Mindestens 97 Tote Überlebender spricht nach Flugzeugabsturz in Pakistan

Beim Absturz einer Passagiermaschine über einem Wohngebiet in Pakistan sind 97 der 99 Insassen ums Leben gekommen. Einer der beiden Überlebenden hat sich jetzt zum Absturz geäußert.

Saeed Ghani (2.v.r), Provinzminister von Pakistan, spricht mit Muhammed Zubair (l), Überlebender des Absturzes.
Mohammad Zubaur (li.) ist einer von zwei Überlebenden des Flugzeugabsturzes von Karachi. Bildrechte: dpa

Mohammad Zubair kann es kaum fassen: "Ich habe meinen Sicherheitsgurt gelöst, Licht gesehen und bin in dessen Richtung gegangen. Dann bin ich rausgesprungen". Der 24-Jährige und ein weiterer Passagier haben den Absturz einer pakistanischen Passagiermaschine über einem Wohngebiet der Millionenmetropole Karachi wie durch ein Wunder überlebt. 97 Insassen schafften es nicht, auch am Boden kamen bei dem Unglück am Freitag (22.05.) offenbar Menschen ums Leben.

89 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder tot

Zubair hatte unvorstellbares Glück. Zwar erlitt er Verbrennungen, doch sein Zustand ist nach Angaben des paksitanischen Gesundheitsministeriums stabil. "Nach dem Aufprall der Maschine kam ich wieder zu Bewusstsein und sah überall nur Flammen", berichtet der 24-Jährige. "Überall waren Schreie, jeder versuchte zu überleben." Dann habe er das Licht gesehen und sich in Bewegung gesetzt. Außer Zubair hat nach Behördenangaben nur der Präsident der Bank von Punjab, Zafar Masud, den Absturz überlebt. Alle anderen 89 Passagiere und die acht Besatzungsmitglieder kamen nach Behördenangaben ums Leben.

Soldaten und Frewillige bergen an einer Absturzstelle Tote und versuchen ein Feuer zu löschen.
Blick auf die Absturzstelle in Karachi. Bildrechte: dpa

Erfahrener Pilot setzte noch Notruf ab

Der Airbus A320 der staatlichen Fluggesellschaft Pakistan International Airlines (PIA) befand sich im Landeanflug auf Karachi, als beide Triebwerke ausfielen. Der Pilot konnte noch einen Notruf absetzen, bevor die Maschine in einem Wohngebiet zerschellte. Nach Angaben des Flugzeugbauers Airbus war das verunglückte Flugzeug 2004 in Betrieb genommen und ab 2014 für Flüge der pakistanischen Airline eingesetzt worden. Sie hatte demnach mehr als 47.000 Flugstunden hinter sich. Bei dem Flugkapitän soll es sich um einen erfahrenen Piloten gehandelt haben.

(ten/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Mai 2020 | 17:10 Uhr

Das könnte sie auch interessieren