Corona-Pandemie Urlaub 2021: Wohin darf man reisen, was gilt in welchem Land?

Je länger der Lockdown, desto größer die Sehnsucht nach einer Auszeit. Seit fast einem Jahr ist Urlaub im Ausland nur bedingt planbar. Welche Reiseziele kann man für Ostern oder den Sommer ins Auge fassen? Und was geht in Deutschland? Ein Überblick über die beliebtesten Reiseziele und die aktuelle Corona-Lage vor Ort.

Ende Lockdown, Beginn Urlaub, Fotomontage, Passagierflugzeug
Je länger der Lockdown dauert, desto größer ist die Sehnsucht nach einer Reise ins Ausland. Bildrechte: imago images/imagebroker

Osterurlaub in Deutschland noch immer ungewiss

Der letzte Bund-Länder-Gipfel hat erste Lockerungen gebracht - allerdings nicht für Reisende. Touristische Reisen sind nach wie vor zu unterlassen, die Beherbergung von Touristen bleibt mindestens bis zum 28. März verboten. Am 22. März soll neu verhandelt werden. Doch angesichts erneut steigender Zahlen, sieht es nicht so aus, dass deutsche Hotels und Pensionen über Ostern Gäste empfangen dürfen.

Kein Wunder, dass das den Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA ärgert. Denn seit Sonntag (14. März) ist Urlaub auf Mallorca und in anderen Regionen Spaniens, Portugals und Dänemarks wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich - rund zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in einigen Bundesländern.

Nach Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind sogar Tagesausflüge verboten, andere Bundesländer (z.B. Niedersachsen und Brandenburg) bitten lediglich darum, davon abzusehen.

Urlaub im Ausland - was ist möglich?

Einfacher gestalten könnte sich derzeit ein Urlaub jenseits der Bundesgrenzen. Dass das in den meisten Fällen eine Reise in ein Risikogebiet ist, die mit der Rückkehr Tests und ggf. Quarantäne nach sich zieht, steht außer Frage. ABER: Mittlerweile sind die Reisewarnungen für einige beliebte Urlaubsziele in Europa aufgehoben worden. Sprich: Dorthin darf man reisen - und das ganz ohne Test- und Quarantäne-Pflicht. Der Grund: Rutscht die die Sieben-Tage-Inzidenz einer ausländischen Region oder eines ganzen Landes nachhaltig unter die magische 50er-Grenze, hebt das Auswärtige Amt die bestehende Corona-Reisewarnung auf.

Osterhase mit FFP2 Maske und Schild mit der Aufschrift Osterurlaub entfällt Ja, Nein, Vielleicht
Ist Osterurlaub möglich? Für Reisen innerhalb Deutschlands ist das noch nicht entschieden. Bildrechte: imago images/Political-Moments

Bundesregierung ruft zu Verzicht auf Reisen auf

Die Politik sieht das mit gemischten Gefühlen. Zu Wochenbeginn hat die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie zu einem generellen Verzicht auf touristische Reisen aufgerufen. Auch einzelne Landesregierungen warnen vor den Gefahren eines kurzfristigen Mallorca-Urlaubs.

Urlaub auf Mallorca und den Balearen: Die Reisewarnung ist aufgehoben!

Urlaub auf Mallorca ist seit dem 15. März wieder möglich - allerdings nach wie vor mit Einschränkungen. Die erste Hürde erwartet die Gäste am Flughafen: Auf die Insel darf nur, wer einen negativen PCR-Test vorlegen kann. Das könnte für Geimpfte ab Mai wegfallen.

Auf der Straße der Balearen-Insel gilt weiterhin eine Maskenpflicht. Fiebermessungen im Hotel und der Verzicht auf All-Inclusive am Ballermann sollen ein erneutes Hochschnellen der Inzidenz verhindern. Die Außengastronomie in Restaurants muss um 17 Uhr schließen, in Innenräumen dürfen lediglich 30 Prozent der Tische mit maximal vier Personen aus zwei Haushalten besetzt werden. Ab 22 Uhr greift die Sperrstunde.

Dafür entfallen nach der Rückreise nach Deutschland Test-Pflicht und Quarantäne. Gleiches gilt auch für Ibiza.

Zeitnah eine Option: Kanarische Inseln und Spanien

Auch weitere Teile Spaniens sind seit dem 15. März kein Risikogebiet mehr: die autonomen Gemeinschaften Kastilien-La Mancha, Valencia, Extremadura, La Rioja und Murcia.

Ganz gut sieht es auch auf den Kanaren aus, obwohl die Inzidizenzzahlen zuletzt wieder etwas gestiegen sind. Doch das Robert-Koch-Institut stuft die Inseln weiterhin als Corona-Risikogebiete ein. Um eine Nach-Urlaubs-Quarantäne kommt man also nicht herum. Das passiert erst, wenn die 50er-Inzidenz für längere Zeit unterschritten wird.

Die Infektionszahlen der einzelnen Inseln unterscheiden sich: Während die Inzidenz-Werte auf Lanzarote, La Gomera, La Palma und El Hierro unter 30 liegen, sind die Inseln Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura mit einer Inzidenz von jeweils über 60 deutlich stärker betroffen.

