Urteil gegen Christoph Metzelder Staatsanwaltschaft legt Berufung im Fall Metzelder ein

Christoph Metzelder ist wegen der Weitergabe von kinderpornografischen Dateien zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Abgeschlossen ist der Fall aber noch nicht. Die Staatsanwaltschaft hat Rechtsmittel eingelegt. Es geht um die nachträgliche Einziehung seines Handys.

Der angeklagte Christoph Metzelder, ehemaliger Fußball-Nationalspieler, sitzt mit seinen Anwälten in einem Saal des Amtsgerichts.
Der angeklagte Christoph Metzelder, ehemaliger Fußball-Nationalspieler, sitzt mit seinen Anwälten in einem Saal des Amtsgerichts. Bildrechte: dpa

Nach dem Urteil gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder hat die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt. Dabei geht es nicht um das Strafmaß, sondern um die Beschlagnahmung des wichtigsten Beweisstückes – Metzelders Handy.

Christoph Metzelder war am Donnerstag zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der 40-Jährige hatte gestanden, sich 18 kinder- und jugendpornografische Dateien verschafft und diese per WhatsApp weitergeleitet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft befanden sich auf Metzelders Handy 297 Dateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt, diesen Punkt der Anklage gestand Metzelder nicht.

Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, das Handy des Verurteilten nachträglich einzuziehen, denn darüber war in dem Verfahren bisher nicht entschieden worden. Deswegen haben die Strafverfolger aus formaljuristischen Gründen Berufung gegen das Urteil eingelegt. Nur so könne man das Handy beschlagnahmen lassen. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur.

Metzelders Anwalt Ulrich Sommer hatte auf dem Gerichtsflur am Donnerstag offen gelassen, ob sein Mandant das Urteil annehmen wird. Es ist noch nicht rechtskräftig. Beide Seiten haben eine Woche Zeit, Rechtsmittel einzulegen.

Reaktionen auf das Urteil

Der angeklagte Christoph Metzelder, ehemaliger Fußball-Nationalspieler, sitzt in einem Saal des Amtsgerichts.
Der angeklagte Christoph Metzelder, ehemaliger Fußball-Nationalspieler, sitzt in einem Saal des Amtsgerichts. Bildrechte: dpa

"Ich hinterlasse eine Wunde, die niemals verheilen wird. Damit werde ich für den Rest meines Lebens leben müssen."

Christoph Metzelder

Das Urteil erhitzt derweil die Gemüter in Deutschland. Der frühere Bundesliga-Profi und Weltmeister Lukas Podolski  findet das Urteil gegen seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen viel zu lasch. Er sagte zu "Bild": "Für das Urteil zehn Monate auf Bewährung habe ich kein Verständnis. Es geht hier nicht darum, ein Zeichen an einem prominenten Täter zu setzen. Es geht darum, dass so etwas grundsätzlich härter bestraft werden sollte. Auch ein Teilgeständnis darf keine Entlastung sein, wenn es um Kinderpornografie geht!"

Natascha Ochsenknecht schrieb nach dem Urteilsspruch auf ihrer Instagram-Seite: "In dieser Szene weiß man, dass man mit einem Teilgeständnis Erfolg hat. Ein Skandal und eine Katastrophe für die Kinder. Freifahrtschein, das ist zum Kotzen."

Auch der Comedian Oliver Pocher hat kein Verständnis für das Urteil gegen Christoph Metzelder. "Wir reden hier von Kindern, und das ist an Widerlichkeit nicht zu überbieten", schrieb er in seiner Instagram-Story. Dass Metzelder laut eigener Aussage im Prozess keine "pädophile Neigung" besitze, sei für ihn nur "schwer nachvollziehbar."

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Mai 2021 | 17:10 Uhr

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