Donald Trump, Präsident der USA
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Vor Staatsbesuch in Dänemark US-Präsident Trump: Königinnen-Beleidigung und peinlicher Grönland-Tweet

BRISANT | 20.08.2019 | 17:15 Uhr

Erst macht sich US-Präsident Trump mit einer Fotomontage auf Twitter über Grönland lustig. Dann führt er mit seinen unklaren Äußerungen zur geplanten Dänemark-Reise auch noch die Königin vor.

Donald Trump, Präsident der USA
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Im Wirbel um sein Interesse am Kauf von Grönland hat US-Präsident Donald Trump es mit Humor versucht. Er twitterte ein Foto, das sein gold-glitzerndes Trump International Hotel Las Vegas inmitten kleiner bunter Häuser an Grönlands Küste zeigt. Das werde er Grönland nicht antun, schrieb er dazu. Damit setzte Trump sein Werben um die zu Dänemark gehörende autonome Arktisinsel auf spezielle Weise fort. Die Reaktionen von Nutzern schwankten zwischen: "Wie kann man den Humor von US-Präsident Trump nicht lieben?" bis: "Wie kann man darüber nur Witze machen? Du bist eine nationale Peinlichkeit."

Trump: Grönland "strategisch" interessant

Am Sonntag hatte Trump, der vor seinem Einstieg in die Politik als Immobilienunternehmer reich geworden war, erklärt, ein Kauf Grönlands könnte für die USA "strategisch" interessant sein. "Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft", so Trump. Außerdem koste Grönland Dänemark viel Geld, laut Trump jährlich 700 Millionen US-Dollar.

Rasmussen: "Muss ein Aprilscherz sein"

Grönland und Dänemark hatten die Idee eines Verkaufs aber umgehend entschieden zurückgewiesen. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hatte zu Trumps Gedankenspielen gesagt: "Ich hoffe inständig, dass dies nicht ernst gemeint ist." Der ehemalige Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hatte es zuvor auf Twitter noch deutlicher formuliert: "Das muss ein Aprilscherz sein."

Espersen: "Eine große Beleidigung für die Königin"

Doch damit nicht genug: Laut Stern.de erklärte US-Präsident Trump, dass er überlege, nach Grönland zu fahren. Offiziell ist der Besuch des US-Präsidenten und seiner Frau Melania am 2. und 3. September  allerdings in Dänemark geplant.  Kritik wird laut. Der außenpolitische Sprecher der Dänischen Volkspartei, Søren Espersen, schimpfte gegenüber der dänischen Zeitung Politiken über die unklaren Äußerungen Trumps. "Es widerspricht allem und ist eine große Beleidigung für die Königin, die seine Gastgeberin ist." Das sei "eine Unverschämtheit".

Stichwort: Grönland Grönland mit seinen rund 56.000 Einwohnern ist autonom, gehört aber zum dänischen Königreich. Es ist etwa sechsmal so groß wie Deutschland. Ein Großteil der Fläche ist ständig von Eis bedeckt. Für Washington könnte Grönland durch seine Lage in der Arktis, die Nähe zu Russland und wegen dort vermuteter Bodenschätze strategisch bedeutend sein.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. August 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2019, 16:12 Uhr

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