Kupferrotes Spektakel am Himmel Blutmond sorgt vielerorts für Staunen

BRISANT | 21.01.2019 | 17:15 Uhr

Seltenes Bild für Frühaufsteher: Der Vollmond schimmerte am Montagmorgen während einer totalen Mondfinsternis rötlich. Das sah man in weiten Teilen Deutschlands. Doch woher kommt der rote Schimmer?

Ein sogenannter Blutmond ist während einer totalen Mondfinsternis am nächtlichen Himmel zu sehen
Ein sogenannter Blutmond ist während einer totalen Mondfinsternis am nächtlichen Himmel zu sehen. (Archiv) Bildrechte: dpa

Schlechte Sicht im Norden und Süden

"Heute haben wir sogar eine sehr helle Finsternis", sagte die Leiterin des Planetariums in Bochum, Susanne Hüttemeister. Besonders in der Mitte Deutschlands habe man die Mondfinsternis gut sehen können, so DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem im Norden und im Alpenvorland machte das Wetter mit Nebel und vielen Wolken den Mond-Fans aber einen Strich durch die Rechnung.

Zu einer solchen Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond kommen. Sonne, Erde und Mond liegen dabei genau auf einer Linie. "Die Mondbahn ist geneigt gegen die Erdbahn", sagte Hüttemeister. "Deswegen läuft der Mond normalerweise südlich oder nördlich vorbei am Erdschatten. Heute trifft er ihn genau."

Vom Voll- zum Blutmond

Mondfinsternis
Jede Mondfinsternis beginnt mit einem Vollmond - wie hier über Halle. Bildrechte: Gerald Perschke
Mondfinsternis
Jede Mondfinsternis beginnt mit einem Vollmond - wie hier über Halle. Bildrechte: Gerald Perschke
Mondfinsternis
Gegen 05:00 Uhr heute morgen war der Mond halb im Kernschatten, wie hier über Leipzig. Bildrechte: Gerald Perschke
Mondfinsternis
05:20 - nur noch 20 Minuten bis zur Totale. Bildrechte: Gerald Perschke
Ein roter Mond.
Totale Mondfinsternis heißt nicht schwarz, sondern rot. Das Restlicht, das um die Erde auf den Mond gelangt, sorgt dafür. Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt
Der Blutmond hinter der Grabkapelle auf dem Württemberg.
Der Blutmond - immer gut für stimmungsvolle Bilder, wie hier hinter der Kapelle eines Friedhofes in Stuttgart. Bildrechte: imago/Arnulf Hettrich
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Lichtstreuung als Ursache für roten Schimmer

Der Mond erscheint rötlich, weil rotes Licht durch die Erdatmosphäre in den Schatten gestreut wird. "Deshalb kommt auch der etwas unschöne Begriff Blutmond, den man überall liest, der aber eigentlich von einer amerikanischen Weltuntergangssekte erfunden worden ist und gar nicht historisch ist", so Hüttemeister.

Das Schauspiel begann gegen 4.34 Uhr, als der Vollmond langsam in den Kernschatten der Erde rückte. Um etwa 5.41 Uhr war der Mond vollkommen darin verschwunden - die totale Mondfinsternis begann. Von 6.44 Uhr an rückte der Mond wieder langsam aus dem Kernschatten heraus. Da der Mond gerade auf einem besonders erdnahen Abschnitt seiner in etwa elliptischen Bahn ist, erscheint er zudem besonders groß.

Geduld bis zum nächsten Mal

Wer den kupferroten Mond verpasst hat, muss sich etwas gedulden: Zwei richtig gut von Deutschland aus zu sehende totale Mondfinsternisse werde es erst Silvester 2028 und in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2029 geben, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 15:27 Uhr

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