Wenn Kinder spurlos verschwinden 14 Jahre vermisst: Suche nach Felix Heger geht weiter

Wo ist Felix Heger? Seit 14 Jahren wird der Junge aus dem baden-württembergischen Oftersheim bereits vermisst. Damals fand man die Leiche seines Vaters im Schwarzwald, von dem Kleinkind fehlte jede Spur. Die Großeltern haben ihren Enkel noch nicht aufgegeben. Zusammen mit Unterstützern suchen sie weiter nach ihm.

Verlassenes Dreirad auf einem Feldweg.
Bildrechte: imago images/CHROMORANGE

Es ist so etwas wie die letzte Hoffnung von Johann Schmitz. Mit einem Plakat in der Hand macht er sich auf, um seinen geliebten Enkel Felix vielleicht doch noch zu finden. Vor 14 Jahren verschwand der damals zweijährige Felix Heger spurlos. Nach vielen Jahren erfolgloser Suche, sind seine Großeltern und Verbündete immer noch dabei. Jetzt suchen sie mit Bildern, die Felix als vermeintlichen 17-Jährigen zeigen - dank moderner Technik virtuell gealtert. "Wenn man an einem Kind so hängt, klammert man sich an alles. An einen Strohhalm würde man sich klammern. Wo soll ich sonst drauf hoffen?", sagt Johann Schmitz.

Plakat mit einem Vermissten jungen Mann
Bildrechte: Verein Vermisster Kinder

Vater und Felix verschwinden 2006

Die Vermisstengeschichte beginnt im Jahr 2006 als Michael Heger Felix für ein Vater-Sohn-Wochenende abholt, den Jungen aber nie zurück bringt. Im Schwarzwald bei Bühlertal wird das Auto von Michael Heger gefunden - darin auch Blutspuren des Vaters. Eine Großfahndung bleibt zunächst erfolglos. Im Wald entdecken die Ermittler nur einen Unterschlupf, dazu zwei leere Schnapsflaschen und ein Päckchen Schlaftabletten. Erst Wochen später findet die Polizei dann die Leiche des Vaters, von Felix keine Spur. Seitdem vergeht kein Tag, an dem Johann und Maria Schmitz nicht an ihren Enkel denken. An die These der Ermittler, der Vater habe sich selbst und seinen Sohn umgebracht, hat das Ehepaar nie geglaubt.

Michael Heger (r) und sein Sohn Felix aus Oftersheim (undatierte Polizeifotos).
Michael Heger (r) und sein Sohn Felix aus Oftersheim. (Archiv) Bildrechte: dpa

Verein unterstützt Großeltern bei der Suche

Für die Mutter von Felix war das Verschwinden ein Schock - die Suche treiben heute vor allem die Großeltern voran: "Der hat mein Leben bestimmt. Und er war so ein pfiffiges Kerlchen. Der war genauso wie ich mir meinen Enkel vorgestellt habe und deshalb komme ich nicht darüber weg. Es kann nicht sein", so Johann Schmitz. Allein müssen sie nicht suchen. Der "Verein Vermisster Kinder n.e.V." unterstützt das Ehepaar. Immer wieder gibt es neue Hinweise, denen man gemeinsam nachgeht. Für den entscheidenden Hinweis winkt inzwischen sogar eine Belohnung von 75.000 Euro.

Johann und Maria Schmitz halten Bilder von ihrem vermissten Enkel in die Kamera - Felix Heger wird als 2-jähriges Scheidungskind 2006 von seinem Vater übers Wochenende abgeholt und nicht zurückgebracht. Wochen später wird Michael Heger im Schwarzwald tot aufgefunden. Die Polizei geht nach einer Obduktion von Selbstmord aus. Von Felix fehlt jede Spur. Seine Großeltern Johann und Maria Schmitz aber haben die Hoffnung bis heute nicht aufgegeben - zu Gast in der ARD Talkshow Menschen bei Maischberger am 28.08.2012
Johann und Maria Schmitz halten Bilder von ihrem vermissten Enkel in die Kamera. (Archiv) Bildrechte: imago stock&people

Großeltern wollen Gewissheit

"Solange mir keiner sagen kann, das Kind liegt da und da, lebt das Kind für mich. Und ich werde keine Ruhe geben, bis ich weiß, was mit ihm geschehen ist", sagt Johann Schmitz. Trotzdem weiß der 85-Jährige, dass ihm die Zeit langsam davon läuft.

Sind Sie selbst betroffen? Hier gibt es Hilfe!

Mehr Informationen zu dem Fall gibt es hier. Auch bei Hinweisen lohnt ein Besuch der "Privatinitiative Felix-Info". Sollten Sie selbst betroffen sein und Hilfe benötigen, bekommen Sie hier Hilfe: Initiative vermisste Kinder.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 07. August 2020 | 17:15 Uhr

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