Delta-Variante Spanien ist Corona-Risikogebiet - Was bedeutet das für den Urlaub?

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat ganz Spanien ab dem 11. Juli zum Corona-Risikogebiet erklärt. Welche Konsequenzen das für Urlauber zum Beispiel auf Mallorca oder den Kanaren hat, erklärt Brisant hier.

Experten warnen, dass Spanien kurz vor seiner vierten Corona-Welle steht - trotz Fortschritten bei den Impfungen. Denn da noch nicht einmal die Hälfte aller Einwohner - und Urlauber - geimpft sind, hat besonders die ansteckende Delta-Variante leichtes Spiel. Am 8. Juli lag die landesweite Inzidenz bei knapp 190!

Mitten in der Urlaubssaison hat Deutschland ganz Spanien daher zum 11. Juli zum Corona-Risikogebiet eingestuft. Was aber wird nun aus dem Badespaß auf der beliebten Balearen-Insel Mallorca oder den Kanarischen Inseln mit Teneriffa oder Gran Canaria?

Erstmal bleibt alles beim alten. Es ist weiterhin notwendig, 48 Stunden vor der Einreise nach Spanien einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. Daraufhin bekommt man einen QR-Code für die Einreise. Außerdem müssen Urlauber vor dem Abflug ein negatives Testergebnis, einen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen. Und bei Rückreise droht Genesenen, Geimpften oder negativ Getesteten auch keine Quarantäne.

Palma de Mallorca - Die Kathedrale der heiligen Maria thront über den Häusern der Altstadt
Wer Mallorca gebucht hat, muss sich derzeit noch keine Sorgen machen. Bildrechte: IMAGO

Quarantäne oder nicht?

Eigentlich müssen sich Urlauber, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, nach Rückkehr zehn Tage lang in Quarantäne. Doch diese muss nicht angetreten werden, wenn ein Genesenennachweis, ein Impfnachweis oder ein negativer Testnachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermittelt wird. Flugreisende müssen sich also keine Sorgen machen, da sie ohnehin ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, um einreisen zu können.

Risikogebiete - Welche Unterschiede gibt es?

Experten ordnen die Länder in drei Risikostufen ein: Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet und Virusvariantengebiet

  • Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegt. Für Urlauber bleibt diese Einstufung folgenlos. Flugreisende müssen sich ohnehin vor Abflug testen lassen. Eine Quarantänepflicht bei der Rückkehr nach Deutschland gibt es nicht.

  • Als Hochinzidenzgebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 200 liegt. Wer aus einer solchen Region zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

  • Als Virusvariantengebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen eine gefährliche Corona-Mutante auftritt, die nicht in Deutschland verbreitet auftritt. Urlauber aus einem solchen Gebiet müssen 14 Tage lang in Quarantäne. Eine vorzeitige Beendigung der Quarantäne ist nicht möglich - auch nicht für Geimpfte und Genesene!

Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen in Risikogebiete ab.

Reisepass, Schutzmaske, Schnelltest und Spritze auf einer Landkarte
Achten Sie im Urlaub auf Hygiene und Abstand. Bildrechte: IMAGO / avanti

Was passiert bei positivem Corona-Test?

Wer noch im Urlaub positiv getestet wird, kann seinen Rückflug nicht antreten, sondern muss sich sofort in Quarantäne begeben. Mallorca hat dafür extra Quarantäne-Hotels eingerichtet. Viele Hotels beherbergen Urlauber weiterhin auf ihrem Zimmer - sofern das Hotel nicht ausgebucht ist.

Die Gäste müssen sich aber komplett isolieren. Baden im Pool oder das abendliche Büffet sind dann natürlich ausgeschlossen. Ist im Hotel kein Platz, muss sich der Urlauber selbst um eine Unterkunft kümmern.

Auf den gesamten Kosten (auch für den verspäteten Rückflug) bleibt gewöhnlich der Urlauber sitzen. Einige Länder übernehmen jedoch aus Kulanz die Kosten für die Unterkunft. Informieren Sie sich daher vor Anreise über die geltenden Regeln am Urlaubsort.

Pauschalreise oder Individualreise - was kann ich wann stornieren?

Sie können Ihre Pauschalreise kostenfrei absagen, wenn ein "unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstand" vorliegt. Eine amtliche Reisewarnung oder eine Einreisebeschränkung für das jeweilige Land oder die jeweilige Region ist so ein Fall. Im Gesetz ist geregelt, dass Sie innerhalb von 14 Tagen ihr Geld zurückbekommen. Sagt Ihr Veranstalter die Pauschalreise von sich aus ab, bekommen Sie ebenfalls Ihre Kosten erstattet.

Von sich aus können Sie eine Individualreise nur dann kostenfrei stornieren, wenn eine Einzelleistung nicht erfüllt werden kann. Zum Beispiel, wenn das gebuchte Hotel in einer Region liegt, für welche die Behörden ein generelles Einreiseverbot ausgesprochen haben, der Flughafen nicht angeflogen werden kann oder Zufahrtsbeschränkungen gelten (Inseln werden nicht angefahren/angeflogen). 

Haben Sie eine Ferienwohnung oder ein Hotel direkt im Ausland gebucht, gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters. Wenden Sie sich am besten direkt an ihn.

Bei Kreuzfahrten gelten die Regeln für Pauschalreisen. 

Das Robert Koch-Institut veröffentlicht jeden Freitag aktuelle Zahlen und Kategorien. Gewöhnlich fällen kurz vorher das Gesundheitsministerium, das Innenministerium sowie das Auswärtige Amt gemeinsam die endgültige Entscheidung.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. Juli 2021 | 17:15 Uhr

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