Präparat von Biontech und Pfizer Zulassung von Corona-Impfstoff noch vor Weihnachten geplant

In den USA und in Großbritannien werden Menschen bereits gegen das Coronavirus geimpft. In Deutschland und Europa noch nicht. Die Frage ist: warum? Immerhin scheint seit heute (15.12.) das Zulassungsdatum festzustehen.

Nach dem Start der Corona-Impfungen im Ausland werden in Deutschland die Forderungen lauter, das Präparat von Biontech und Pfizer auch hierzulande rasch zuzulassen. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, forderte laut Medienberichten vom Dienstag gar eine Notfallzulassung für das Vakzin.

Notfallzulassung gefordert

Gaß sagte: "Ich frage mich, ob wir wirklich bis zum 29. Dezember brauchen, um in Europa eine Zulassung des Impfstoffs zu erreichen." Europa solle auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen. Die EMA hatte ursprünglich eine Zulassung bis zum 29. Dezember angekündigt.

Zulassung möglicherweise am 21.12.

Bundeskanzleramt und Bundesgesundheitsministerium verlangten nach Angaben der "Bild"-Zeitung intern von der EMA, das Vakzin bis 23. Dezember zur Verimpfung auf EU-Ebene und damit auch in Deutschland freizugeben. Und offenbar waren die Forderungen erfolgreich. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag mitteilte, könnte der Impfstoff von Biontech tatsächlich noch vor Weihnachten zugelassen werden. Eine Zulassung vor Heiligabend sei "pausibel". Der Start für die Impfungen könne in dem Fall noch in diesem Jahr erfolgen, so Spahn weiter. Die EMA will nach eigenen Angaben vom Dienstag sogar schon am 21.12. über die Zulassung des Corona-Impfstoffs beraten. Wenn möglich solle auch dann schon eine Entscheidung getroffen werden.

Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (Archiv) Bildrechte: dpa

In den USA und in Großbritannien wird bereits geimpft

In Großbritannien, den USA und Kanada ist das Präparat von Biontech und Pfizer bereits zugelassen. Dort liefen die Impfaktionen auch schon an. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die EMA dafür, dass sie bei der Zulassung des Impfstoffs den Behörden anderer Staaten hinterherhinkt. Eine Notfallzulassung wie in Großbritannien sei auch in Deutschland rechtlich möglich, sagte er.

Warum dauert es in Deutschland so lange?

Schon am Montag (14.12.) hatte Jens Spahn als Ziel genannt, die Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen, und zwar auf europäischer Ebene. Er sprach sich aber gegen eine Notfallzulassung aus, wie sie in den USA und in Großbritannien erteilt wurden. Die Bundesregierung hat die Zulassungsentscheidung bewusst an die EMA abgegeben und diese Behörde kann keine Notfallzulassung erteilen. Sie kann nur zulassen oder eben nicht. Dieses ordentliche Verfahren sei "wichtig für Vertrauen und Verlässlichkeit", so Spahn "Wir müssen diese Daten gründlich prüfen, aber auch schnellstmöglich", fügte er hinzu.

Dennoch: Die Information von Dienstag sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", so Spahn.

ten/dpa/afp

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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