Tausende Menschen in Sicherheit gebracht Nach Vulkanausbruch - Flugverkehr auf La Palma nicht beeinträchtigt

Der Vulkanausbruch auf der Kanaren-Insel La Palma sorgt weiter für Aufsehen. 6.000 der knapp 80.000 Einwohner mussten bereits in Sicherheit gebracht werden. Der Flugverkehr ist bislang nicht beeinträchtigt. Auch nicht auf Sizilien, wo der Vulkan Ätna ebenfalls ausgebrochen ist. Was bedeutet das für Urlauber?

Lava bricht aus einem Vulkan in der Nähe von El Paso auf der Insel La Palma aus.
6.000 Menschen wurden nach dem Vulkanausbruch auf La Palma bereits in Sicherheit gebracht. (Archiv) Bildrechte: dpa

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Nach dem Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma ist die Zahl der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, auf 6.000 gestiegen. Nach Behördenangaben wurden nach dem Austreten von Lava an einer weiteren Stelle 500 Menschen in Sicherheit gebracht. Insgesamt leben rund 80.000 Menschen auf La Palma. Körperlich zu Schaden kam nach bisherigen Berichten niemand. Allerdings wurden durch die fast 1.000 Grad heißen Lavaströme bereits mehr als 300 Häuser zerstört. Die Schäden bezifferte Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres einschließlich zerstörter Pflanzungen und Infrastruktur mit "sicher mehr als 400 Millionen Euro".

Weitere Ausbruchsstelle auf La Palma

Die neue Ausbruchsstelle befinde sich in der dünn besiedelten Gegend von Tacande in der Gemeinde El Paso. Die Erde brach dort nach einem Erdbeben der Stärke 4,1 auf, wie das Vulkanologische Institut der Kanaren mitteilte. Der Cumbre Vieja war am Sonntag (19.09.) zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. Die Rauchwolken über dem Vulkan sind hunderte Meter hoch. Täglich stößt der Vulkan 8.000 bis 10.500 Tonnen Schwefeldioxid aus.

Giftige Gase entstehen

Das Tempo der Lavaströme verlangsamte sich inzwischen, entgegen der Vorhersagen haben sie noch nicht das Meer erreicht. Es wird aber erwartet, dass das im Laufe des Tages passiert. Die Behörden warnten, dass giftige Gase entstehen, wenn die glühend heiße Lava ins Meer stürzt. Dabei komme es nicht nur zu einer explosionsartigen Verdampfung von Seewasser, sondern beim Kontakt der Lava mit dem salzhaltigen Wasser entstünden auch Salzsäure und feine Vulkankristalle. Diese können Reizungen der Haut, der Augen und der Atemwege hervorrufen.

Auswirkungen auf den Urlaub?

Auswirkungen auf den Flugverkehr haben Ausbruch und Rauch bislang nicht. Das teilte die spanische Flughafengesellschaft Aena mit. Die Frage, ob sich Reisen für Urlauber aus Deutschland auf Grund des Ausbruchs stornieren lassen, könne man nach Aussage von Paul Degott, Anwalt für Reiserecht, in der "Rheinischen Post", nicht pauschal beantworten. Ihm zufolge hänge das davon ab, wo auf La Palma der Urlaub geplant sei. Eine Stornierung im Norden der Insel, wo der Vulkanausbruch noch keine Rolle spielt, sei demnach schwieriger. Der Anwalt rät Touristen, Kontakt mit den Reiseveranstalter aufzunehmen. Eine Pauschalreise könne wegen "außergewöhnlicher Umstände" storniert werden, so Degott weiter.

Eine Frau nahe der Erutionszone des Vulkans Cumbre Vieja
Eine Frau flüchtet in der Nähe des Cumbre Vieja. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / El Mundo

Stornierung von Flügen und Reisen

Reiseveranstalter und Fluggesellschaften arbeiten bereits an entsprechenden Regelungen. So sollen Stornierungen und Umbuchungen, je nach Zeitraum und Urlaubsort, kostenlos möglich sein. Anlaufstellen für Fragen zu konkreten Reisen bzw. Flügen sind die jeweiligen Reiseveranstalter bzw. Fluggesellschaften direkt.

Auch der Ätna auf Sizilien "brodelt"

Indes hat auch Sizilien mit vulkanischer Aktivität zu tun. So ist der Vulkan Ätna auf der italienischen Mittelmeerinsel ausgebrochen. Bereits am Dienstag (21.09.) registrierte das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) steigende Aktivitäten im Inneren des Berges. Zudem steig eine Aschewolke rund 9.000 Meter auf. Aus dem Krater der südöstlichen Seite floss etwas Lava. Der offiziell 3.357 Meter hohe Vulkan spuckt seit Mitte Februar immer wieder Lava und Asche, rund 50 Ausbrüche wurden registriert. Diese sind oft spektakulär zu beobachten, meist aber ungefährlich für die umliegenden Dörfer und die im Süden gelegene Großstadt Catania. Der dortige Flughafen konnte bislang weiter angeflogen werden.

Der Vulkan Ätna in der Nähe von Catania spuckt Lava.
Der Vulkan Ątna in der Nähe von Catania spuckt Lava. (Archiv) Bildrechte: dpa

Kein Zusammenhang bei den Ausbrüchen

Einen Zusammenhang zwischen den Ausbrüchen der beiden Vulkane auf La Palma und Sizilien sehen Experten nicht. zu. "Das ist kompletter Zufall“, sagt die Vulkanologin Nicole Richter vom Deutschen Geoforschungszentrum des Helmholtz-Zentrums in Potsdam dem RND.

(BRISANT/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. September 2021 | 17:15 Uhr

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