Polizei ermittelt Katze in Lebendfalle erschossen - Schwere Vorwürfe gegen Jägerin

Ein Tierschutzverein hat ein Video von der Tötung einer gefangenen Hauskatze veröffentlicht und schwere Vorwürfe gegen eine Jägerin erhoben. Auch Polizei und Jagdverband sind inzwischen involviert.

Jägerin
Die Polizei ermittelt gegen eine Jägerin wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. (Themenbild) Bildrechte: imago images / Countrypixel

Nach dem Auftauchen von Videomaterial, auf dem das Erschießen einer Katze zu sehen sein soll, ermittelt die Polizei wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Zu dem Vorfall in einem Wald bei Zusmarshausen (Landkreis Augsburg) sei nach den Weihnachtsfeiertagen eine Anzeige eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Montag (04.01.). Das Videomaterial werde nun gesichtet, die Ermittlungen stünden aber noch ganz am Anfang.

Tierschutzorganisation erhebt Vorwürfe

Die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz hatte den Vorwurf am Sonntag (03.12.) veröffentlicht, eine Jägerin habe im Dezember in der Nähe von Augsburg eine in einer Lebendfalle gefangene Hauskatze mit mehreren Kopfschüssen aus einer Pistole getötet. In einer Videoaufnahme des Vorfalls schien das Tier zu leiden, nachdem die ersten Schüsse nicht tödlich gewesen zu sein schienen. "Dieser Jägerin gehören sofort Waffe und Jagdschein weggenommen", forderte Soko-Tierschutz-Sprecher Friedrich Mülln. Die Tierschützer hätten Anzeige erstattet. Das Schicksal der Katze stehe stellvertretend für Hunderttausende Katzen in Deutschland, die in Lebendfallen gerieten.

Eine schwarze Katze in einem Transportkäfig
Für die Katze war es nach Angaben des Tierschutzvereins ein qualvoller Tod. (Themenbild) Bildrechte: imago images / CHROMORANGE

Jagdverband will Vorfall prüfen

Der bayerische Jagdverband (BJV) hatte nach dem Auftauchen des Videomaterials eine Prüfung des Vorfalles angeordnet. Was in den Videos zu sehen sei, sei "nicht tierschutzkonform, nicht waidgerecht und deshalb für uns nicht hinnehmbar. Die Grundlage für unsere Jagd ist die Achtung vor der Schöpfung", betonte der bayerische Jägerpräsident Ernst Weidenbusch.

Der Verband bat nach eigenen Angaben den sogenannten Jägerausschuss von Schwaben, gegebenenfalls ein Verfahren wegen Verstoßes gegen die Grundsätze der deutschen Waidgerechtigkeit nach dem Bundesjagdgesetz einzuleiten. In einem solchen Fall werde den Behörden empfohlen, der Jägerin den Jagdschein zu entziehen.

Hund und Katze
Hunderttausende Hunde und Katzen wurden offenbar schon von Jägern erlegt. (Themenbild) Bildrechte: Colourbox.de

Gängige Jagdpraxis?

Grundsätzlich dürfen nach bayerischem Jagdrecht Katzen und Hunde, die sich mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Haus entfernt haben und ohne Aufsichtsperson unterwegs sind, erschossen werden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. Demnach spricht das Bayerische Jagdgesetz dann von "wildernden" Katzen und Hunden. Offenbar werden so in Deutschland mehrere Hunderttausend Katzen von Jägern erschossen. Nach Angaben des BJV gilt jedoch das ungeschriebene Gebot, kein Tier zu erlegen, das einen Namen tragen könnte.

Was sagt die Jägerin zu dem Vorfall? Nach Angaben der "Bild"-Zeitung hat sie den Fall bestätigt. "Das ist eine gängige Jagdpraxis. Es gab eine Fasanenfütterung einen Kilometer entfernt. Da stellt man eine Falle auf gegen wilderndes Raubzeug, da gehört eine Katze dazu", wird die Jägerin in dem Bericht zitiert.

ten/dpa/br

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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