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2021 gibt es eine Steuererleichterung, die ihren Namen auch verdient. Bildrechte: dpa

Steuererleichterungen

Soli weg, Kindergeld rauf: So viel Geld sparen Sie 2021

Stand: 29. Dezember 2020, 17:30 Uhr

Steuerzahler haben ab Januar 2021 deutlich mehr Geld in der Tasche. Entlastungen gibt es beim Solidaritätszuschlag, beim Kindergeld und beim Steuerfreibetrag. BRISANT sagt Ihnen, wo Sie mehr Netto vom Brutto haben werden.

Gutverdiener-Familien profitieren im kommenden Jahr besonders von den Steuergeschenken der Bundesregierung. Denn wer mehr verdient, spart auch mehr. Bis zu 2.300 Euro Ersparnis sind drin, haben Finanzexperten errechnet. Doch auch Durchschnittsverdiener und Alleinerziehende können sich über deutlich mehr Geld am Ende des Monats freuen.

Der Soli fällt weg

Nach 25 Jahren fällt der Solidaritätszuschlag weg. Eigentlich wird nur der Freibetrag deutlich angehoben, aber 90 Prozent der unteren Steuerklassen zahlen dann keine 5,5 Prozent auf die Einkommenssteuer mehr. Bis zu einem Bruttolohn von etwa 6.200 Euro muss der Soli dann nicht mehr entrichtet werden. Dadurch ergibt sich teilweise eine Ersparnis von knapp 900 Euro!

6,5 Prozent der Bürger müssen den Soli nur noch teilweise zahlen, gestaffelt nach ihrem Einkommen. Spitzenverdiener zahlen den Soli weiterhin in voller Höhe. Das gilt zum Beispiel für Singles, die mehr als 109.000 Euro im Jahr verdienen.

Mehr Geld für Familien

Der Kinderfreibetrag steigt um satte 576 Euro auf 8.388 Euro im Jahr.

Das Kindergeld steigt um 15 Euro pro Kind und Monat. Es beträgt dann 219 Euro für das erste und zweite Kind, 225 Euro für das dritte Kind und sogar 250 Euro ab dem vierten Kind.

Der Unterhaltsvorschuss vom Staat für Alleinerziehende erhöht sich um bis zu 16 Euro pro Monat.

Der Kinderzuschlag erhöht sich von 185 auf 205 Euro pro Monat. Familien mit geringem Einkommen erhalten den Zuschlag zusätzlich zum Kindergeld und zum Wohngeld.

2021 bleibt für die Familie viel Geld übrig. Bildrechte: imago images / Cavan Images

Die Pendlerpauschale steigt

Ab Januar wird auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas eine CO₂-Abgabe fällig. Dann kostet der CO₂-Ausstoß pro Tonne 25 Euro. Für Verbraucher bedeutet das: 2021 verteuert sich Benzin um sieben Cent pro Liter, Diesel und Heizöl um fast acht Cent. Erdgas verteuert sich um 0,6 Cent pro Kilowattstunde.

Um diese Mehrbelastung zu kompensieren, erhöht der Staat die Pendlerpauschale von 30 auf 35 Cent. Sie gilt ab dem 21. Kilometer. Geringverdiener, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags (9.744 Euro) liegen und deshalb keine Steuern zahlen müssen, erhalten ab 2021 die sogenannte Mobilitätsprämie. Sie erhalten ab dem 21. Kilometer 14 Prozent der erhöhten Pendlerpauschale - also 4,9 Cent. Voraussetzung dafür ist aber eine formale Steuererklärung.

Außerdem wird beim Wohngeld ein Aufschlag gewährt, der im Durchschnitt 15 Euro monatlich ausmacht, plus rund 3,60 Euro für jede weitere Person im Haushalt.

Noch mehr Entlastungen

Die Grundrente kommt zum 1. Januar 2021. Der maximale Grundrenten-Zuschlag beträgt 418 Euro brutto im Monat und gilt für alle mit mindestens 33 Beitragsjahren.

Die Einkommensgrenze, ab der man überhaupt Steuern zahlen muss, erhöht sich auf 9.744 Euro. Damit wird die kalte Progression ausgeglichen, die dazu führt, dass etwas mehr Einkommen höher besteuert wird - auch wenn die knappe Gehaltserhöhung lediglich die Inflation ausgeglichen hat.

Der Mindestlohn steigt ab Januar von 9,35 auf 9,50 Euro pro Stunde. Im Juli erfolgt eine weitere Erhöhung auf 9,60 Euro.

Für Menschen mit Behinderung verdoppeln sich die Behindertenpauschalbeträge, die sie anstelle ihrer tatsächlichen Kosten steuerlich geltend machen können

2021 gibt es die neue Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr für alle, die keine Kosten für ein separates Arbeitszimmer daheim geltend machen können. Das gilt auch rückwirkend für das Jahr 2020.

Wer in der Corona-Pandemie zuhause arbeiten musste, kann das steuerlich absetzen. Bildrechte: dpa

Hartz-4-Sätze steigen

Der Hartz-4-Regelsatz für eine alleinstehende Person steigt ab Januar 2021 um 14 Euro pro Monat. Wer in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, erhält zwölf Euro mehr. Kinder bis fünf Jahre erhalten 33 Euro mehr, Kinder von sechs bis 13 Jahre einen Euro, Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre 45 Euro.

Pflegegeld-Reform 2021

Noch nicht abgesegnet ist die Pflegegeld-Reform, die zum 1. Juli 2021 das Pflegegeld, die ambulante Pflegesachleistung und die Tagespflege um fünf Prozent anheben soll. Die Pauschale für Pflegehilfsmittel soll nach einem Eckpunktepapier auf 60 Euro steigen.
Die Pauschalen für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege sollen zu einer Entlastungspauschale von insgesamt 3.300 Euro pro Jahr zusammengefasst werden.

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 29. Dezember 2020 | 17:15 Uhr