Dexamethason, Remdesivir & Co. Mit diesen Medikamenten soll Donald Trump schnell gesund werden!

Um den Gesundheitszustand des an COVID-19 erkrankten US-Präsidenten ranken sich zahlreiche Gerüchte. Mittleweile hat er das Krankenhaus verlassen, soll im Weißen Haus wieder seines Amtes walten. Wie gut oder schlecht geht es Donald Trump? Aufschluss könnte ein Blick auf die Medikamente geben, mit denen seine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus behandelt wird.

Donald Trump, Präsident der USA, arbeitet in der Präsidenten Suite des Militärkrankenhauses Walter Reed in Bethesda.
Bereits gesund genug, um zu arbeiten? US-Präsident Donald Trump in der Präsidentensuite des Walter-Reed-Militärkrankenhauses. Bildrechte: Joyce N. Boghosian/The White House/dpa

Die Meldungen rund um den an COVID-19 erkrankten US-Präsidenten bleiben nebulös. Nachdem es zuletzt hieß, Donald Trump zeige deutlich stärke Krankheitssymptome als zunächst behauptet, hat er es sich am Sonntag nicht nehmen lassen, sich im Auto seinen Anhängern zu zeigen. Mittlerweile hat er das Walter-Reed-Militärkrankenhaus verlassen und soll im Weißen Haus wieder seines Amtes walten.

Donald Trump, Präsident der USA, fährt vor dem Walter-Reed-Militärkrankenhaus an seinen Anhängern vorbei.
Am Sonntag zeigte sich Trump seinen Fans, blieb dafür aber immerhin im Auto. Bildrechte: dpa

Dexamethason, Remdesivir und Antikörper-Cocktail

Seinem Leibarzt Sean Conley zufolge soll Donald Trump neben Sauerstoff-Infusionen das entzündungshemmende Steroid-Medikament Dexamethason, das Mittel Remdesivir, einen Säureblocker sowie einen sogenannten Antikörper-Cocktail des US-Pharmakonzerns Regeneron erhalten haben. Was bewirken diese Medikamente - und in welchem Stadium einer COVID-19-Erkrankung werden sie Patienten normalerweise verabreicht?

Ebola-Medikament Remdesivir

Das in Deutschland bekannteste unter den Medikamenten, die den US-Präsidenten schnell wieder fit machen sollen, ist das Medikament Remdesivir. Ursprünglich ein Mittel gegen Ebola, ist es in der EU (unter Auflagen) als Medikament gegen Coronaviren zugelassen. Es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung notwendig ist.

Eine Studie hat gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zur Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann. Verabreicht werden darf es an COVID-19 erkrankten Patienten ab zwölf Jahren, die eine Lungenentzündung haben und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden müssen.

Trumps Arzt Sean Conley
Donald Trumps Leibarzt Sean Conley hat die Öffentlichkeit über die Medikamentierung des US-Präsidenten informiert. Bildrechte: dpa

Entzündungshemmer Dexamethason 

Bei Dexamethason handelt es sich um einen Entzündungshemmer, der das Immunsystem unterdrückt. Üblicherweise kommt das Kortisonpräparat bei der Behandlung von Allergien zum Einsatz. Jetzt wird es auch besonders schwer erkrankten COVID-19-Patienten verabreicht, die auf Sauerstoff angewiesen sind. Laut einer britischen Studie soll es ihre Sterblichkeit um gut ein Drittel senken.

U.S.-Präsident Donald Trump szeigt aus Helikopter bei seiner Ankunft im Walter Reed National Military Medical Center.
Sichtlich geschwächt hat US-Präsident Donald Trump am Freitag auf dem Gelände des Walter-Reed-Militärkrankenhauses den Helikopter verlassen. Bildrechte: dpa

Antikörper-Cocktail von Regeneron

Gleich am Freitag soll Donald Trump eine Dosis eines experimentellen Antikörper-Cocktails verabreicht worden sein, den das Biotechnologie-Unternehmen Regeneron zurzeit in klinischen Studien testet. Die Antikörper richten sich gegen zwei Regionen des Spike-Proteins auf der Oberfläche des SARS-CoV-2-Virus.

Das soll laut Regeneron die Viruslast reduzieren und zu einem rascheren Abklingen der Krankheitssymptome führen. Am stärksten von dem Medikament profitierten sollen Patienten, deren Immunsystem noch keine eigenen Antikörper gegen das Coronavirus gebildet hat.

Säureblocker Famotidin

Famotidin ist ein Säureblocker, der normalerweise zur Behandlung von Magensäure-bedingten Erkrankungen eingesetzt wird. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten chinesische Wissenschaftler Hinweise darauf entdeckt, dass Patienten, die das Medikament einnehmen, ein geringes Risiko haben, an COVID-19 zu sterben. Ob dem wirklich so ist, das wird derzeit in mehreren klinischen Studien geprüft.

Darüber hinaus soll Donald Trump mit Zink, Vitamin D, Aspirin und dem Schlafhormon Melatonin behandelt werden. Mittel, die vor allem das Immunsystem stärken. 

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Oktober 2020 | 17:15 Uhr

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