Höhlendrama in Thailand Taucher stirbt beim Transport von Sauerstoff

BRISANT | 06.07.2018 | 17:15 Uhr

Die thailändischen Jungen und ihr Trainer leben, doch ein Retter ist tot: Der Taucher starb auf dem Rückweg von der Gruppe, nachdem er Atemluft zu ihnen gebracht hatte.

Taucher eines internationalen Rettungsteams gehen zum Eingang der Höhle, in der 12 Jugendliche und ihr Trainer seit fast zwei Wochen eingeschossen sind.
Taucher auf dem Weg zum Eingang der Höhle. Bildrechte: dpa

Genaue Todesursache unklar

Bei den Rettungsbemühungen in der thailändischen Höhle ist ein Taucher ums Leben gekommen. Der 37-Jährige starb nach Behördenangaben aufgrund von Sauerstoffmangel. Das frühere Mitglied einer thailändischen Spezialeinheit habe Behälter mit Atemluft in die Höhle gebracht und auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren. Wiederbelebungsversuche noch in der Höhle schlugen offenbar fehl. Die genauen Todesumstände des Tauchers sind unklar. Möglich ist, dass seine Druckluftflasche beschädigt war oder ihm die Atemluft ausging.

Ehrenvolle Trauerfeier geplant

"Wir sind dafür trainiert, jederzeit mit Risiken zu rechnen. Das gehört zum Job", sagte Arpakorn Yookongkaew, Kommandeur der Spezialeinheit. "Wir werden uns nie zurückziehen. Wir bleiben, bis die Mission abgeschlossen ist", fügte er hinzu. Für den Taucher werde es eine ehrenvolle Trauerfeier geben, hieß es auf Anweisung des thailändischen Königs.

Wird die Atemluft knapp?

Gleichzeitig steigt die Sorge, dass auch die Atemluft für die zwölf Jungen und ihren Trainer in der Höhle knapp werden könnte. Die Retter wollen daher Sauerstoff in die Kammer leiten, in der die Fußballmannschaft Zuflucht gefunden hat.

Fast fünf Kilometer lange Sauerstoffleitung

Die geplante Sauerstoffleitung vom Höhleneingang bis zu der Kammer mit den Eingeschlossenen müsse rund 4,7 Kilometer lang sein, sagte Armeegeneral Chalongchai Chaiyakam, der an der Rettungsaktion beteiligt ist. "Unsere Hauptaufgabe ist es, ein Rohr in die Kammer zu legen, damit die Gruppe mehr Luft zum Atmen bekommt." Der Sauerstoffgehalt in der Kammer liege aktuell bei rund 15 Prozent, sagte er. Normalerweise beträgt der Sauerstoffgehalt in der Luft rund 20 Prozent. Wie lange die Fußballer und ihr Trainer noch ohne zusätzlichen Sauerstoff in der Höhle ausharren können, ist unklar.

Höhle Thailand Grafik
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seit 23. Juni eingeschlossen

Die Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 16 Jahren und ihr Trainer sitzen seit dem 23. Juni in der Höhle fest, nachdem ihnen Wassermassen den Rückweg abgeschnitten hatten. Das Team hatte die Höhle nach einem Training aufgesucht, war dabei wohl von einer Sturzflut überrascht worden - und hatte sich vor den Wassermassen immer tiefer ins Innere gerettet.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Juli 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2018, 21:30 Uhr

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