Sommerurlaub 2020 Urlaub trotz Corona? Welche Länder sind sicher - und welche Alternativen gibt es?

Ins Wasser gefallen ist der diesjährige Osterurlaub nicht, immerhin gab's vielerorts strahlenden Sonnenschein. Stattfinden durfte er trotzdem nicht. Und wie sieht's mit dem Sommerurlaub aus? Die Politik winkt ab, die Ärzte warnen - und machen uns immerhin Hoffnung auf Urlaub im eigenen Land. Wie sieht's in den touristischen Hochburgen aus? Wann ist mit einer Rückkehr zum "normalen" Tourismus zu rechnen - und welche Alternativen gibt es?

Belize an der Ostküste Mitelamerikas.
Im Urlaub in die Ferne schweifen? Das geht in diesem Jahr wohl nur in Gedanken ... Bildrechte: imago/Aurora Photos

Finger weg von der Urlaubsbuchung!

Die ersten Lockerungen der Corona-Regeln haben wohl so manchem Urlaubsbedürftigen Hoffnung gemacht. Doch mit dem Traumurlaub auf Malle oder in Thailand wird's wohl trotzdem nichts, ließ Außenminister Heiko Maas zeitgleich wissen - und hat einem Sommerurlaub im Ausland eine klare Absage erteilt. Und das zu recht: Denn noch immer gelten die weltweiten Reisewarnungen des Auswärtigen Amts - und nach wie vor würden die meisten Länder keine deutschen Touristen einreisen lassen. Deshalb: Finger weg von der Buchung des Sommerurlaubs, meint EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: "Für Juli und August kann derzeit niemand verlässliche Vorhersagen machen". Eine Rückholaktion deutscher Urlauber, wie sie derzeit noch im vollen Gange ist, wird es kein zweites Mal geben können.

Sommer 2020 steht auf einem durchgestrichenen Bild von einem vollen Strand auf Mallorca
Für die Planung eines Sommerurlaubs ist es angesichts der Corona-Krise eindeutig noch zu früh. Bildrechte: imago images/MiS

Wann werden die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes aufgehoben?

Die geltenden Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes werden erst dann aufgehoben, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Touristische Reisen innerhalb Deutschlands müssen wieder erlaubt sein.
  • Die Grenzen müssen geöffnet sein.
  • Ein regulärer Flugverkehr wäre notwendig. Derzeit finden nur etwa fünf Prozent aller geplanten Flüge statt, einige (Billig-)Airlines haben ihren Flugverkehr komplett eingestellt.
  • Eine Stabilisierung der Corona-Krise im Ausland, damit eine Rückkehr nach Deutschland ohne die bislang notwendige zweiwöchige Quarantäne möglich ist.

Wie sieht's in den Touristen-Hochburgen aus?

Noch darf man aus Deutschland nicht aus- und in die meisten europäischen und außereuropäischen Länder nicht einreisen. Ob sich das bis zum Sommer ändern wird? Die meisten beliebten Urlaubs-Hotspots geben sich verhalten. Denn gerade dort ist die Corona-Situation deutlich weniger entspannt als in Deutschland.

Mallorca und Kanaren

Die Tourismusbehörde der Kanaren erteilt einem Sommerurlaub für ausländische Touristen eine klare Absage. Dort soll der Tourismus nicht vor Jahresende wieder in Gang kommen. Das gleiche gilt für Mallorca. Schade eigentlich, denn ohne Ballermann und Großraumdiscos wäre der Deutschen liebste Insel mal wieder so richtig schön gewesen ...

Italien

Italien ist das bislang am stärksten vom Coronavirus gebeutelte europäische Land. Hier wird ein Sommerurlaub auf keinen Fall möglich sein. Dennoch wurden im Sehnsuchtsland der Deutschen bereits Szenarien diskutiert, wie man einen Strandaufenthalt möglichst Corona-sicher gestalten könnte - von Zugangsbeschränkungen über Maskenpflicht und Plexiglasboxen für Sonnenanbeter.

