Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren
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Hessische Fabrik geschlossen Zwei Todesfälle - Wilke-Wurstwaren weltweit zurückgerufen

BRISANT | 04.10.2019 | 17:15 Uhr

Nach zwei Todesfällen und mehreren Erkrankungen durch Listerien-Keime in Fleischwaren der nordhessischen Firma Wilke hat die Verbraucherorganisation "foodwatch" Betroffene aufgerufen, sich zu melden. Dies gelte für weitere Erkrankte ebenso wie für Angehörige, hieß es in einer veröffentlichten Mitteilung.

Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren
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Foodwatch wolle prüfen, ob in dem konkreten Fall Unternehmen und Behörden auch wirklich alles getan hätten, "um Erkrankungen zu vermeiden und die Menschen zu warnen", hieß es. Die Behörden hatten die Produktion des Unternehmens Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren in Twistetal-Berndorf (Hessen) am Dienstag vorläufig geschlossen.

Todesfälle: zwei ältere Menschen aus Hessen

Wie der Kreis am Mittwoch mitteilte, wurden in Wurstprodukten der Firma Listerien nachgewiesen. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) habe einen unmittelbaren Zusammenhang zu Todesfällen von zwei älteren Menschen aus Hessen ergeben. Wie die Listerien in die Wurst kamen, ist bislang unklar. Zudem gibt es 37 Krankheitsfälle, die möglicherweise mit Wurstwaren der Firma im Zusammenhang stünden. Diese Zahl habe sich auch nach einem Aufruf der Verbraucherorganisation "foodwatch" an mögliche weitere Betroffene, sich zu melden, nicht erhöht.

Heruntergelassen Rolltore beim Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen
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Gefahr für abwehrgeschwächte Personen

Stichwort: Listerien Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien. Wenn Menschen sie aufnehmen, können sie an Listeriose erkranken. Das passiert nur in sehr wenigen Fällen.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen.

Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Personen: Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Transplantierte, Schwangere. Bei ihnen und bei Ungeborenen kann Listeriose zum Tod führen.

Betroffene Waren haben ovales Kennzeichen "DE EV 203 EG"

Nach Angaben des Unternehmens vom Mittwoch wurden "alle im Unternehmen hergestellten Erzeugnisse mit sämtlichen Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdaten" zurückgerufen. Die betroffenen Waren seien durch das ovale Kennzeichen "DE EV 203 EG" eindeutig zu identifizieren. Die Artikel könnten gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Wilke-Wurst soll allerdings auch an Fleischtheken und Großküchen, in Krankenhäusern und Kantinen geliefert worden sein.

Keime in Pizzasalami und Brühwurst

Die Keime waren in Pizzasalami und Brühwurst nachgewiesen worden, so der Landkreis. Den ersten Fund in einem Wilke-Produkt habe es im März in Hamburg gegeben. "Das ist unserer Lebensmittelüberwachung gemeldet worden", sagte Kreissprecher Hartmut Wecker. Die Behörden hätten dann Proben in dem Betrieb genommen und eine Grundreinigung angeordnet. Das habe nicht geholfen.

Eine Salamipizza
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Deswegen war es jetzt notwendig, den Betrieb zu schließen, um Quelle und Keimherd zu finden.

Hartmut Wecker Kreissprecher Hamburg

Noch ist unklar, wie die tödliche Keime in Wurstwaren der hessischen Firma gelangten. Die zuständingen Behörden erwarten am Freitag den Untersuchungsbericht einer Arbeitsgruppe. Das sagte ein Sprecher des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg. Neue Erkenntnisse werde es voraussichtlich am Nachmittag geben. Das vorläufig geschlossene Unternehmen Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren bleibe zunächst weiter zu.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Oktober 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2019, 18:28 Uhr

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