Bodycam-Aufnahmen Alec Baldwin - Videos zeigen Momente nach dem tödlichen Schuss

Nach dem tödlichen Zwischenfall am Set des Westerns "Rust" im vergangenen Jahr haben die Ermittlungsbehörden eine Reihe von Videoaufnahmen veröffentlicht. Auch Schauspieler Alec Baldwin, der den tödlichen Schuss aus einer Requisitenwaffe in Richtung der Kamerafrau Halyna Hutchins abgegeben hatte, ist unmittelbar nach dem Unglück zu sehen.

Dieses undatierte, vom Büro des Sheriffs von Santa Fe County herausgegebenes Videostandbild zeigt Alec Baldwin, Schauspieler aus den USA, in seiner Rolle, während einer Übung zum Ziehen seines Revolvers am Set des Films «Rust».
Alec Baldwin während einer Übung zum Ziehen des Revolvers bei Dreharbeiten zum Film "Rust". Bildrechte: dpa

Nach dem Tod der Kamerafrau Halyna Hutchins bei einem Filmdreh mit Hollywood-Star Alec Baldwin haben US-Behörden Videomaterial aus den Bodycams der Einsatzkräfte, die als erste am Filmset von "Rust" waren, veröffentlicht. Das Material vom 21. Oktober vergangenen Jahres zeigt unter anderem Befragungen zahlreicher Personen, darunter Schauspieler Alec Baldwin, der den Schuss aus einer scharfen Waffe, die als Requisite genutzt wurde, abgegeben hatte. Das Material wurde von offizieller Seite freigegeben, nachdem US-Medien dessen Veröffentlichung gefordert hatten.

Baldwin beschreibt, was passiert ist

Auf die Frage eines Polizisten kurz nach dem Vorfall, ob es ihm gut gehe, antwortete Baldwin: "Nein, mir geht es nicht gut." Später beschreibt der Schauspieler in einem Verhör mit zwei Beamten, was passiert ist. "Ich zog die Waffe langsam raus und drehte mich langsam um. Dann Peng, sie geht los und sie (Hutchins) sackt zusammen."

Dieses Bild aus dem Video einer Body-Cam das vom Büro des Sheriffs von Santa Fe County herausgegebenen wurde zeigt Alec Baldwin, Schauspieler aus den USA, am Set des Films «Rust» nach dem Vorfall bei dem Halyna Hutchins getötet wurde
Schauspieler Alec Baldwin unmittelbar nach dem tödlichen Schuss auf Kamerafrau Halyna Hutchins. Bildrechte: dpa

Verletzter Regisseur äußert sich

Regisseur Joel Souza, der durch denselben Schuss verletzt wurde, sei schreiend zu Boden gegangen, so Baldwin. Andere Aufnahmen zeigen den Schauspieler in seinem Kostüm, wie er das Ziehen der Waffe übt.

In einem anderen Video aus einem Krankenhaus schildert Regisseur Souza, der dort wegen seiner Verletzung behandelt wurde, den Vorfall. Zunächst habe er einen sehr lauten Knall gehört. "Dann fühlte es sich an, als hätte mir jemand gegen die Schulter getreten", so Souza weiter.

Dieses Bild aus dem Video einer Body-Cam das vom Büro des Sheriffs von Santa Fe County herausgegebenen wurde zeigt wie Rettungskräfte Halyna Hutchins am Set des Films Rust versorgen, nachdem sie von Schauspieler Alec Baldwin angeschossen wurde
Rettungskräfte kümmern sich um Kamerafrau Halyna Hutchins und Regisseur Joel Souza. Bildrechte: dpa

Schuldfrage weiter unklar

Die Ermittlungen der Polizei zur Frage, wie es dazu kommen konnte, dauern an. Kurz nach dem Vorfall hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass auch eine Strafverfolgung möglich sei. Mehrere Zivilklagen laufen bereits. Eine US-Behörde für Arbeitsschutz hat wegen mangelnder Sicherheit am Set bereits eine Geldstrafe verhängt. Die Produzenten des Westerns "Rust" müssen die zulässige Höchststrafe von knapp 137.000 US-Dollar (etwa 126.000 Euro) zahlen.

Geldstrafe für Produktion

Eine monatelange Untersuchung dazu habe Verstöße gegen Sicherheitsauflagen ans Licht gebracht, hieß es. Die Behörde wirft den Produzenten vor, Sicherheitsprotokolle für die Benutzung von Waffen missachtet zu haben. Etwa hätte sich niemals "scharfe Munition" am Drehort befinden sollen oder eine Waffe auf eine Person gerichtet werden dürfen, hieß es in dem Untersuchungsbericht. Der "tragische Vorfall" hätte vermieden werden können. Den Verantwortlichen wird "Gleichgültigkeit" bezüglich der Sicherheit der Mitarbeiter vorgeworfen.

Alec Baldwin
An diesem Set ereignete sich der Vorfall im Oktober 2021. Bildrechte: dpa

Echte Kugel in Requisiten-Waffe

Rückblick: Bei den Dreharbeiten auf einer Filmranch in Santa Fe war Chef-Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt und Regisseur Joel Souza an der Schulter getroffen worden. Baldwin, der als Hauptdarsteller und Produzent bei dem Film mitwirkte, hatte die Waffe bei der Probe für eine Szene bedient. Untersuchungen ergaben, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte. Die Ermittlungen der Polizei zur Frage, wie es dazu kommen konnte, dauern an. Kurz nach dem Vorfall hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass auch eine Strafverfolgung möglich sei. Mehrere Zivilklagen laufen bereits.


(BRISANT/dpa)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. April 2022 | 17:15 Uhr

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