Deutsche Geschichte 30 Jahre Währungsunion: Wie die D-Mark in den Osten kam

Es war der größte Geldtransport in der deutschen Geschichte. Zur Vorbereitung der Währungsunion mussten im Frühsommer 1990 Milliarden D-Mark von Westdeutschland in die damalige DDR gebracht werden. Ein Kraftakt, der sich durch viele Bereiche zog. In einer Dokumentation im Ersten schildern Zeitzeugen ihre Erinnerungen an dieses geschichtsträchtige Ereignis und geben Einblick in die spannenden Monate vor der Währungsunion.

Im Frühsommer 1990 rollen westdeutsche Geldtransporter mit Milliarden von D-Mark in Richtung der damaligen DDR. Ab der innerdeutschen Grenze übernehmen Volkspolizei und Nationale Volksarmee die Bewachung der Transporte. Jede Fahrt gleicht einem Abenteuer. Denn viele Straßen in der DDR sind marode. Immer wieder müssen Umwege gefahren werden, weil die Brücken für die 40 Tonnen schweren Lkw nicht geeignet sind.

Über 25 Milliarden D-Mark von West nach Ost

Mehr als 25 Milliarden D-Mark werden innerhalb weniger Wochen von West nach Ost gebracht. Am 1. Juli 1990 muss das Geld vor Ort sein. Denn dann kommt - drei Monate vor der eigentlichen Wiedervereinigung - die deutsch-deutsche Währungsunion. Die Bürger der damaligen DDR sollen ab diesem Zeitpunkt die D-Mark in ihren Händen halten.

Die Währungsunion, ein logistischer Kraftakt

Doch bis es dazu kommt, ist Gewaltiges zu leisten: 441 Millionen Banknoten müssen gedruckt, 102 Millionen Münzen geprägt werden. Für die Vorbereitung des Geldtransports bleibt den Organisatoren der Bundesbank kaum Zeit. Denn ohne das Institut vorab zu informieren hatte Bundeskanzler Helmut Kohl Anfang Februar völlig überraschend die Währungsunion angekündigt.

Über einem Mann liegt ein Zeitstrahl
Die Währungsunion innerhalb weniger Monate vorzubereiten, war ein Kraftakt für alle Beteiligten. Bildrechte: MDR/BR

Nur fünf Monate später soll sie vollzogen sein: eine logistische Herausforderung unter heute kaum mehr vorstellbaren Bedingungen. Vieles muss improvisiert werden: Büro-Einrichtungen und Computer für die neuen Bundesbank-Filialen müssen selbst mitgebracht werden, Telefonverkehr ist kaum möglich und die Tresore, in denen die D-Mark gelagert werden soll, sind noch voll mit Ost-Mark.

Doku im Ersten und in der ARD-Mediathek

In einer Dokumentation im Ersten schildern Zeitzeugen ihre Erinnerungen an dieses geschichtsträchtige Ereignis und geben Einblick in die spannenden Monate vor der Währungsunion: "Wie die D-Mark in den Osten kam - Der größte Geldtransport der deutschen Geschichte". Am 29. Juni 2020, ab 23:30 Uhr im Ersten und bis zum 29. Juni 2021 in der ARD-Mediathek.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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