Sommerurlaub Italien-Urlaub trotz Corona-Krise: Welche Regeln gelten?

Es ist eines der in Europa am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Länder und das Sehnsuchts-Land der Deutschen schlechthin: Bella-Italia! Wie geht la dolce vita in Corona-Zeiten?

Das Kolosseum ist ein ovales Amphitheater im Zentrum der Stadt Rom, Italien.
Italien wirbt trotz Corona-Virus um Touristen. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Seit dem 3. Juni sind Italiens Grenzen wieder für Touristen geöffnet. Einem Urlaub in Bella Italia steht nur eine mögliche zweite Corona-Welle im Wege. Derzeit gibt es im ganzen Land einen leichten Anstieg an Neuinfektionen. Daher denkt die italienische Regierung nun über drastische Maßnahmen nach. Wer an Covid-19 erkrankt und eine Behandlung verweigert, soll zwangseingewiesen werden können.

Der Grund für diesen Vorschlag: Unvernunft! Ein sogenannter Superspreader aus der Region Venetien weigerte sich trotz positivem Corona-Test und Fieber beharrlich, in ein Krankenhaus zu gehen. Er wird für mehrere Infizierte und Dutzende Quarantäne-Fälle in der Stadt Vicenza verantwortlich gemacht.

Übrigens: Bis zum 15. Oktober 2020 gilt in Italien noch der Notstand. Der wird in Italien sonst nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um Einsatzkräfte gezielter zu koordinieren und Bürokratie zu vermeiden. 

Auto oder Flugzeug? Anreise mit Hindernissen

Mittlerweile ist die Anreise in das Land, wo die Zitronen blühen, nicht mehr ganz so hinderlich und ohne Quarantäne möglich. Österreich und die Schweiz haben ihre Grenzen wieder geöffnet, die Autobahnen sind somit frei.

Alternativ könnte man aufs Flugzeug umsteigen. Einige wenige Verbindungen mit Lufthansa, Alitalia und Eurowings gibt es nach wie vor. Auch die Deutsche Bahn hat ihren Zugverkehr nach Italien wieder aufgenommen. Selbst die Fernbusse von Flixbus rollen seit dem 18. Juni wieder zwischen Italien und Deutschland.

Ein Schild zeigt auf der Landstraße den Weg Richtung Innsbruck in Österreich.
Österreich hat seine Grenzen zu Italien wieder geöffnet. Bildrechte: dpa

Formular bei Einreise aus Drittstaaten

Ausfüllen muss der Reisende, der nicht direkt, sondern über einen Drittstaat nach Italien einreist, in jedem Fall eine Selbsterklärung. Das gilt für alle Staaten AUSSER den EU-Staaten (plus der Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein, Großbritannien, Nordirland, Andorra, San Marino, Vatikanstadt und Monaco). Also z.B. für China, Uruguay oder die USA. Sollten Sie also eine Weltreise planen und von Deutschland nach China und von dort nach Italien reisen, müssen Sie das hier ausfüllen:

Urlauber füllen einfach die Option unter Buchstabe K aus. Wer mit dem Flugzeug über einen Drittstaat nach Italien einreist, kann die Selbstdeklaration auch zum Zeitpunkt des Einstiegs ausfüllen. Nach der Einreise geht's dann aber für 14 Tage in Quarantäne.

Formular bei Einreise nach Sardinien oder Sizilien

Für Sardinien und Sizilien gilt UNABHÄNGIG VOM HERKUNFTSLAND ein eigenes Formular, das 48 Stunden vor der Einreise online ausgefüllt werden muss. Also auch für Direktanreisen aus Deutschland:

Italienurlaub - So läuft's im Hotel

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Italien auf Abstand und Masken - auch in Hotels und Pensionen. Und daran soll sich mindestens Ende Juli nichts ändern. Darüber hinaus müssen strenge Hygieneregeln beachtet werden, insbesonders in Hotelrestaurants. Buffets gibt es in diesem Jahr nur, wenn Personal das Essen auflegt. Außerdem gilt auch in Restaurants eine Maskenpflicht. Lediglich zum Essen und Trinken darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden.

