Urlaub im Herbst Wohin kann man reisen? Risikogebiete, Einreiseverbote und Testpflicht

In Europa steigen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen. So manches Ziel, das noch vor kurzem als "sicheres Reiseland" galt, ist mittlerweile - zumindest in Teilen - mit einer Reisewarnung belegt. Welche Länder und Regionen sind davon betroffen - und wohin kann man bedenkenlos reisen? Was passiert, wenn man dennoch dorthin reist? Für welche Länder ist die international geltende Reisewarnung bereits aufgehoben - und was muss man bei der Rückkehr nach Deutschland beachten?

Stephansdom in Wien Westfassade mit Heidentürmen
Von einer Reise in die österreichische Hauptstadt wird seitens des Auswärtigen Amtes derzeit abgeraten: Stephansdom in Wien. Bildrechte: IMAGO

Pauschale Reisewarnung für Nicht-EU-Länder nur bis 30. September

Aufgrund steigender Infektionszahlen mussten weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt und mit einer Reisewarnung belegt werden. Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des Schengen-Raums hat zum 30. September geendet.

Ab dem 1. Oktober gilt eine auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertung. An der Möglichkeit zu reisen, ändert sich dadurch allerdings wenig. Nach wie vor gelten die meisten Nicht-EU-Länder als sogenannte Risikogebiete. Die Ausnahmen finden Sie im folgenden Absatz.

Diese Reiseziele außerhalb Europas sind KEINE Risikogebiete mehr

Wen es im Herbst ins Warme zieht, könnte mit einem weit entfernten Urlaubsziel ggf. mehr Glück haben als innerhalb Europas. Für Antigua und Barbuda, Australien, Barbados, Botsuana, Brunei Darussalam, China, Cookinseln, Dominica, Fidschi, Grenada, Hongkong, Japan, Kambodscha, Kanada, Kiribati, Kuba, Laos, Macau, Malaysia, Marshallinseln, Mauritius, Mikronesien, Myanmar, Namibia, Nauru, Neuseeland, Palau, Ruanda, Salomonen, Samoa, Seychellen, Singapur, Sri Lanka, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Südkorea, Taiwan, Thailand, Tonga, Tuvalu, Uganda, Uruguay, Vanuatu und Vietnam gilt keine Reisewarnung mehr.

(Stand: 07.10.2020)

Das Problem: Nur weil ein Land von deutscher Seite nicht mehr als Risikogebiet eingestuft wird, bedeutet das nicht, dass die entsprechenden Länder auch wieder bereit sind, Touristen zu empfangen. Während eine Reise auf die Seychellen auch zu touristischen Zwecken möglich ist, wenn ein negativer Covid-19-PCR-Test vorgelegt wird, der nicht älter als 72 Stunden ist, erlauben Kanada und Thailand das noch nicht. Informationen zu den Bestimmungen der einzelnen Länder finden Sie hier:

Land Risiko-Gebiete
Albanien komplett
Andorra komplett
Belgien komplett
Bosnien und Herzegowina komplett
Bulgarien Verwaltungsbezirke Blagoevgrad und Targowischte 
Dänemark Region Hovedstaden (einschließlich Kopenhagen!)
Estland Region Idu-Viru
Finnland Region Österbotten
Frankreich gesamtes Land und die Überseegebiete Martinique, Französisch-Guyana, St. Martin, Guadeloupe, La Réunion
Großbritannien Schottland und die englischen Regionen North West, North East, Yorkshire and the Humber, East Midlands und West Midlands gelten als Risikogebiete, ebenso das auf der spanischen Halbinsel liegende Gibraltar, die Nationen Nordirland und Wales
Irland Region Dublin, Region Border, Mid-West, South-West, Mid-East, West und Midlands
Island komplett
Italien die Regionen Campania und Ligurien
Kosovo komplett
Kroatien Split-Dalmatien, Dubrovnik-Neretva, Požega-Slawonien, Virovitica-Podravina, Lika-Senj, Vukovarsko-srijemska, Sisačko-moslavačka, Krapinsko-zagorska županija, Grad, (Stadt) Zagreb und Međimurska
Litauen Region Šiaulių, Verwaltungsbezirk Kaunas
Luxemburg komplett
Malta gesamte Insel
Mazedonien komplett
Montenegro komplett
Niederlande komplett inkl. autonome Länder
Österreich Bundesländer Wien, Tirol und Vorarlberg; die Gemeinden Mittelberg/Kleinwalsertal (Vorarlberg) und Jungholz (Tirol) gelten nicht mehr als Risikogebiete!
Polen die Regionen Kujawsko-pomorskie, Małopolskie, Podlaski, Pomorskie und Świętokrzyskie
Portugal Großraum Lissabon, Region Norte
Republik Moldau komplett
Rumänien komplett
Russische Föderation komplett
Schweden die Provinzen Jämtland, Örebro, Stockholm und Uppsala
Schweiz Kantone Genf, Waadt, Fribourg, Jura, Neuchâtel, Nidwalden, Schwyz, Uri, Zürich und Zug
Serbien komplett
Slowakei komplett
Slowenien die Regionen Primorsko-notranjska (Küstenland-Innerkrain), Koroska, Zasavska, Gorenjska, Osrednjeslovenska, Savinjska, Jugovzhodna Slovenija, Pomurska und Podravska
Spanien komplett, auch die Balearen und die Kanaren
Tschechien komplett
Türkei komplett
Ukraine komplett
Ungarn Hauptstadt Budapest, die Regionen Györ-Moson-Sopron, Csongrád, Vas, Pest,  Nógrád, Baranya, Hajdú-Bihar, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén, Komárom-Esztergom, Szabolcs-Szatmár-Bereg, Veszprém
Weißrussland komplett

