Ein Polizist dokumentiert mit einer Kamera die von Scheinwerfern ausgeleuchtete Unfallstelle, an der ein  Lastwagen im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren ist.
Am Dienstag zeugen am Ort des Geschehens nur noch wenige Spuren vom Geschehen am Abend zuvor. Bildrechte: dpa

Lkw-Zwischenfall Innenminister: Täter von Limburg ohne Verbindung zu Islamisten

Nach dem Vorfall mit einem gestohlenen Lastwagen im hessischen Limburg haben die Behörden keine Hinweise auf Verbindungen des Fahrers zu gewaltbereiten Islamisten. Das sagte der hessische Innenminister Beuth.

Ein Polizist dokumentiert mit einer Kamera die von Scheinwerfern ausgeleuchtete Unfallstelle, an der ein  Lastwagen im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren ist.
Am Dienstag zeugen am Ort des Geschehens nur noch wenige Spuren vom Geschehen am Abend zuvor. Bildrechte: dpa

Der Lkw-Vorfall in Limburg hat nach aktuellen Erkenntnissen der Ermittler keinen islamistischen Hintergrund. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte am Dienstag, die Behörden hätten keine Hinweise auf Verbindungen des Fahrers zu gewaltbereiten Islamisten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main und das Landeskriminalamt teilten mit, dass wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt wird.

Nach Angaben der Ermittler handelt es sich bei dem Mann um einen 32 Jahre alten Syrer. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass der Mann seit 2015 in Deutschland ist und ihm 2016 subsidiärer Schutz gewährt wurde.

Der Mann war am Montagabend an einer Ampel im hessischen Limburg mit einem gestohlenen Lkw auf mehrere Autos aufgefahren. Laut Polizei wurden neun Menschen verletzt, darunter auch der 32-jährige Fahrer des Lkw.

Wohnung in Langen durchsucht

In Langen im Kreis Offenbach wurde laut Polizei bereits am Montagabend eine Wohnung durchsucht. Ein Polizeisprecher sagte, dies habe im Zusammenhang mit dem Zwischenfall in Limburg gestanden. Details wurden aber nicht genannt.

Laster war gestohlen

Ein Feuerwehrmann steht vor einem Lastwagen, der im hessischen Limburg auf mehrere Fahrzeuge aufgefahren ist.
Der Fahrer des Lasters wurde festgenommen. Bildrechte: dpa

Nachdem der Mann an einer Kreuzung nahe dem Bahnhof von Limburg auf mehrere Pkws auffuhr, waren mehrere Menschen in den Autos eingeklemmt. Einem Polizeisprecher zufolge sollen insgesamt acht Autos betroffen gewesen sein. Am frühen Dienstagmorgen war die Kreuzung jedoch geräumt, der Laster abgeschleppt. Die Ermittlungen und die Suche nach Zeugen dauerten aber an.

Der Fahrer war noch am Abend festgenommen worden. Wie die Polizei am späten Montagabend mitgeteilt hatte, war der Lkw zuvor gestohlen worden, in unmittelbarer Nähe zum Unfallort. Der 32 Jährige soll den eigentlichen Lkw-Fahrer gewaltsam aus der Kabine gezogen haben, jedoch ohne eine Waffe zu benutzen.

Ermittler: "Schließen momentan nichts aus"

Zur Frage von Journalisten, ob es sich um einen terroristischen Anschlag gehandelt haben könnte, hatte ein LKA-Sprecher zuvor gesagt: "Wenn solche Ereignisse passieren, dann ist es Aufgabe der Polizei natürlich in sämtliche Richtungen alle Möglichkeiten im Blick zu haben. Und wir schließen momentan überhaupt nichts aus."

Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere Fahrzeuge aufgefahren.
Der Zwischenfall löste einen größeren Polizeieinsatz aus. Bildrechte: dpa

Das Polizeipräsidium Westhessen in Wiesbaden hatte bereits am Abend vor Spekulationen gewarnt. "Wir geben heraus, was gesichert ist und nicht, was jemand gehört haben will", sagte ein Sprecher. Dass der Fahrer festgenommen worden sei, bezeichnete der Sprecher als normal. Er soll sich des Lkws "bemächtigt" haben.

Die "Frankfurter Neue Presse" hatte berichtet, der eigentliche Fahrer des Lasters habe erklärt, an einer roten Ampel von einem Mann aus dem Fahrerhaus gezerrt worden zu sein. Die Zeitung berichtete auch, dass der Mann, der wenig später am Steuer gesessen habe, nach Angaben von Ersthelfern mehrmals "Allah" gesagt haben soll.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2019 | 20:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Oktober 2019, 15:07 Uhr