In den Restaurants dürfen sich nur so viele Menschen aufhalten, wie es Sitzplätze gibt. Kann zwischen denen der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden, sollen Trennwände für Sicherheit sorgen.

Und: Wer shoppen gehen will, sollte sich davor mit Einweghandschuhen eindecken. Im Gegensatz zu Deutschland sind die in Bella Italia nämlich vielerorts Pflicht.

Selbstgenähte Atemschutzmaske in den Farben der Flagge von Italien liegt auf einem Stein im Wasser Düsseldorf Nordrhein-Westfalen Detuschland
In Italien muss selbst im Restaurant ein Mundschutz getragen werden. Bildrechte: imago images/Robert Poorten

Corona-Regeln für Südtirol

In Südtirol sind Touristen bereits seit dem 25. Mai wieder willkommen. Hier gilt keine allgemeine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Der vorgeschriebene Mindestabstand zu Personen aus anderen Haushalten beträgt einen Meter, ansonsten müssen Mund und Nase bedeckt sein. Durch Zugangsregelungen sollen Überfüllungen vermieden werden.

Darüber hinaus sind Mitarbeiter von Gaststätten und Hotels dazu angehalten, sich mindestens einmal pro Woche auf das neuartige Coronavirus testen zu lassen. Auch den Gästen sollen - auf freiwilliger Basis - Tests zur Verfügung gestellt werden.

Abstand halten: Badespaß auf Voranmeldung

Seinen Strandbesuch sollte man im diesjährigen Italienurlaub gut planen. Denn pro Sonnenschirm müssen zehn Quadratmeter Platz eingehalten werden, der Mindestabstand zwischen zwei Sonnenliegen beträgt 1,50 Meter. Außerdem müssen die Liegen nach jedem Besucherwechsel desinfiziert werden. Vorabbuchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten.

Ein Schild das zur Corona Prävention informiert
Wer an den Strand möchte, sollte vorab seine Sonnenliege buchen. Bildrechte: imago images/Xinhua

Kulturelle Hotspots haben geöffnet

Während so manche Seilbahn noch warten muss, hat Italien seine kulturellen Hotspots bereits zum 1. Juni wieder geöffnet. Wer den Vatikan, das Kolosseum in Rom oder die Uffizien in Florenz besichtigen möchte, kann das derzeit mit nur wenigen Gleichgesinnten tun. Denn bislang sollen nur wenige Besucher das Angebot in Anspruch nehmen.

Um in der Hochsaison lange Warteschlangen zu vermeiden oder trotz ausgedünnter Besucherzahl alle Museen besuchen zu können, die man möchte, empfiehlt es sich, sein Ticket vorab zu reservieren.

Worauf man sich allerdings einstellen muss, ist am Eingang einen Thermoscanner zu passieren. Das kann einem allerdings auch direkt bei der Ankunft am Flughafen passieren. Fiebermessen gehört in Italien in Corona-Zeiten zur Tagesordnung - sogar am Strand!

Bei einer Frau wird Fieber gemessen
Nicht nur am Flughafen, auch vor Museen müssen sich Besucher darauf einstellen, dass ihre Temperatur gemessen wird. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Ärztliche Versorgung vor Ort - ein Problem?

Die Schreckensbilder eines vom Coronavirus stark gebeutelten italienischen Gesundheitssystems haben uns über Wochen in den Medien begleitet. Fast 35.000 Tote sind zu beklagen. Ob die Situation bei einer zweiten Corona-Welle anders verlaufen würde und ob es dann auch für Touristen ausreichende ärztliche Behandlungsmöglichkeiten gäbe, ist fraglich.

Ein Risiko, dessen man sich vor Reiseantritt durchaus bewusst sein sollte. Und la dolce vita, das ist im nächsten Jahr vielleicht sogar noch schöner.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. Juli 2020 | 17:15 Uhr

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