Traurige Gewissheit Spitzenforscherin aus Dresden tot auf Kreta aufgefunden

BRISANT | 10.07.2019 | 17:15 Uhr

Seit einer Woche wurde sie auf der griechischen Insel Kreta vermisst, nun gibt es Gewissheit über ihr Schicksal: Die Spitzenforscherin Suzanne Eaton aus Dresden ist tot. Nach tagelanger Suche sei die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin am Montagabend von der Polizei gefunden worden.

Biologin Suzanne Eaton (USA) schaut auf ein Röhrchen im Labor.
Suzanne Eaton Bildrechte: imago images / momentphoto/Bonss

Von einer Wanderung nicht zurückgekehrt

Das teilte das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) am Dienstag (09.07.) "mit großer Trauer und Bedauern" mit. An dem Institut hatte Eaton eine Forschungsgruppe geleitet. Der Todesfall werde von den Behörden noch untersucht, genaue Umstände und Hintergründe seien noch unklar.

Fest steht bislang, dass sie an einem Expertentreffen in der kleinen Hafenstadt Kolymbari teilgenommen hatte und am 4. Juli zu einer Wanderung aufgebrochen war, von der sie nicht wieder zurückkehrte. Wanderer fanden die Leiche in einer kleinen Grotte nahe der Ortschaft Maleme rund zehn Kilometer westlich von Kolymbari.

Große Trauer in Dresden

Am Max-Planck-Institut in Dresden hat der Todesfall tiefe Trauer ausgelöst. "Wir sind zutiefst schockiert und erschüttert über dieses tragische Ereignis", sagte eine Institutssprecherin. Die 59-Jährige sei eine herausragende, inspirierende Wissenschaftlerin, liebevolle Ehefrau und Mutter und "wunderbare Person, die von uns allen geliebt und geschätzt" wurde, gewesen. "Ihr Verlust ist unfassbar." Sie hinterlässt ihren Mann und zwei Söhne.

Auch das Biotechnologische Zentrum der TU Dresden trauert um Eaton, die entscheidend zur Entwicklung des Instituts beigetragen habe. "Wir sind traurig, fassungslos und mit unseren Herzen bei Suzannes Familie", sagte Direktor Prof. Michael Schroeder. Sie war dort Professorin für Entwicklungszellbiologie.

Erschüttert und "in tiefer Trauer" zeigte sich auch Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Suzanne Eatons Tod reiße eine menschliche und wissenschaftliche Lücke im MPI-CPG. Stange hofft, dass die Todesumstände schnellstmöglich aufgeklärt werden, und sprach der Familie ihr "tiefempfundenes Beileid" aus.

Ein Strand auf der Ferieninsel Kreta. (Archiv)
Bildrechte: dpa

Sonderkommission ermittelt auf Kreta

Die griechischen Behörden schließen ein Verbrechen als Todesursache indes nicht aus. Dies berichteten am Mittwoch (10.07.) übereinstimmend staatliche und private Medien in Griechenland. Eine offizielle Stellungnahme der Polizei zu den Ursachen des Todesfalls gibt es bislang nicht. Die Polizei bestätigte lediglich, dass eine Sonderkommission aus Athen nach Kreta gereist sei und Gerichtsmediziner die Leiche untersuchten.

Eaton stammte aus Oakland (Kalifornien). Im Gründungsjahr des MPI-CPG kam die Molekularbiologin nach Dresden, wo ihr Mann einer der Direktoren ist. Mit ihrem Team erforschte sie an Fruchtfliegen, wie Zellen miteinander kommunizieren, um Gewebe einer bestimmten Größe und Form zu bilden.

Freunde und Kollegen bedanken sich für Unterstützung

Bei Facebook hatten Freunde und Kollegen die Gruppe "Searching for Suzanne" gegründet. Dort baten sie um Hinweise, die möglicherweise zum Aufenthaltsort von Suzanne Eaton geführt hätten. Für die Unterstützung bei der Suche nach Suzanne gab es großen Dank, auch wenn die Suchaktion letztlich vergebens war.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2019, 22:13 Uhr

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