Bekannte Landmarke Das Steag-Kraftwerk in Lünen ist gesprengt worden

420 Kilo Sprengstoff und 2.100 Bohrungen waren nötig, um einen Schornstein, einen Kühlturm und ein Kesselhaus zu Fall zu bringen. Mit der Sprengung des einstigen Steag-Kraftwerks in Lünen ist am Sonntag (28. März) ein Stück Steinkohlegeschichte dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Vorbereitungen dafür hatten bereits im Dezember begonnen.

Bei der zweiten von zwei Sprengungen fällt zuerst das Kesselhaus (r.) und dann der 110 Meter hohe Kühlturm des ehemaligen Steag Kraftwerks in sich zusammen. Aufgenommen mit einer Drohne.
Das ehemalige Steag-Kraftwerk in Lünen ist gesprengt worden. Nach dem 250 Meter hohen Schornstein fielen das Kesselhaus und der 110 Meter hohe Kühlturm. Bildrechte: dpa

Nur wenige Minuten nach dem Schornstein sind am Mittag das Kesselhaus und der 110 Meter hohe Kühlturm des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Lünen gesprengt worden.

Die Sprengungen verliefen nach Plan. Der 250 Meter hohe Schornstein war in einer sogenannten Faltung zu Fall gebracht worden. Dabei knickten - wie vorgesehen - der gemauerte obere Teil nach Westen, der untere Teil nach Osten ein.

Live-Übertragung der Sprengung im Internet

Für viele Menschen in der Region Lünen ist das Verschwinden der Landmarken emotional behaftet. Mit der Schließung des Werks im Jahr 2018 waren zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen.

Um möglichst vielen Leuten trotz Coronapandemie ein Mitverfolgen der Sprengungsarbeiten zu ermöglichen, hatte der Besitzer des Geländes die Arbeiten per Live-Stream im Internet übertragen.

Zum Zeitpunkt der Sprengung war aus Sicherheitsgründen rund um das Kraftwerksgelände ein Sperrbereich von bis zu 800 Metern errichtet worden, in dem Anwohner ihre Häuser verlassen mussten und Straßen abgeriegelt wurden.

Bei der ersten von zwei Sprengungen fällt der 250 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Steag Kraftwerks in sich zusammen. Das ehemalige Steag-Kraftwerk wird gesprengt.
Der 250 Meter hohe Schornstein war in einer sogenannten Faltung zu Fall gebracht worden. Bildrechte: dpa

Lünen bleibt weiterhin Kraftwerksstandort

Bis zu seiner Stilllegung war der Standort in Lünen das älteste Kraftwerk des Energieerzeugers Steag GmbH. Früher wurde dort unter anderem Bahnstrom produziert.

Ende 2019 hatte die Unternehmensgruppe Hagedorn das 37 Hektar große Kraftwerksareal erworben und will es nun für die Ansiedlung neuer Unternehmen aufarbeiten.

Trotz des Verschwindens der alten Landmarken wird Lünen ein Kraftwerksstandort bleiben: Der Stadtwerkeverbund Trianel aus Aachen betreibt dort seit 2013 ein modernes Steinkohelkraftwerk mit einer Leistung von 750 Megawatt.

Das Steag-Kraftwerk wird auf seine Sprengung vorbereitet. Am Sonntag (28.03.) sollen mit insgesamt 420 Kilogramm Sprengstoff Schornstein, Kühlturm und Kesselhaus zu Fall gebracht werden.
Bis zu seiner Stillegung im Jahr 2018 war der Standort in Lünen das älteste Kraftwerk des Energieerzeugers Steag GmbH. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. März 2021 | 17:00 Uhr

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