Quelle: www.rki.de, Stand: 15.10.2020

Testpflicht und Quarantäne nach der Rückkehr

Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus, soll das vor allem eines haben: eine abschreckende Wirkung. Verboten ist es von deutscher Seite nicht, trotz der offiziellen Warnung in das betroffene Land bzw. die Region zu reisen. Doch nach ihrer Rückkehr sind die Risiko-Urlauber verpflichtet, einen negativen Corona-Test vorzulegen, der nicht älter als 48 Stunden ist bzw. sich in Deutschland testen zu lassen.

Außerdem hat man sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Bis das negative Test-Ergebnis vorliegt, ist es Pflicht, sich in Quarantäne zu begeben. Wer sich nicht testen lassen möchte, kann alternativ für zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Vorerst sind die Corona-Tests auch für Rückkehrer aus Risikogebieten kostenfrei.

Wo gibt es Teststellen? Das erklärt die Servicenummer 116 117

Quelle: dpa

Reiserückkehrer warten am Eingang zum Corona-Testzentrum am Flughafen Hannover-Langenhagen.
Wer aus einem sogenannten Risikogebiet zurückkehrt, muss sich einem Corona-test unterziehen - oder für 14 Tage in Quarantäne gehen. Bildrechte: dpa

Auswärtiges Amt: Keine weiteren Rückholaktionen möglich

Wer seinen Urlaub trotz einer Reisewarnung antreten will, sollte sich außerdem darüber im Klaren sein, dass das Auswärtige Amt eine weitere Rückholaktion wie zu Beginn der Corona-Pandemie bereits ausgeschlossen hat. Sollte es sich während des Urlaubs als dringend notwendig herausstellen, ein sogenanntes Risikoland aufgrund immer weiter steigender Corona-Zahlen zu verlassen, muss das selbst organisiert und vor allem auch selbst finanziert werden.

Kostenfreie Stornierung nicht nur bei Reisewarnung möglich

Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus, ist das für Pauschalreisende, die von ihrer Reise zurücktreten möchten, von großem Vorteil. Denn sie können kostenfrei stornieren.

Dass das aber auch dann möglich ist, wenn von einer Reise in ein bestimmtes Land bzw. eine Region lediglich abgeraten wird, hat jetzt ein Gerichtsurteil des Amtsgerichts Frankfurt gezeigt. Entscheidend ist, dass die Prognose für Urlaubsziel und -zeitraum zum Zeitpunkt der Stornierung ungünstig ist. Eine aktuelle Reisewarnung sei dafür nicht unbedingt erforderlich: Eine 25-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich die Lage am Ferienort verschlechtert, sei ausreichend, um kostenfrei absagen zu können.

Für diese EU-Länder gelten für deutsche Urlauber Einreisebeschränkungen

Nicht nur in den anderen europäischen Ländern, auch in Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus so hoch wie lange nicht mehr. Deshalb gelten auch für deutsche Urlauber für einige beliebte Reisziele Einreisebeschränkungen bzw. -verbote oder generelle Corona-Verordnungen, die von unseren abweichen.

