Mecklenburg-Vorpommern Waldbrand bei Lübtheen unter Kontrolle - erste Anwohner können zurückkehren

BRISANT | 03.07.2019 | 17:15 Uhr

Die Feuerwehr hat den riesigen Waldbrand bei Lübtheen unter Kontrolle. Die Bewohner zweier evakuierter Orte können in ihre Häuser zurück. Die Einsatzkräfte sollen jetzt mit neuer Technik in den brennenden Wald vorrücken.

Zwei Hubschrauber CH53 der Bundeswehr nehmen jeweils 5000 Liter Löschwasser in einem See auf.
Zwei Hubschrauber CH53 der Bundeswehr nehmen jeweils 5.000 Liter Löschwasser in einem See auf. Bildrechte: dpa

Im Waldbrandgebiet von Lübtheen in Mecklenburg können die ersten Bewohner wieder in ihre Dörfer zurück. Das teilte der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg, mit. In der Gemeinde Trebs wurde demnach die Evakuierung am Mittag aufgehoben. In Jessenitz-Werk soll das ab 18 Uhr passieren. Insgesamt waren vier Orte vorsorglich geräumt worden. Sternberg erklärte zudem, das Feuer sei unter Kontrolle. Es stünden aber noch etwa 700 Hektar in Flammen.

Waldbrand bei Lübtheen: Mehr als 2.000 Einsatzkräfte vor Ort

Flammen fressen sich durch den Wald in der Nähe der Ortschaft Trebs.
Nach Angaben von Landrat Sternberg stehen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern rund 600 Hektar Wald in Flammen. Zwischenzeitlich seien es sogar schon 1.000 Hektar gewesen. Bildrechte: dpa
Flammen fressen sich durch den Wald in der Nähe der Ortschaft Trebs.
Nach Angaben von Landrat Sternberg stehen bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern rund 600 Hektar Wald in Flammen. Zwischenzeitlich seien es sogar schon 1.000 Hektar gewesen. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Mehr als 2.000 Einsatzkräfte sind vor Ort. Sie bekämpfen das Feuer im Vier-Schicht-System rund um die Uhr. Bildrechte: dpa
Eine erschöpfte Feuerwehrfrau sitzt in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel an einem Versorgungsweg.
Die Arbeiten stellen die Einsatzkräfte seit Sonntag vor große Herausforderungen. Der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg, bekräftigte den Ernst der Lage. Von Löschen des Brandes könne keine Rede sein. Die Arbeit der Einsatzkräfte konzentriere sich darauf, das Feuer von den kleinen Ortschaften in der Nähe fernzuhalten und zu verhindern, dass es über die Brandschneisen springt. Bildrechte: dpa
Ein Mann blickt von einem Aussichtsturm von Niedersachsen aus über die Elbe auf den Waldbrand auf den Waldbrand bei Lübtheen
Die Flammen haben sich vor allem am Boden ausgebreitet, vereinzelt aber auch Baumkornen erreicht. Der Rauch ist weithin zu sehen. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen groߟflächigen Waldbrand.
Das Feuer ist wegen unberechenbarer Winde noch nicht unter Kontrolle. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.
Das Gelände, ein ehemaliger Truppenübungsplatz, ist hochgradig mit Munition belastet. Immer wieder kommt es zu Explosionen. Bildrechte: dpa
Ein Hubschrauber der Bundeswehr wirft in der Nähe der evakuierten Ortschaft Jessenitz-Werk in dem auch kleine Feuer zu sehen sind.
Inzwischen wurde die Flotte der Löschhubschrauber verdoppelt. Acht Helikopter sind auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes im Einsatz. Sie sollen die Umgebung bedrohter Ortschaften aus der Luft wässern.  Bildrechte: dpa
Ein Mann radelt an abgestellten Wasserwerfern der Polizei vorbei.
Um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern, sind derzeit zwölf zusätzliche Wasserwerfer im Einsatz - auch aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Bildrechte: dpa
Feuerwehrleute bereiten sich im evakuierten Ort Alt Jabel auf den Einsatz beim groߟflächigen Waldbrand vor.
Mehr als 650 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Vier Orte wurden geräumt. Die Einwohner sind in benachbarten Dörfern beispielsweise in Gemeindehäusern oder Turnhallenuntergebracht worden, wo Versorgungsstellen eingerichtet wurden. Bildrechte: dpa
Rauch steigt bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf.
Rauchgeruch war bis nach Sachsen wahrnehmbar. Bildrechte: dpa
Alle (10) Bilder anzeigen

Löschkräfte sollen ins Brandgebiet vorrücken

Feuerwehr, Bundeswehr und Polizei wollen den Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nun von innen heraus bekämpfen. Dazu sollen erstmals Löschfahrzeuge und Wasserwerfer der Polizei ins Brandgebiet vorrücken. Wegen der Munitionsbelastung müssen die Einsatzkräfte weiter sehr vorsichtig sein. Am Dienstag hatten Räumpanzer der Bundeswehr in weniger belasteten Arealen begonnen, alte Brandschutzschneisen und Wege wieder zugänglich zu machen. Über diese Schneisen sollen nun Löschfahrzeuge vorrücken.

Ortschaften offenbar außer Gefahr

Nach Angaben von Landrat und Einsatzchef Sternberg hatte das Feuer bis Dienstagabend insgesamt rund 1.200 Hektar Wald erfasst. Das entspricht etwa einem Fünftel des 2013 von der Bundeswehr aufgegebenen Manövergebietes. Das Feuer habe sich zuletzt Richtung Osten bewegt, weg von den bedrohten Ortschaften. In den Orten Alt Jabel, Trebs, Jessenitz-Werk und Volzrade hatten vorsorglich 650 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

Feuerwehrleute verteilen Wasser im evakuierten Ort Alt Jabel und versuchen damit die Wege feucht zu halten.
Bildrechte: dpa

Bundeswehr schickt weitere Panzer

Etwa 3.000 Kräfte sind laut Einsatzleitung über den Tag verteilt bei der Eindämmung des Brandes und der Sicherung der Ortschaften aktiv, die meisten ehrenamtlich. Ferner sind laut Landrat Sternberg weiterhin fünf Hubschrauber und 22 Wasserwerfer im Einsatz. Die Bundeswehr hatte nach eigenen Angaben am Dienstag zehn Räumpanzer im Einsatz, will diese Zahl aber nochmals aufstocken.

Mehrere Brandherde - Polizei sucht die Brandstifter

Der seit Sonntag wütende Brand bei Lübtheen im Grenzgebiet zu Sachsen-Anhalt gilt als der größte Waldbrand in der Nachkriegsgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Bei der Suche nach der Ursache für den Waldbrand ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Da die Feuerwehr gleich mehrere Brandherde melde, bestehe der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung, heißt es in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Rostock. Die Kriminalpolizei suche nach Zeugen, die im Waldgebiet südlich von Jessenitz-Werk Beobachtungen, Fotos oder Videos gemacht haben.

Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Rostock unter der Telefonnummer 038208-888 2222 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Polizei Rostock

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Juli 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juli 2019, 08:51 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren