Betrieb bis Weiteres eingestellt Schwerer Zugspitzbahn-Unfall - Passagiergondel zerstört

BRISANT | 14.09.2018 | 17:15 Uhr

Bei einer Bergeübung an der neuen Zugspitz-Seilbahn hat es einen schweren Unfall gegeben. Eine Gondel der erst im Dezember fertiggestellten Bahn erlitt Totalschaden. Verletzt wurde nach Betreiber-Angaben zum Glück niemand.

Die durch einen Rettungskorb beschädigte Gondel der Zugspitzbahn
Ein Rettungskorb beschädigte die unbemannte Passagiergondel der Zugspitzbahn schwer. Bildrechte: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG/AIRV8/dpa

Bei einer Rettungsübung an der neuen Zugspitz-Seilbahn ist bei einem Unfall großer Sachschaden entstanden. Menschen kamen nach Betreiberangaben nicht zu Schaden. Die erst im Dezember fertiggestellte Bahn bleibe bis auf Weiteres geschlossen.

Kettenzug gerissen

Bei der Übung am Mittwochabend außerhalb der Betriebszeit prallte ein unbemannter Bergekorb zwischen Stütze und Bergstation auf die ebenfalls unbemannte Seilbahngondel. Auslöser war ersten Untersuchungen zufolge ein gerissener Kettenzug in der Bergstation, weshalb der Bergewagen ungebremst in die Seilbahnkabine raste.

Untersuchungen laufen

Die Bayerische Zugspitzbahn leitete Untersuchungen ein und schaltete auch den Seilbahnhersteller sowie Sachverständige ein. Wann die Seilbahn zum Zugspitzgipfel wieder in Betrieb gehen kann, ist ebenso unklar wie die genaue Schadenshöhe. Die Zugspitze, mit 2.962 Metern höchster Gipfel Deutschlands, ist dennoch weiter über die Zahnradbahn sowie die Gletscherbahn erreichbar.

Der Gipfel der Zugspitze
Erst vor wenigen Tagen wurde der Baukraun auf der Zugspitze abgebaut. Ein russischer Schwerlasthubschrauber Ka-32 transportierte die Kransegmente. Bildrechte: dpa

Rekord-Seilbahn erst seit dem Winter in Betrieb

Die neue Seilbahn mit den bodentief verglasten Kabinen für bis zu 120 Passagiere hatte am 21. Dezember nach mehrjähriger Planungs- und Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen. Sie ersetzt auf fast derselben Trasse die 1963 eröffnete Eibsee-Seilbahn.

Die neue Bahn zur Zugspitze stellte gleich mehrere Konstruktions-Rekorde auf: Mit 3.213 Metern Abstand von der einzigen Stütze bis zur Bergstation hat sie die längste frei hängende Strecke. Einzigartig ist auch der Höhenunterschied von 1.945 Metern zwischen Tal- und Bergstation. Und keine andere Pendelbahn der Welt hat mit 127 Metern eine derart hohe Stahlbaustütze.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. September 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 19:44 Uhr

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