Spritpreise Benzin und Diesel nicht überall billiger: Wann kommt der Tankrabatt?

Heute (1. Juni) tritt der von der Bundesregierung beschlossene Tankrabatt in Kraft. Der soll Verbraucher in Zeiten hoher Spritpreise entlasten. Doch an den Tankstellen sind die Spritpreise nicht überall gefallen. Sollte man mit dem Tanken deshalb lieber noch ein paar Tage warten?

Wegweiser mit der Aufschrift Tankrabatt
Ab 1. Juni wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt. Beim Endverbraucher könnte diese Erleichterung erst ein paar Tage später ankommen. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Dass das Tanken ab dem 1. Juni billiger wird, ist Teil des Entlastungspakets der Bundesregierung. Denn die Spritpreise haben sich in den vergangenen Monaten stark erhöht, was nicht nur viele Bürgerinnen und Bürger, sondern auch das Handwerk oder die Logistikbranche vor Probleme stellt.

Von Juni bis Ende August wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe deshalb auf das europarechtlich mögliche Mindestmaß abgesenkt. Bei Benzin sinken die Steuersätze dem Bundesfinanzministerium zufolge um 35,2 Cent je Liter, bei Diesel um 16,7 Cent. Diese Ersparnis sollen die Tankstellen-Betreiber an ihre Kunden weitergeben. Gesetzlich verpflichtet sind sie dazu allerdings nicht.

Tanken an einer Tankstelle, Detail Hand mit Zapfpistole, symbolisch umhüllt von Geldscheinen
Verpflichtet sind Tankstellen-Betreiber nicht, die gesenkte Energiesteuer an Kunden weiterzugeben. Bildrechte: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Spritpreise vergleichen: Wird tanken ab 1. Juni wirklich billiger?

Ein Haken: Tankstellen können Sprit und Diesel erst seit dem 1. Juni mit abgesenkter Energiesteuer einkaufen. Den Kraftstoff, der an den Tankstellen vorrätig ist, haben diese allerdings bereits im Mai gekauft - und damit zum alten Steuersatz. Diese Kraftstoffe müssen erst einmal (zu den alten Konditionen) verkauft werden. Wie schnell das geht, wird von der jeweiligen Tankstelle abhängen.

Auch der Zentralverband des Tankstellengewerbes weist darauf hin, dass Autofahrer nicht sofort mit sinkenden Spritpreisen rechnen können. Denn die wenigsten Betreiber können es sich leisten, "das teurer eingekaufte Benzin und den teurer eingekauften Diesel billiger anzubieten".

Die tagesaktuellen Preise einzelner Tankstellen zu vergleichen, dürfte sich also lohnen. Wer die günstigste Tankstelle in der Nähe ansteuern möchte, kann spezielle Apps zu Rate ziehen. Auf der Internetseite des Bundeskartellamts sind insgesamt 56 solcher Verbraucher-Anwendungen aufgelistet. Ihre Daten beziehen sie von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts.

Auch der ADAC bietet auf seiner Internetseite eine Suchfunktion für günstige Tankstellen an. Die Tankstellensuche gibt es unter dem Namen "ADAC Spritpreise" auch als App für IOS- und Android-Smartphones.

Ein Mann hält in einem Auto hinter dem Lenkrad ein Smartphone in der Hand mit der Aufschrift Tankrabatt.
Wo ist das Tanken am günstigstens? Darüber geben verschiedene Apps Auskunft. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Werden jetzt Benzin und Diesel knapp - sollte man sich bevorraten?

Die Tankstellenbranche warnt vor Engpässen und langen Schlangen an den Zapfsäulen ab dem 1. Juni. Mit der Preissenkung treffe eine hohe Nachfrage der Autofahrer auf ein verknapptes Angebot. Das könnte sich dem ADAC zufolge in grenznahen Regionen zusätzlich verstärken - durch Autofahrer aus dem Ausland, die ebenfalls von den günstigeren Spritpreisen profitieren möchten.

Wer Anfang des Monats auf sein Auto dringend angewiesen ist, sollte also vorsorglich ein paar Liter zu den alten Konditionen tanken, um lange Wartezeiten und eventuelle Engpässe zu vermeiden.

Könnte der Sprit jetzt sogar teurer werden?

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schließt nicht aus, dass der Tankrabatt zu sogar höheren Spritpreisen führen kann, "wenn alle am 1. Juni zur Tankstelle fahren". Dann sei die Nachfrage noch viel größer "und das Benzin wird auf einmal ein noch kostbareres Gut und dann haben wir den Preis gesenkt, aber in Wahrheit geht er nach oben", sagte Habeck. Das läge dann am Marktgeschehen und würde sich "auch wieder beruhigen", so Habeck weiter.

AFP/dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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