und sportliche Veranstaltungen wie auch Aktivitäten des Nachtlebens abgesagt: Großraum Barcelona, die Kreise Segriá und Noguera in der Provinz Lleida sowie Figueres und Vilafant (Alt Empordà)

Zudem ist der Zugang bzw. das Verlassen einzelner Gebiete aufgrund örtlicher Infektionsherde zurzeit nur eingeschränkt möglich: In Galizien betrifft das die Gemeinde Buruela. In Katalonien den Kreis Segriá in der Provinz Lleida einschließlich der Provinzhauptstadt Lleida. In Aragón die Stadt Zaragoza.

In den Regionen Katalonien, Valencia und Murcia haben die Behörden viele Clubs und Diskos vorübergehend geschlossen. Von Reisen in andere spanische Gebiete wird nicht abgeraten.

Blick auf das Häusermeer von Barcelona mit der Kathedrale Sagrada Familia im Hintergrund
Von Reisen in den Großraum Barcelona rät das Auswärtige Amt derzeit ab. Bildrechte: dpa

Strenge Maskenpflicht auf Mallorca

Auf der Ferieninsel Mallorca waren es vor allem deutsche und britische Touristen, die die geltenden Abstands- und Hygieneregeln beim Feiern missachtet haben. Deshalb gilt auf den Balearen seit einigen Tagen eine strenge Maskenpflicht - auch im Freien. Die Bars und Restaurants in der Bier- und Schinkenstraße am Ballermann mussten ihre Pforten schließen, ebenso entsprechende Party-Hotspots im Urlauberort Magaluf.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 22. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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