Italien: Bella Italia muss noch warten

Italien, eines der Sehnsuchtsziele vieler Deutscher, ist besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen. Nach ersten Lockerungen liegt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut weit über 200. Für die Einreise ist ein negativer PCR-Test nötig.

Da es bis zunächst 27. März verboten ist, innerhalb Italiens in andere Regionen zu reisen, kann die Polizei die Einreise nach Italien untersagen, wenn sich das angegebene Reiseziel in einer anderen Region befindet als dort, wo die Einreise stattfindet.

Wagen könnte man gegebenenfalls eine Flugreise nach Sardinien. Das erspart die bürokratisch erschwerte Anfahrt über die Schweiz oder Tirol. Und: Derzeit ist Sardinien die einzige "weiße Zone" Italiens, in der - abgesehen von Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln - keinerlei Einschränkungen gelten.

Griechenland noch in Hab-Acht-Stellung

Der griechische Wein muss noch warten. Gemessen an der Zahl der Neuinfektionen (Sieben-Tage Inzidenz von ca. 145) ist die Lage in Griechenland besser, als in den vielen anderen Staaten der EU. Am stärksten von der Pandemie betroffen sind die Großräume Athen und Thessaloniki, die Insel Euböa sowie Teile der Peloponnes. Steigende Infektionszahlen werden mittlerweile auch von den Ägäisinseln gemeldet.

In weiten Teilen des Landes gelten Einschränkungen, Gastronomie und Einzelhandel sind geschlossen. Von 21 Uhr bis 5 Uhr gilt landesweit eine Ausgangssperre. Reisen innerhalb Griechenlands sind nur aus triftigem Grund gestattet. Die meisten Hotels haben geschlossen.

Wer trotzdem einreisen möchte, muss auch hier einen negativen PCR-Test vorweisen können. Griechenland und Zypern gehören zu den Ländern, die sich vehement für die Einführung eines EU-weit gültigen Impfpasses einsetzen. Der soll Geimpften den PCR-Test ersparen.

Kroatien: Urlaub in Istrien möglich

In Kroatien liegt der landesweite Inzidenz-Wert zwar aktuell bei etwa 111, ist jedoch regional sehr unterschiedlich. Deshalb stuft das Robert-Koch-Institut (RKI) einzelne Teile des Landes nicht mehr als Risikogebiete ein. Dazu gehören die Halbinsel Istrien sowie die Gespanschaften Bjelovar-Bilogora, Krapina-Zagorje und Požega-Slawonien.

Gaststätten dürfen seit dem 1. März wieder Gäste bedienen, allerdings nur im Freien. Hotels haben geöffnet.

Kehren Urlauber aus den kroatischen Nicht-Risikogebieten nach Deutschland zurück, müssen sie nicht mehr in Quarantäne und auch keinen negativen Corona-Test vorweisen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie sich vor Ort in keinen Risikogebieten aufgehalten haben und Slowenien und Österreich ohne Zwischenstopp durchqueren.

Impfass und Reisepass
Welche Reiseziele in Europa sind vergleichsweise sicher? Bildrechte: imago images/Political-Moments

Urlaub in Teilen Portugals möglich, aber nicht erwünscht

Noch im Januar kämpfte Portugal gegen hohe Infektionszahlen, mittlerweile sehen die allerdings besser aus als in Deutschland. Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnungen für die Regionen Alentejo, Centro und Norte sowie die Inselgruppe der Azoren deshalb aufgehoben.

Der seit Mitte Januar geltende harte Lockdown wird in Portugal nur langsam gelockert. Restaurants und Cafés sind geschlossen, in den Hotels wird höchstens Roomservice angeboten. An den Wochenenden darf die eigene Region nicht verlassen werden.

Die portugiesische Staatssekretärin für Tourismus Rita Marques hält Reisen in ihr Land von Mai an wieder für realistisch - nicht nur für Geimpfte, sondern auch für Menschen, die immun sind oder negativ getestet wurden.

Madeira lockt schon jetzt damit, dass geimpfte Touristen ohne PCR-Test einreisen dürfen. Für den Rest Portugals gilt weiter die Testpflicht.

Das wird nix: Urlaub in Österreich

Österreich hat seine Einreisebestimmungen verschärft. Urlaubsreisen ins Land sind bis auf Weiteres nahezu unmöglich - und das ist auch gut so. Die aktuelle Tages-Inzidenz der Alpenrepublik liegt über 200, zudem gilt Tirol als Virusvarianten-Gebiet.

Nicht als Risikogebiete gelten die Bezirke Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol), die nur über Deutschland erreichbar sind. Für sie besteht keine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Einreise nur mit triftigem Grund: Dänemark

Auch für Teile Dänemarks hat das Auswärtige Amt seine Reisewarnung aufgehoben: neben Nordjylland und Midtjylland zählen dazu Grönland und die Färöer. Für Reisende ohne dänischen Pass bleiben die Grenzen dennoch bis voraussichtlich 5. April dicht.

Neben einem negativen PCR-Test benötigt man - außer für die Färöer - einen triftigen Grund, um ins Land einzureisen. Mit einem Dänemark-Urlaub zu Ostern wird es für Touristen aus Deutschland also nichts.

Quellen: dpa, ADAC, auswaertiges-amt.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. März 2021 | 17:15 Uhr

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