Sternschnuppen und Co. Im Juli lohnen Blicke in den Himmel

Ende Juli wird es Sternschnuppen vom Himmel regnen. Auslöser dafür ist vor allem der Sternschnuppenstrom der Aquariden. Zwischen dem 28. und dem 30. Juli erreicht er seinen Höhepunkt und wird den Himmel mit der höchsten Sternschnuppendichte spektakulär erleuchten. Das ist nicht alles. Auch zwei echte Giganten werden im Juli wunderbar zu beobachten sein.

Asteroid Day 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

BRISANT Di 30.06.2020 17:15Uhr 03:40 min

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Im Juli beherrschen die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, Jupiter und Saturn, den Nachthimmel. Mitte Juli stehen sie der Sonne gegenüber. Diese Stellung nennt man Opposition. Wenn die Sonne dann im Nordwesten unter den Horizont sinkt, erscheinen Jupiter und Saturn im Südosten.

Jupiter: Ein sich schnell drehender Gigant

Jupiter rückt immer mehr an den etwas östlicher befindlichen Saturn heran. Es ist spannend, die Annäherung beider Riesenplaneten zu verfolgen. Jupiter ist der schnellere Planet: In zwölf Jahren umrundet er einmal die Sonne, während Saturn dafür fast 30 Jahre benötigt. Zu Winterbeginn am 21. Dezember wird Jupiter den ringgeschmückten Saturn einholen.

Der Durchmesser von Jupiter ist elfmal größer als der Erddurchmesser, der des Saturn zehnmal. Jupiter dreht sich von allen Planeten am schnellsten: Ein Jupitertag dauert nur knapp 10 Stunden. Auch Saturn zählt zu den schnell rotierenden Planeten. Eine Saturnumdrehung erfolgt in zehn Stunden und 30 Minuten. Wegen ihrer raschen Rotation sind beide Riesenplaneten stark abgeplattet, was man in einem Teleskop deutlich erkennen kann.

Jupiter (1996-01-06) von Voyager 1 aufgenommen
Jupiter Bildrechte: NASA / JPL

Saturn und seine Ringe

Schon in einem kleinen Fernrohr kann man den berühmten Ring des Saturn ab etwa 30-facher Vergrößerung ausmachen. Richtig beeindruckend wirkt der Ring ab 200-facher Vergrößerung. Auch die anderen großen Planeten Jupiter, Uranus und Neptun sind von Ringen umgehen. Sie sind aber so unscheinbar und lichtschwach, dass sie in irdischen Teleskopen nicht zu sehen sind.

Wie Aufnahmen von Raumsonden zeigen, setzt sich der Saturnring aus vielen Hundert einzelnen Ringen zusammen, was Saturn den Beinamen "Herr der tausend Ringe" eingebracht hat. Das Saturnring-System ist ein relativ junges Gebilde: Während Saturn und die anderen Planeten vor 4,6 Milliarden Jahren aus einer gewaltigen Gas- und Staubscheibe gebildet wurden, ist der Saturnring erst hundert Millionen Jahre alt. Das bedeutet: Hätten die Dinosaurier im Erdmittelalter Fernrohre besessen, hätten sie keinen Saturnring gesehen.

Auch Jupiter hat eine Besonderheit. Er strahlt in einem hellen, glänzend weißen Licht und übertrifft alle anderen Sterne am Nachthimmel, zumindest so lange, bis ihm morgens die noch hellere Venus Konkurrenz macht.

Der Saturn
Saturn Bildrechte: ESA/Hubble

Sternschnuppen wann und wie beobachten?

Besonders beeindruckend sind die Sommermonate am Nachthimmel wegen der zahlreichen Sternschnuppen. Vom 12. Juli bis Mitte August sind die Meteore des Sternschnuppenstromes der Aquariden zu erwarten. Zum Maximum in der Nacht vom 30. Juli tauchen bis zu 30 Sternschnuppen pro Stunde auf. Sie dringen mit einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Sekunde - das sind 144.000 Kilometer pro Stunde - in die Lufthülle der Erde ein. Der Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Wassermann nahe dem Stern Delta Aquarii.

Generell gilt: In den ersten Julinächten sind Sternschnuppen noch rar gesät. Außerdem ist es nur kurze Zeit richtig dunkel, um die Meteore am Himmel zu sehen. Das ändert sich ab der Mitte des Monats, wenn die ersten Sternschnuppen, in dem Fall die Perseiden, zu sehen sind. Gegen Ende des Monats sind es dann deutlich mehr und die Nächte sind zudem länger dunkel. Die Morgen- und Abenddämmerung sind dann gute Zeiten zum Beobachten.

Da die meisten Sternschnuppen recht blass und nur kurz zu sehen sind, empfiehlt es sich, an einen möglichst lichtarmen Ort zu gehen. Dann gibt es die Chance, auch die kleineren Schnuppen zu sehen. Zudem ist es ratsam, den Augen mindestens 15 Minuten Zeit zu geben, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen.

Sternenhimmel mit Sternschnuppe
Eine Sternschnuppe verglüht am Nachthimmel. (Archiv) Bildrechte: imago/VIADATA

Was sind Sternschnuppen?

Sternschnuppen entstehen, indem kleinste Staubkörner oder Steinchen in die Erdatmosphäre eindringen. Durch die Reibung mit der Luft und die hohe Geschwindigkeit, mit der die kosmischen Besucher in die Atmosphäre eindringen, entstehen leuchtende Feuerkugeln. Somit sind es nicht die Steinchen, die anfangen zu glühen. Es ist das Gas, was anfängt zu leuchten. Der Meteorit selbst verglüht in den meisten Fällen.

Wünsche bei Sternschnuppen Woher genau das Wünschen beim Sehen einer Sternschnuppe kommt, ist nicht ganz klar. Es lässt sich aber bis in die Antike zurückverfolgen. Himmlische Zeichen, so wie die blitzartig auftauchenden Sternschnuppen, galten für die Menschen als Botschaften der Götter. Daher wurden sie wohl auch mit guten Wünschen an die Götter verbunden. Ein Brauch, der sich bis heute hält und vor allem bei Kindern beliebt ist.

(ten/mdr wissen/dpa)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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