Blick auf den Eingang vom Landgericht. Daneben ein Schild mit dem Wappen des Landes Niedersachsen.
Bildrechte: dpa

24-Jähriger vor Gericht Vater gesteht tödliche Schläge gegen neugeborenen Sohn

BRISANT | 07.11.2018 | 17:15 Uhr

Der eigene Vater ist wohl für den Tod eines erst vier Tage alten Säuglings verantwortlich: Aus Panik heraus habe er seinem Kind mit der flachen Hand gegen den Kopf geschlagen, gesteht er zum Prozessauftakt.

Blick auf den Eingang vom Landgericht. Daneben ein Schild mit dem Wappen des Landes Niedersachsen.
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Unter Tränen räumt der junge Mann die schreckliche Tat ein: Er gesteht die tödlichen Schläge gegen seinen gerade erst geborenen Sohn. Beim Versuch, sein von der Entbindungsstation geholtes Baby zu baden sei er in Panik geraten und habe mit der flachen Hand gegen den Kopf des vier Tage alten Kindes geschlagen. "Ich weiß nicht, was ich da getan habe", beteuert der 25-Jährige mehrfach am ersten Verhandlungstag vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Osnabrück. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Vater Totschlag vor.

In Panik geraten

Die Tat ereignete sich am 15. Mai in einer Wohnung in Osnabrück. Gerade erst hatte der junge Vater die Mutter - seine Freundin - und das frisch geborene Kind von der Entbindungsstation in die gemeinsame Wohnung geholt. Dort habe er seinen kleinen Sohn in einem Waschbecken waschen wollen. Der Kopf des Kleinen habe auf seinem Unterarm gelegen, schildert er den Richtern. Dann habe er das Kind aufrichten und in ein Handtuch wickeln wollen. Der Junge sei ihm aus der Hand geglitten.

Der drogenabhängige Vater schilderte unter Schluchzen im Gericht, wie ihn in der Situation die Panik ergriff. Das Kind habe reglos gewirkt, sagt er. Anscheinend wollte er es mit den Schlägen wieder munter machen. Aber der kleine Junge sei daraufhin noch apathischer gewesen als vorher. Das Kind habe geröchelt. Im Hals sei Blut zu sehen gewesen. Dieses habe er mit dem Finger entfernen wollen und habe dazu den Hals festgehalten. "Damit habe ich noch mehr Schaden angerichtet", erzählte der junge Mann weinend.

Ärzte finden zahlreiche Hämatome

Der junge Vater rief seine Großmutter und einen Krankenwagen. In einer Kinderklinik starb der kleine Junge am 22. Mai an seinen schweren Verletzungen. Die Ärzte stellten unter anderem zahlreiche Hämatome an dem kleinen Jungen fest.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. November 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2018, 20:44 Uhr

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