"Es war, als hätte eine Bombe eingeschlagen" Tornado in der Eifel - ein Augenzeuge berichtet

BRISANT | 14.03.2019 | 17:15 Uhr

Am Tag wird sichtbar, mit welcher Gewalt der Tornado in der Eifel gewütet hat. Die Schäden sind verheerend. Trotzdem sprechen die Menschen dort von Glück.

Roetgen: Mitglieder der Feuerwehr stehen vor einem Haus, dessen Dach schwer beaschädigt wurde.
Der Tornado hat eine fast messerscharfe Schneise am nördlichen Ortsrand der Gemeinde gezogen - vielleicht 200 oder 300 Meter breit. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr leicht verletzt. Von 35 beschädigten Häusern sind zehn unbewohnbar. Bildrechte: dpa

Abgedeckte Dächer, massive, tragende Dachbalken, die herausgerissen sind, abgesplitterte Dachziegel, die wie Messer in einer Hausfassade stecken: Ein Tornado ist durch die Eifelgemeinde Roetgen gefegt und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

"Schmeißt euch auf den Boden"

Harald Müller hat genug mit dem Schutt aus Ziegeln und anderen Überbleibseln vor seinem Haus zu tun. Trotzdem erzählt er so aufgewühlt von diesem Moment am Vortag, als wäre es gerade erst passiert: "Es wurde dunkel. Dann begann es zu hageln." Dann dieser unbeschreibliche Lärm. Das Kindertrampolin wirbelte durch den Garten. "Schmeißt euch auf den Boden", ruft er seinen hereinkommenden Kindern geistesgegenwärtig zu und wirft sich mit ihnen hin. Überall im Haus knallen Scheiben. "Es war, als hätte eine Bombe eingeschlagen."

Dachziegel stecken nach einem Tornado in der Fassade eines Hauses.
Bildrechte: dpa

"Überall Scherben"

Der Schwiegervater wird verletzt. Er lässt gerade noch ein Rollo herunter - zum Schutz. Für den Sturm ein Kinderspiel: Er drückt das Rollo samt Fenster ein. Das geht zu Bruch und verletzt den Mann. "Er hatte Schnittwunden und wurde an der Hüfte verletzt", erzählt Müller. Etwa eine halbe Minute habe der Sturm gewütet. Dann plötzlich Stille. "Überall lagen Scherben."

Am Ende kommt die Erkenntnis, sie hätten sterben können, wenn sie hinter der großen Glasscheibe gestanden hätten, die der Wind zerstört hat. Mit seiner Kraft habe der Tornado sogar das ganze Dach an einer Seite angehoben, sagt Müller und kann die Konsequenzen noch nicht absehen. "Ich hoffe, dass wir weiter hier leben können", sagt der Mann.

Es ist ein Glück, dass keiner tot geblieben ist.

Harald Müller | Anwohner

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. März 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 21:24 Uhr

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