Ein Polizeibeamter steht an der Hausotter Grundschule in Reinickendorf und beobachtet die eintreffenden Schüler, die überwiegend von ihren Eltern gebracht wurden.
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Erstes Obduktionsergebnis Tote Elfjährige in Berlin: Keine Gewalt durch Außenstehende

BRISANT | 14.02.2019 | 17:15 Uhr

Ein Polizeibeamter steht an der Hausotter Grundschule in Reinickendorf und beobachtet die eintreffenden Schüler, die überwiegend von ihren Eltern gebracht wurden.
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Nach dem Tod einer elfjährigen Grundschülerin in Berlin hat die Obduktion keine Hinweise auf eine Gewalteinwirkung durch Dritte ergeben. Das hat die Staatsanwaltschaft Berlin am Mittwoch bekanntgegeben.

Keine Details

Details zur Todesursache wurden auch auf Nachfrage nicht genannt. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde sagte, es werde noch einige Zeit dauern, bis das laufende Todesermittlungsverfahren abgeschlossen sei.

Mobbing steht im Raum

Vor knapp zwei Wochen war der Tod des Mädchens aus dem Bezirk Reinickendorf bekanntgeworden. Das Thema Mobbing steht im Raum. Laut „Tagesspiegel“ soll das Mädchen einen Suizid-Versuch unternommen haben, dessen Folgen sie im Krankenhaus erlag. Schuldirektorin Daniela Walter räumt ein, dass es Probleme an der Schule gebe und diese jetzt behoben werden sollen.

Die Eltern seien aufgefordert worden, die Schule über Mobbingvorfälle zu unterrichten, wenn Kinder davon zuhause erzählen. Laut Schulverwaltung soll zudem der Mobbing-Experte Herbert Scheithauer von der Freien Universität die Schule beraten.


Mobbing erkennen und dagegen aktiv werden - so geht's!

2013 hatte das Eltern-"Bündnis gegen Cyber-Mobbing" eine bundesweite Studie in Auftrag gegeben. Mehr als 9.000 Schüler, Lehrer und Eltern wurden befragt. Ergebnis: Jeder sechste Schüler ist schon einmal Opfer von Cyber-Mobbing geworden. In der Gruppe der 14 bis 16-jährigen sogar jeder Fünfte. Und das ohne Ausnahme. "Cyber-Mobbing ist ein Problem an allen Schulen", so die Schlussfolgerung der Studie. Das bestätigen die Zahlen der letztveröffentlichten PISA-Studie aus dem Jahr 2015. In Deutschland wird demnach fast jede(r) sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer von Mobbing an seiner Schule (PISA-Studie über Lernumfeld und Lernverhalten). Mehr als eine halbe Million Schüler weltweit wurden befragt, darunter 10.000 in Deutschland. "Für manche ist die Schule ein Ort der Qual", schreiben die Autoren.

Bereits 2006 gründete sich die Initiative "Schüler gegen Mobbing", deren Portal bis heute Aufklärung und Informationen bietet und Anlaufstelle für Betroffene ist. In einem EU-Projekt entwickelten Jugendliche für Jugendliche die App Klicksafe. Sie soll den Jugendlichen zeigen, wie man gegen Cyber-Mobbing ganz konkret vorgehen kann.

Antworten-Katalog der TU München

Psychologen der TU München haben aus ihren Forschungen einen großen Antworten-Katalog erarbeitet, der sich vor allem an Eltern und Lehrer richtet. Angefangen von "Wo endet die Rauferei und wo fängt Mobbing an" über die Frage "Sollen Eltern Kontakt zu den Tätern aufnehmen?" bis zu rechtlichen Fragen wie "Was tun, wenn sich nichts ändert?"

Sie haben Selbsttötungsgedanken oder eine persönliche Krise? Die Telefonseelsorge hilft Ihnen rund um die Uhr: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Der Anruf ist anonym und taucht nicht im Einzelverbindungsnachweis auf. Auf der Webseite www.telefonseelsorge.de finden Sie weitere Hilfsangebote, zum Beispiel per E-Mail oder im Chat.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Februar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Februar 2019, 15:34 Uhr

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