Reisen Trotz Corona-Krise: Zarte Hoffnung auf Sommerurlaub im Ausland

Erst sollte man ihn sich abschreiben, den Sommerurlaub im Ausland. Jetzt macht uns Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, doch wieder Hoffnung auf Urlaub in Europa. Auch von Malta, den griechischen Inseln und Kroatien gibt es grünes Licht.

Tivat, Montenegro
Vielleicht Ihr Urlaubsziel in diesem Sommer? Tivat in Montenegro Bildrechte: imago images / Danita Delimont

So ganz sollten wir uns einen Sommerurlaub im europäischen Ausland wohl doch noch nicht abschminken. Fernreisen kommen zwar nicht in Frage, doch sollte es die Infektionslage vor Ort erlauben, ist ein Urlaub auf den Balearen oder den griechischen Inseln noch nicht ganz verloren. Das sagt zumindest Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt.

Mit dem Auto an die Adria: Kroatien

Zuletzt kam auch von so mancher beliebter Urlaubsregion im europäischen Ausland grünes Licht. Allen voran Kroatien, das sich als "coronafreies Urlaubsland" zu vermarkten versucht. In der Tat hat das Adria-Land frühzeitig Maßnahmen gegen das neuartige Virus eingeleitet. Außerdem soll es viele Unterkünfte geben, die die Einhaltung der Abstandsregel möglich machen. Details zu den genauen Reisebestimmungen der kroatischen Behörden soll es bis Ende Mai geben.

Die Plitvicer Seen und Wasserfälle
Die Plitvicer Seen und Wasserfälle in Kroatien Bildrechte: IMAGO

Mal was anderes: Montenegro

Ganz ähnlich sieht es im benachbarten Montenegro aus, einem der Trend-Urlaubsziele deutscher Touristen im vergangenen Jahr. Atemberaubende Landschaften mit Bergen zum Wandern, Flüssen zum Baden und der Adria on top sind durchaus verlockend. Wenn nur die Anreise mit dem Auto nicht so lang wäre.

Mit Gesundheitspass nach Griechenland

Auch in Griechenland geht man davon aus, dass die Urlaubssaison nicht ausfallen muss. Seit Anfang Mai werden auch hier die strengen Coronamaßnahmen peu à peu gelockert. Im Juni glaubt man, für den Tourismus bereit zu sein. Eventuell wird für die Einreise ein sogenannter "Gesundheitspass" notwendig sein. Außerdem sollen Touristen dazu angehalten werden, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Olivenbäume wachsen auf Plantagen zwischen Hügeln nahe dem Mittelmeer.
Die griechische Insel Kreta Bildrechte: dpa

Bislang fast coronafrei: Malta

Am kleinen Malta ist die Corona-Krise fast vorbeigezogen. Wenige Infektionen und bislang "nur" vier Corona-Tote machen die Insel zu einem attraktiven Ziel. Der Haken: Nach Malta muss man mit dem Flugzeug anreisen.

Ab in die Berge: Österreich & Schweiz

Österreich buhlt schon seit längerem um Urlaubsabsprachen mit seinen europäischen Nachbarn. Länder mit niedrigen Ansteckungszahlen sollten ihre gemeinsamen Grenzen wieder öffnen.

Auch in der Schweiz sitzt man bereits in den Startlöchern. Derzeit plant man Schutzmaßnahmen für Gastgeber und potentielle Gäste. Termine für eine mögliche Grenzöffnung sind derzeit noch nicht im Gespräch.

Social Distancing in Schweden, Dänemark & Island

Wo kann man besser Abstand halten als im dünn besiedelten Nordeuropa? Nach Schweden dürfte man jetzt schon einreisen, denn Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sind hier gar nicht erst geschlossen worden - und die Grenzen nach wie vor offen.

Gute Karten könnten deutsche Touristen auch in Island und Dänemark haben, wo man derzeit auf den Normalbetrieb zurückschaltet.

Flaggen der nordischen Länder, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland
Die dünne Bevölkerungsdichte in den nordeuropäischen Ländern macht es leicht, Abstand zu halten. Bildrechte: imago images / allOver

Polnische Ostsee? Die Nachbarn zeigen sich verhalten ...

Hotels an der Ostseeküste und in den Masuren würden sich über die Rückkehr deutscher Touristen sicherlich freuen. Auch die Regierung denkt über ein Hochfahren des Tourismus nach. Doch noch ist nicht klar, ob es in Sachen Reisen zu einer Einigung zwischen Berlin und Warschau kommen wird. Zumal die Corona-Situation in Polen eher unklar ist. Zwar gibt es offiziell nur wenige Corona-Infektionen, allerdings wird auch nur wenig getestet.

Jenseits von Europa - und trotzdem möglich: Tunesien

Tunesien zählt zu einem der ersten Länder, die frühzeitig ihre Grenzen geschlossen und Quarantäne-Maßnahmen eingeleitet haben. Und: Das Land ist vom Tourismus abhängig. Derzeit wird intensiv an Plänen gearbeitet, wie Tourismus auch in Corona-Zeiten möglich gemacht werden kann - etwa mit niedrigeren Hotelkapazitäten, medizinischem Personal oder Öko-Tourismus. Zu einem Ziel für Autofahrer wird Tunesien trotzdem nicht.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Mai 2020 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren