Neue Verordnung Urlaubsreise in den Herbstferien geplant? Härtere Quarantäne-Regeln drohen

Ab Oktober sollten für Heimkehrer aus Risikogebieten neue Quarantäne-Regeln gelten. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Wer in den Herbstferien in ein Corona-Risikogebiet reisen will, muss aufpassen!

Reiserückkehrer warten am Eingang zum Corona-Testzentrum am Flughafen Hannover-Langenhagen.
Die kostenlosen Corona-Tests für Urlauber soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern bald nicht mehr geben. Bildrechte: dpa

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, der soll zehn Tage lang in Isolation. Erst ab Tag fünf kann die Quarantäne vorzeitig beendet werden - mit einem negativen Corona-Test. Ohne Test soll aber die volle Pflicht zur Selbstisolierung, also zwei Wochen Quarantäne, gelten. Diese neuen Corona-Regeln, die am 27. August beim Bund-Länder-Treffen beschlossen wurden, sollten eigentlich am 1. Oktober in Kraft treten.

Die "Aussteigekarten" sind schuld

Medien berichten nun unter Berufung auf Quellen aus der Bundesregierung: Die Bestimmungen sollen erst ab Mitte Oktober gelten, treten damit aber mitten in der Herbstferienzeit in Kraft. Grund seien Verzögerungen bei der Digitalisierung der sogenannten "Aussteigekarten". Diese sind für die Gesundheitsämter wichtig. Infektionsketten sollen damit effektiver nachverfolgt und die Einhaltung der Quarantäne besser überprüft werden können.

Negativer Corona-Test bei Einreise befreit von der Quarantäne

Bis dahin bleibt alles beim Alten: Wer aus Risikogebieten nach Deutschland einreist, muss sich auf das Coronavirus testen lassen. Innerhalb von zehn Tagen nach Einreise sind die Abstriche gratis. Nur so lange, bis das negative Testergebnis vorliegt, muss man in häuslicher Quarantäne bleiben.

Corona-Ratgeber

Politiker appellieren an Bürger

Unabhängig davon rufen Politiker angesichts der angespannten Corona-Lage dazu auf, auf internationale und nicht notwendige Reisen zu verzichten. Pandemiezeit sei angesichts des Einschleppungsrisikos keine Reisezeit, mahnte etwa Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayc. Auch Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther hat den Bürgern seines Bundeslands von Urlaubsreisen in den bevorstehenden Herbstferien abgeraten. Es sei mit Blick auf Corona derzeit kaum irgendwo so sicher wie in Schleswig-Holstein.

Corona-Fälle in Ischgl: Schadenersatz-Klagen eingereicht

Unterdessen hat der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es. Bei Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) sollen sich mehr als 6.000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen. Mehr als 1.000 von ihnen erteilten dem Verein laut ihm die Vollmacht, in ihrem Namen zu klagen.

Es sind nur die ersten Klagen, weitere werden folgen.

Peter Kolba | Verbraucherschutzverein (VSV)

Blick auf Ischgl
Ischgl mit seinen Après-Ski-Bars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Erste Hinweise auf Ansteckungen in Ischgl gab es bereits am 5. März. Erst am 13. März wurde über Ischgl die Quarantäne verhängt. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Bildrechte: imago images / Eibner Europa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. September 2020 | 17:15 Uhr

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