Superspreaderin macht Party Infizierte Touristin feiert in Garmisch-Partenkirchen

Eine infizierte Frau hat die Corona-Fälle in Garmisch-Partenkirchen sprunghaft ansteigen lassen. Die 26-Jährige war trotz Symptomen feiern und steckte als "Superspreaderin" vermutlich viele weitere Menschen an. Der Landkreis muss nun Beschränkungen erlassen.

Blick auf Garmisch-Partenkirchen mit der Skisprungschanze (hinten).
Garmisch-Partenkirchen wurde Mitte September zum Hotspot. Bildrechte: dpa

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 59 angestiegen. Damit ist der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Beschränkungen wurden erlassen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes versuchen nun, weitere Infizierte und Erkrankte aufzuspüren. Vermutlich sind noch weitere Personen infiziert. Vor allem Partygänger im Alter zwischen 18 und 35 Jahren könnten betroffen sein.

Infizierte feierte in mehreren Lokalen

Die Frau reiste nach Angaben des Landratsamtes Ende August oder Anfang September nach Deutschland ein. Ob sie das Virus aus den USA mitbrachte und möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, ist noch unklar. Allein in einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der sie übernachtet hatte, wurden demnach bisher 23 Menschen positiv getestet.

Mit Hochdruck versucht das Corona-Ermittlungsteam, Infektionsketten nachzuvollziehen. Dies gestalte sich jedoch äußerst schwierig, wie Landrat Anton Speer dem Bayerischen Rundfunk mitteilte. Die hoch infektiöse 26-jährige Amerikanerin war nämlich in mehreren Lokalitäten in Garmisch-Partenkirchen unterwegs. Vermutlich hielt sie sich rund um das letzte Wochenende sowie am vergangenen Dienstag in einer Cocktailbar am Marienplatz und in einer irischen Kneipe am Rathausplatz auf. Dort sei sie mit zahlreichen weiteren Personen in Kontakt gewesen und als sogenannte "Superspreaderin" könnte sie zahlreiche Menschen angesteckt haben.

Was bedeutet der Begriff "Superspreader" In der Epidemiologie bezeichnet der Ausdruck "Superspreader" Menschen, die infiziert sind und besonders viele Menschen anstecken. Die Zahl der von ihnen direkt Infizierten übersteigt dabei deutlich die sogenannte Reproduktionszahl. Zu vielen Ansteckungen kommt es beispielsweise bei sogenannten Superspreading-Events. Also Zusammenkünften von mehreren Menschen, bei denen sich Viren dann besonders gut verbreiten können.

Partygänger sollen sich testen lassen

Der Landrat appelliert an alle Bürger, die in den letzten Tagen im Nachtleben unterwegs waren, sich beim Gesundheitsamt in Garmisch-Partenkirchen zu melden und sich freiwillig testen zu lassen. Aus medizinischer Sicht sei mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen, teilte das Landratsamt mit.

Neue Beschränkungen in Kraft

Um ein weiteres Infektionsgeschehen zu unterbinden, wurden gestern mit sofortiger Wirkung weitere Beschränkungen erlassen. So schließen für die nächsten sechs Tage in der Gemeinde alle Lokalitäten um 22.00 Uhr, der Kontakt im öffentlichen Raum wird auf maximal fünf Personen beschränkt und die Teilnehmerzahl an privaten Feiern wurde im Freien auf maximal 100 und in geschlossenen Räumen auf maximal 50 Personen festgelegt.

Massentests zeigen wenige Infektionen

Nach etwa tausend Tests auf das Coronavirus gab es nur drei positve Testergebnisse. Etwa 700 der Tests waren am Dienstag ausgewertet worden, wie Landrat Anton Speer bekannt gab. Weitere 300 Tests fielen allesamt aus. In den gleichen Zeitraum fallen noch vier Neuinfektionen im Landkreis, die aber in Zusammenhang mit der 26-Jährigen stehen, so das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen.

Mit Material von dpa.