Land Einschränkung für (deutsche) Urlauber
Belgien Touristen aus Deutschland dürfen einreisen. Einige deutsche Regionen - darunter die Regierungsbezirke Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen, Mittelfranken, Schwaben, Düsseldorf, Darmstadt und Ober- und Niederbayern - stuft das belgische Außenministerium jedoch als orangene Zonen ein. Einreisenden aus diesen Gebieten wird eine 14-tägige häusliche Quarantäne und ein Test empfohlen.
Finnland Ab dem 28. September 2020 gelten Einreisebeschränkungen für die Einreise aus Deutschland nach Finnland. Nicht notwendige toristische Reisen sind nicht mehr gestattet. Wer dennoch einreisen muss, ist zu einer 14-tägigen Selbstisolierung verpflichtet, die lediglich durch einen negativen Corona-Test verkürzt werden kann.
Frankreich Einreisebeschränkungen für deutsche Touristen gibt es von französicher Seite nicht. Allerdings gilt in einigen französischen Städten auch im Freien eine Maskenpflicht, u.a. in Paris und Toulouse. Eintrittskarten für beliebte Sehenswürdigkeiten müssen vorab online gebucht werden.
Griechenland Reisende nach Griechenland müssen sich mindestens 24 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich aufhalten werden.
Großbritannien Jeder Einreisende muss ein umfangreiches Online-Formular unter anderem mit seinen Kontaktdaten vorlegen.
Irland Vor bzw. bei Einreise ist für die irischen Behörden von allen Reisenden verpflichtend ein Formular (Public Health Passenger Locator Form) mit Angabe von Name, Telefonnummer und der Wohnadresse in Irland auszufüllen, an der man sich die nächsten 14 Tage aufhalten wird. 
Island Jeder Reisende muss sich bei der Ankunft auf Corona testen lassen, ein zweiter Test steht fünf bis sechs Tage später an. In der Zwischenzeit muss man sich in Quarantäne begeben.
Italien Auf Plätzen und vor Lokalen, wo häufig Menschen zusammen stehen, muss von 18:00 bis 6:00 Uhr ein Atemschutz getragen werden. Alle Discos - auch im Freien - sind dicht.
Kroatien Reisende müssen an der Grenze erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind.
Malta Reisende dürfen in den vergangenen 14 Tagen nicht außerhalb "sicherer" Länder gewesen sein. Bei Ankunft wird die Körpertemperatur gemessen. Ist sie zu hoch, ist ein Corona-Test fällig.
Niederlande Touristen werden gebeten, nicht an Wochenenden nach Amsterdam zu reisen.
Norwegen Ab dem 29. August gilt für Einreisende aus Deutschland eine zehntägige Quarantäne-Pflicht. Norwegern wird davon abgeraten, nach Deutschland zu reisen.
Österreich Die Einreise aus Deutschland ist problemlos möglich, wenn man sich in den zehn Tagen davor nicht in einem der rund 30 ausgewiesenen Corona-Risikogebiete aufgehalten hat. Falls doch, muss man einen Corona-Test nachweisen - oder ohne Zwischenstopp durch Österreich durchreisen.
Portugal Besucher müssen Angaben u.a. zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts im Land machen. Zudem wird die Körpertemperatur gemessen. In manchen Städten und Regionen gilt auch im Freien eine Maskenpflicht.
Schweiz Wer sich in den 14 Tagen vor der Einreise in einem der mehr als 50 Länder und Regionen aufgehalten hat, die als Risikogebiet gelten, muss zehn Tage in Quarantäne. Wer aus dem von der Schweiz zum Risikogebiet deklarierten Spanien mit dem Auto zurück nach Deutschland reist, darf durch die Schweiz fahren und dort sogar übernachten. Kontakte müssen aber auf ein Minimum beschränkt und Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.
Slowakei Nur für Transitreisende aus Risikostaaten gibt es Quarantänevorschriften, deren Nichteinhaltung bestraft wird.
Spanien Vor der Einreise ist ein Online-Formular auszufüllen. Dann erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Im Land gelten strenge Corona-Regeln wie etwa eine Maskenpflicht im Freien. Manche kleinere Gebiete in Spanien sind wegen lokaler Ausbrüche abgeriegelt, derzeit u.a. Teile von Palma de Mallorca.
Zypern Wer nach Zypern fährt, muss sich vor dem Antritt elektronisch anmelden.

Stand: 25.09.2020

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Oktober 2020 | 17:15 Uhr

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