Frankreich

Dass bis Anfang Sommer die TGV-Züge wieder regulär fahren, verspricht ein gewisses Maß an Rückkehr zur Normalität. Doch in Sachen Tourismus gibt man sich in Frankreich keinen Illusionen hin: Die Sommersaison 2020 haben die Franzosen abgeschrieben.

Niederlande

Die Niederlande sind eines der wenigen Länder, die kein Einreiseverbot für Deutsche verhängt haben, die deutsch-niederländischen Grenzen sind nach wie vor offen. Allerdings raten beide Länder vom Reisen ab und in den Grenzgebieten kommt es immer wieder zu stichprobenartigen Kontrollen. Darüber hinaus gelten in den Niederlanden vorerst ähnliche Corona-Regeln wie in Deutschland. In der Provinz Zeeland und in zahlreichen Regionen sind touristische Übernachtungen vorerst explizit verboten.

Schweden

Nach Schweden darf man derzeit einreisen - zumindest wenn es nach der schwedischen Regierung geht. Das Land hat auf Einschränkungen weitestgehend verzichtet und setzt auf andere Strategien als die anderen europäischen Länder. Ein Ferienhaus oder ein Appartement zu mieten und mit dem eigenen Auto anzureisen, sieht die schwedische Regierung bislang als nicht problematisch. Wer das in Anspruch nimmt, sollte sich jedoch bewusst sein, dass sich dem Urlaub eine zweiwöchige Quarantäne anschließt.

Dänemark

Deutlich rigoroser hat Dänemark dem Coronavirus den Kampf angesagt und einen frühzeitigen Lockdown beschlossen. Langsam fährt das bei Deutschen äußerst beliebte Urlaubsland das öffentliche Leben wieder hoch, doch die Grenzen bleiben noch bis mindestens 10. Mai dicht. Dann wird neu verhandelt.

Norwegen

Auch Norwegen hat seine Grenzen bis auf weiteres geschlossen. Norweger sind dazu angehalten, auch auf Reisen innerhalb des Landes zu verzichten. Eine Situation, ganz ähnlich der in Deutschland.

Kroatien

Kroatien scheint sich als nahezu Corona-freies Urlaubsland vermarkten zu wollen. Maßnahmen im Kampf gegen das Virus sind frühzeitig ergriffen worden. Die kroatische Tourismusbehörde wirbt damit, dass es zahlreiche Unterkünfte gäbe, die die Einhaltung der Abstandsregeln ermögliche. Lassen wir uns überraschen ...

Portugal

Nach Portugal gibt es derzeit tatsächlich KEINE Einreisebeschränkungen für deutsche Staatsbürger. Eine Ausnahme sind Madeira und die Azoren. Die touristische Nutzung von Campingplätzen ist trotzdem untersagt, für Hotelbetriebe ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Griechenland

Auch Griechenlands Tourismus-Minister Charis Theocharis kündigt eine schrittweise Aufhebung der Sperrbeschränkungen an. Bereits Anfang Mai wolle man damit beginnen. Zuletzt seien die großen Stadthotels dran. Man hoffe darauf, im Juni bereit zu sein.

Tunesien

Tunesien ist eines der ersten Länder, das seine Grenzen geschlossen und Quarantänemaßnahmen eingeleitet hat. Die Kapazitäten der Hotels sollen um 40 Prozent reduziert und um medizinisches Personal ergänzt werden. Ob das hilft?

Ägypten

Ähnlich wie in Deutschland wirbt man auch in Ägypten für Urlaub im eigenen Land. Dennoch will man die Saison für ausländische Touristen noch nicht ganz abschreiben.

Türkei

Noch ist in der Türkei alles dicht. Vor Mitte Mai wird es keine Lockerungen geben - und dann wohl auch erst für Touristen aus Asien und Russland. Alles andere steht in den Sternen.

USA

Vergessen Sie's! Die USA stecken mitten in der Corona-Krise - und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Die Einreisestopps werden noch Monate in Kraft bleiben.

