Rückkehr der Torero Trotz heftiger Proteste: Stierkampf feiert Comeback auf Mallorca

Brisant | 10.08.2019 | 17:10 Uhr

Der Stierkampf ist auf Mallorca zurück. Trotz heftiger Proteste von Tierschützern, haben am Freitag nach zwei Jahren Zwangspause erstmals wieder Toreros Stiere in der Arena getötet - und ein Comeback gefeiert.

Der Torero Morante de la Puebla hält in der Arena sein Schwert, um einen Stier zu töten.
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Rund 400 Demonstranten trafen sich am Freitagabend in Palma de Mallorca vor der Arena "Coliseo Balear", um lautstark gegen den bevorstehenden Stierkampf zu protestieren. Mallorca würde Tiere schützen und nicht töten, schrieben sie auf ihren Plakaten. Doch trotz der heftigen Proteste waren die Tribünen der Arena, die fast zwölftausend Zuschauer fasst, lange vor Beginn der Veranstaltung gefüllt und die Menschen standen Schlange, um Karten für das Event zu ergattern. Die Preise: 30 Euro kosten ermäßigte Karten für Senioren ab 65 Jahren, die regulären Karten gehen bei 50 Euro los.

Stierkampf gilt als "Kulturgut"

Obwohl in Spanien der Stierkampf seit 2013 als "nationales Kulturgut" gilt, findet inzwischen mehr als die Hälfte der Spanier, dass die blutigen Kämpfe zwischen Tier und Mensch verboten werden sollten. Auf Mallorca herrschte bereits seit zwei Jahren eine Zwangspause. Nun ermöglichte das spanische Verfassungsgericht jedoch die Rückkehr der Toreros auf Mallorca.

Richter kippen balearisches Verbot

Ende 2018 kippten die Richter in Madrid in Teilen ein balearisches Stierkampfverbot aus dem Jahr 2017. Annulliert wurde vor allem ein seitdem geltendes Verletzungs- und Tötungsverbot. Die Begründung der Richter lautete: Nur der Staat könne über solche Verbote entscheiden. Einzelne Regionen dürfen nicht eigenmächtig solche Beschlüsse fassen.

Tierschützer beteiligen sich an einer Demonstration in der Nähe der Stierkampfarena Coliseo Balear.
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Alkoholverbot gilt weiterhin

Allerdings gelten einige Beschlüsse von 2017 auf Mallorca auch weiterhin, denn Minderjährige durften beispielsweise am Freitag nicht in die Arena und es gilt Alkoholverbot. Zudem werden die Stiere vor ihrem Einsatz auf Doping- und Beruhigungsmittel per Blutprobe untersucht. Insgesamt wurden acht Tiere am Freitag bei dem Stierkampf getötet.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 10. August 2019 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2019, 16:54 Uhr

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