Milliarden gegen Corona Strompreise sinken dank Konjunkturpaket: So viel können Sie sparen

Mit einem gigantischen Konjunkturpaket will die Regierung die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Auch die Strompreise werden indirekt gesenkt. Wie viel Sie als Kunde sparen, haben wir hier ausgerechnet.

Stromzähler
Der Durchschnittshaushalt zahlt 1.200 Euro für Strom im Jahr. Bildrechte: imago images/Winfried Rothermel

Die Regierung hat sich auf ein Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro für dieses und das kommende Jahr geeinigt. Dazu gehört eine Entlastung bei den Stromkosten. Dafür soll die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom-Anlagen ab 2021 minimal gesenkt und gedeckelt werden. Auch die Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent für 6 Monate kommt dem Verbraucher zugute.

Gesenkte Mehrwertsteuer entlastet Verbraucher

Das Verbraucherportal Verivox hat errechnet, wie viel Kunden mit dem Konjunkturpaket sparen. Durch die geringere Mehrwertsteuer reduziert sich der Strompreis schon mal in diesem Jahr um 2,5 Prozent.

Derzeit zahlt ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh rund 30 Cent pro Kilowattstunde. Das macht etwa 1.200 Euro im Jahr. Mit der geringeren Mehrwertsteuer reduziert sich der Strompreis auf durchschnittliche 29,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Familie spart damit rund 15 Euro. 

Ein Stromkabel mit Stecker liegt auf einer Stromrechnung auf der das Modell eines Einfamilienhauses steht.
Insgesamt spart der Durchschnitthaushalt 63 Euro bis Ende 2022. Bildrechte: IMAGO

Deckelung der EEG-Umlage senkt Strompreis

Die EEG-Umlage soll auf 6,5 Cent pro Kilowattstunde im kommenden Jahr sinken, 2022 auf 6,0 Cent. Derzeit beträgt sie 6,76 Cent.

Das Energiewissenschaftliche Institut an der Uni Köln hatte errechnet, dass die Umlage auf 8,44 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2021 steigen könnte. Im Jahr 2022 würde sie bei 6,99 Cent liegen.

Mit der Deckelung der EEG-Umlage zahlt der Durchschnittshaushalt im kommenden Jahr rund 12 Euro weniger für den Strom.

Da die EEG-Umlage im Jahr 2022 auf nur noch 6,0 Cent sinkt, sinkt auch der Strompreis auf rund 29,1 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings beträgt dann die Mehrwertsteuer wieder 19 Prozent, so dass der Musterhaushalt durchschnittlich 36 Euro im Jahr sparen dürfte.

Die EEG-Umlage macht 22,5 Prozent des Strompreises aus. Hinzu kommen Netzgebühren, Umsatzsteuer, Stromsteuer, Produktions- und Vertriebskosten sowie andere Abgaben.  

Kunststoffrohre, durch die Strom-Erdkabel gezogen werden, sind auf einer Baustelle verlegt worden
Der Ausbau für Energie wird für die Erzeuger nicht günstiger. Bildrechte: dpa

Versorger dürfen nicht an Preisschraube drehen

Doch so einfach ist es nicht. Voraussetzung ist immer, dass sich bei den anderen Strompreisbestandteilen nichts ändert und dass die Stromanbieter nicht an der Preisschraube drehen. Denn auch sie müssen die Netzentgelte bezahlen - und die steigen bedingt durch den Ausbau der Stromnetze vermutlich erheblich an. Schon vor Corona haben viele Versorger die gesunkenen Einkaufspreise am Strom-Markt nicht an die Kunden weitergegeben.

Im Jahr 2000 wurde vom deutschen Gesetzgeber das "Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien" (EEG) verabschiedet. Es soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien vorantreiben, unter anderem von Wind- und Solarstrom.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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