Urlaub in der Alpenrepublik? Erste Verhandlungen mit Österreich

Deutlich optimistischer als Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Deutschland in Sachen Corona-Krise noch lange nicht überm Berg sieht, äußert sich Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger. Sie stellt eine Einigung zwischen Österreich und Deutschland in Aussicht, die Urlaube im jeweils anderen Lynd möglich machen könnte. Deutschland hat sich dazu bislang recht verhalten gezeigt.

Auch schön: Sommerurlaub in Deutschland

"Der Sommerurlaub wird dieses Jahr wahrscheinlich eher in Deutschland stattfinden", bringt es Thomas Bareiß, Tourismusbeauftragter der Bundesregierung, auf den Punkt. Noch mindestens bis zum 3. Mai ist ganz Deutschland touristisches Sperrgebiet, die Vermietung von Zimmern und Unterkünften zu touristischen Zwecken wird bundesweit mit Bußgeldern geahndet. Auch die deutschen Inseln in Nord- und Ostsee sind seit Mitte März keine Alternative für Urlaubswillige. Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind aufgrund der Corona-Krise für Touristen auf unbestimmte Zeit abgeriegelt, Tagesziele in den Bergen gesperrt.

Urlaub an der deutschen Küste oder in den Bergen?

Die Strandkörbe eines Restaurants sind aufgrund der Corona-Krise mit Absperrband geschlossen
In Schleswig-Holstein hofft man trotz Corona-Krise auf Touristen und hat dafür mögliche Szenarien geplant. Bildrechte: imago images/Karina Hessland

Doch es gibt erste Hoffnungsschimmer für diejenigen, die nicht länger zu Hause bleiben oder ihren Sommerurlaub planen wollen. Schleswig-Holstein plant eine vierstufige Rückkehr zum Tourismus. Zunächst soll es den Menschen mit Zweitwohnsitz gestattet werden, in ihre Ferienunterkünfte zurückzukehren, anschließend sollen Privatunterkünfte und Ferienwohnungen, dann unter Einschränkungen Hotels wiedereröffnet werden, zuletzt dürfen dann auch Tagestouristen wieder an die Küste kommen. In Brandenburg können mittlerweile eigene Ferienhäuser wieder genutzt werden, kleinere Tagesausflüge ins Land sind ebenso erlaubt. Am wenigsten hat sich bislang Mecklenburg-Vorpommern geöffnet. Doch das kann sich bis zum Sommer noch ändern - in beide Richtungen.

Auch die bayerischen Berge sind ein bei Touristen äußerst beliebtes Reiseziel. Wie es hier in Sachen Tourismus weitergehen könnte, ist bislang nicht bekannt.

Vielleicht DIE Alternative 2020: Ab auf den Campingplatz!

Ferienwohnungen nur begrenzt vorhanden, Hotels und Pensionen nur eingeschränkt geöffnet. Sollten nun sämtliche Deutsche auf Urlaub im eigenen Land zurückgreifen müssen, könnte es im wahrsten Sinne des Wortes eng werden - zumindest in Sachen Unterkünfte. Wohl dem, der vor einem Campingurlaub nicht zurückschreckt?

Konkrete Pläne für die flächendeckende Öffnung der Campingplätze gibt es vorerst nicht. Doch viele Betreiber haben sich zahlreiche Gedanken gemacht, wie sie ihre Plätze auch in Corona-Zeiten öffnen könnten. Schließlich geht es darum, auch ihre eigene Existenz zu retten. Denkbar ist zunächst, die Belegungszahl zu reduzieren, um Mindestabstände zusichern zu können. Waschräume sollen durch Plexitrennwände sicherer gemacht werden, Sport- und Freizeitanlagen geschlossen bleiben. Auch eine stufenweise Öffnung der Plätze ist denkbar. Dann hätten autarke Mobile mit eigenen Sanitäranlagen den Vorrang. Einfach hört sich auch das nicht an. Wer einen hat, sollte sein Zelt dann vielleicht doch erstmal im Vorgarten aufschlagen - oder mit Freunden die Wohnung tauschen. Die kann man wenigstens desinfizieren.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. April 2020 | 17:15 Uhr

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